40 Jahre nach dem Entführungsdrama

Die „Landshut“ verrottet in Brasilien

Die geschichtsträchtige „Landshut“, die 1977 im „Deutschen Herbst“ entführt worden war, steht nach 47 Jahren möglicherweise vor einem unwürdigen Ende: Nach verschiedenen Stationen überall auf der Welt ist es seit 2008 in Brasilien gestrandet, wo ihr jetzt die Verschrottung droht. Die Kosten für ihre Rettung wären astronomisch – trotzdem gibt es noch Hoffnung.

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Laut verschiedenen Medienberichten könnte die „Landshut“, die seit einer Panne 2008 auf dem Flughafen der brasilianischen Stadt Fortaleza gestrandet ist, bald verschrottet werden. Flugunfähig ist sie schon lange: Die Triebwerke sind kaputt, das Innere wurde ausgeschlachtet, und der ehemaligen Betreiberfirma TAF Linhas Aéreas wurde bereits vor sieben Jahren die Lizenz entzogen. Dass die Landshut also noch einmal einen Käufer findet, erscheint unwahrscheinlich – zumal das Flugzeug laut „FAZ“ nur noch ein leeres Wrack sei.

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„Landshut“ oder Teile könnten in Museum ausgestellt werden

Die historische Maschine – bald nur noch ein Haufen Schrott? Es gibt aktuell anscheinend zwar durchaus Akteure, die an einer Rettung interessiert wären, unter anderem heißt es in einem Bericht des Bayerischen Rundfunks, Franz Niehoff, Museumsleiter in Landshut, könne sich vorstellen, die Maschine oder Teile davon in die Stadt zu holen, doch eine mögliche Überführung der Landshut nach Deutschland wäre extrem kostspielig, würde sich wohl laut Experten auf etwa eine Million Euro belaufen.

Und wirklich konkrete Pläne für eine der Historie der Boeing gerecht werdende Nutzung gibt es derzeit   nicht. Außenminister Sigmar Gabriel sagte aber der „FAZ“ zu dem Thema: „Wir wollen schauen, wie wir helfen können, die Erinnerung an die 'Landshut' und mit ihr an diese schwierige Zeit wachzuhalten.“

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Diese historische Aufnahme zeigt die „Landshut“ auf dem Rollfeld des Flughafens von Mogadischu

Foto: dpa picture alliance

„Lebendige Zeugin eines wichtigen Moments der Geschichte“

Wie realistisch ist es, dass die Bundesregierung sich wirklich um eine Rettung der „Landshut“ bemüht? Ganz abwegig wäre ein solches Projekt nicht. So investiert laut „FAZ“ die Bundesregierung aktuell mehr als zehn Millionen Euro, um die ehemalige Villa des Schriftstellers Thomas Mann in Kalifornien zu kaufen. Eine Rettung der „Landshut“ scheint da vergleichsweise günstig. Und Sigmar Gabriel sagte der „FAZ“ auch: „Die 'Landshut' ist am Ende ihres aktiven Lebens in Lateinamerika gestrandet und wird nie wieder fliegen, aber sie ist doch eine lebendige Zeugin eines wichtigen Moments der Geschichte der jungen Bundesrepublik.“

Doch was würde nach einer möglichen Überführung der Maschine nach Deutschland passieren? Das Deutsche Historische Museum zumindest sieht von eventuellen Rettungsmaßnahmen ab: „Die Landshut ist ein wichtiges historisches Objekt“, so Pressesprecher Boris Nitzsche zu TRAVELBOOK. „Bei uns gibt es aber keinerlei Überlegungen, sie nach Deutschland zu bringen.“ Und bei der Lufthansa heißt es: „Wir sind uns bewusst, wo die 'Landshut' steht, aber es ist deswegen noch niemand an uns herangetreten“, so Sprecherin Lara Matuschek auf TRAVELBOOK-Nachfrage. Der staatliche brasilianische  Flughafenbetreiber Infraero sagte zudem der „DPA“: „Infraero hat bisher keinerlei Nachfrage der Regierung Deutschlands oder der Botschaft erhalten.“

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Zuletzt war die „Landshut“ als Frachtflugzeug im Einsatz

Die „Landshut“ war 1970 in den Dienst der Lufthansa gestellt und im Oktober 1977 auf dem Weg von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main von palästinensischen Terroristen entführt und schließlich auf dem Flughafen von Mogadischu von der GSG9 gestürmt worden, wobei alle Passagiere gerettet werden konnten. 1985 wurde sie nach Amerika verkauft und war seitdem bis 2008 bei zahlreichen Gesellschaften weltweit im Einsatz, zuletzt als Frachtflugzeug.                    

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