Nur für Erwachsene

Kinderverbot! Riesen-Aufregung um diesen deutschen Campingplatz

Der „Campingplatz am Großen Wentowsee“ in Brandenburg wirbt explizit damit, nur Erwachsene aufzunehmen. TRAVELBOOK sprach mit Betreiberin Christiane Erdmann über ihr in Deutschland einzigartiges Konzept, das landesweit für Wirbel sorgt und sogar schon die Antidiskriminierungsstelle des Bundes auf den Plan gerufen hat.

Idyllische Lage direkt am Wasser, Natur pur und keinerlei Lärm, vor allem nicht von Kindern. Auf dem Campingplatz am Großen Wentowsee im Norden von Brandenburgs sind Erwachsene ganz unter sich – ein Konzept, das es so in Deutschlands bislang kein zweites Mal gibt. Bei den Gästen kommt es gut an, seit allerdings der Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) dort war und einen TV-Bericht über auf dem Campingplatz veröffentlichte, ist die Aufregung groß.

Betreiberin versteht die Aufregung nicht

Immer mehr Medien berichten über das „Kinderverbot“ auf dem Platz, auf den sozialen Netzwerken wird fleißig darüber diskutiert, und sogar eine Bundesbehörde sah sich genötigt, sich dazu zu äußern. Christiane Erdmann, die Betreiberin des Platzes, kann den ganzen Wirbel nicht nachvollziehen. „Mein Konzept richtet sich an eine Zielgruppe, und das sind nun mal Ruhe suchende Gäste“, sagt sie auf Nachfrage von TRAVELBOOK. „Es gibt fast 3000 Plätze in Deutschland für Familien mit Kindern, und jetzt eben auch einen für Erwachsene.“ 

Idylle am See – ganz ohne Kindergeschrei

Foto: Campingplatz am Großen Wentowsee

Als Christiane Erdmann den maroden Campingplatz vor vier Jahren bei einer Zwangsversteigerung erwarb, hatte sie von Anfang an die Idee, hieraus einen Platz ausschließlich für Jugendliche und Erwachsene machen. Wer nun meint, Erdmann lehne Kinder grundsätzlich ab, irrt. Die zweifache Mutter betont: „Weil ich Kinder über alles mag, kam es zu diesem Konzept!“

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„Die Gäste kommen gezielt wegen dieses Konzepts“

Es gebe viele Menschen die ein anstrengendes Leben führten und Beziehungen, die auseinandergingen, weil mit der Veränderung von einer Paarbeziehung in ein Familienleben oft die Zweisamkeit verloren gehe. „Oft ist das der Grund einer Trennung, und davon haben Kinder am allerwenigsten. Ich möchte mit diesem Platz Menschen die Möglichkeit geben, Energie aufzutanken und Kraft für ein entspanntes Miteinander in der Familie zu haben.“

Die Gäste des Erwachsenen-Campingplatzes scheinen begeistert. Es sei schön, dass man am Sonntag einfach mal ausschlafen können und nicht um 6 Uhr von Kindern geweckt werde, äußert sich etwa eine Camperin im Bericht des RBB. „Die Gäste kommen gezielt wegen dieses Konzepts“, sagt auch Eigentümerin Christiane Erdmann. Viele seien auch „Wiederholungstäter“, die im vergangenen Jahr nach der Eröffnung des Platzes da waren und in diesem Jahr wieder gebucht hätten. Im Netz fallen die Reaktionen auf das Kinderverbot sehr unterschiedlich aus – die Mehrheit scheint aber positiv gestimmt. Hier einige Kommentare von der Facebook-Seite des Campingplatz:

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Liegt ein Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz vor?

In anderen Ländern, etwa in Großbritannien, den Niederlanden oder Österreich, gibt es bereits Campingplätze, die ausschließlich Erwachsene aufnehmen. In Deutschland dagegen gab es schon häufiger Fälle, bei denen ein explizites Kinderverbot für Kritik sorgte. Vor Kurzem etwa sorgte ein Hotel in Bad Saarow, ebenfalls in Brandenburg, bei vielen für Unmut, weil es nur noch Gäste ab 16 Jahren beherbergt. Heftige Kritik musste 2012 auch ein Café im kinderreichen Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg einstecken, weil dessen Inhaber keine Kinderwagen hineinließ und den Eingang gar mit einem Betonpoller versperrte.

Im Fall des Campingplatzes am Großen Wentowsee stellt sich laut der Antidiskriminierungsstelle des Bundes die Frage, ob Kinder aufgrund ihres Alters benachteiligt werden und damit ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz vorliege. Die Bundesbehörde teilte auf Nachfrage von TRAVELBOOK mit: „Wenn Kinder pauschal ausgeschlossen werden, benachteiligt das ja auch die Eltern, die ein Hotel oder einen Campingplatz als Familie dann nicht besuchen können. Dann werden auch die Erwachsenen benachteiligt, und zwar wegen des Alters ihrer Kinder.“

Christiane Erdmann will an ihrem Konzept festhalten, vor allem wegen des positiven Feedbacks ihrer Gäste. „Die Nachfrage nach solchen Plätzen ist vorhanden“, sagt sie, das zeige auch die Diskussion in den Medien und sozialen Netzwerken. Wenn doch mal Familien mit Kindern kommen, die von ihrer Regelung nichts wissen, vermittelt sie diese an einen anderen Campingplatz weiter. „Wir arbeiten eng mit dem nahe gelegenen Naturcamping am Ellbogensee zusammen. Familien mit Kindern empfehlen wir dieses Kinderparadies.“

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