Benzinpreise sind gestiegen

Taxis in Ägypten werden teurer

Seit 2011 befindet sich Ägypten im Umbruch. Der neue Machthaber, Präsident Abdel-Fattah al-Sisi, möchte die Lage am Nil beruhigen. TRAVELBOOK informiert Sie über die aktuelle Lage in Ägypten.

Matthias Bannert Von Matthias Bannert

+++ Montag, 7. Juli: Taxifahren wird in Ägypten teurer +++

Wer sich in Kairo von A nach B bewegen will, nutzt dazu am besten ein Taxi. Das ist für viele eine vergleichsweise günstige und unkomplizierte Möglichkeit, sich durch den verrückten Verkehr der ägyptischen Hauptstadt zu bewegen. Die niedrigen Preise für das Taxi rühren vor allem daher, dass der Staat Energie, darunter fällt auch Gas, Strom und Benzin, stark subventioniert. Doch nun forderte Präsident Abdel-Fattah al-Sisi die Regierung auf, den defizitären Staatshaushalt zu entlasten. Kaum stiegen die Benzinkosten um bis zu 78 Prozent, streikten einige Minibusfahrer – und Taxifahrer erhöhten die Preise um 35 bis 50 Prozent. Dennoch ist davon auszugehen, dass Taxifahren auch in Zukunft günstig bleibt, da Benzin trotz der Preissteigerung weiter kräftig kräftig subventioniert wird.

+++ Al-Sisi bedauert Urteil gegen Journalisten +++

Präsident al-Sisi hat die harten Urteil gegen drei Journalisten des Fernsehsenders Al-Jazeerah bedauert. Sie hätten einen sehr schlechten Einfluss auf das Ansehen des Landes, sagte er. Er hätte sich gewünscht, dass es nie zu dem Prozess gekommen wäre. Offenbar ist al-Sisi um eine weitere Beruhigung der innenpolitischen Spannungen und ein besseres Image Ägyptens bemüht.

+++ Donnerstag, 3. Juli: Jahrestag des Sturzes von Präsident Mursi +++

Zum Jahrestag des Sturzes von Präsident Mohammed Mursi hat die amtierende Regierung die Sicherheitsmaßnahmen in Kairo massiv verstärkt. Damit sollen gewaltsame Demonstrationen von Unterstützern des Ex-Machthabers verhindert werden. Nach Angaben ägyptischer Medien kontrollieren Soldaten die Zufahrtsstraßen zur Hauptstadt. Auch die U-Bahn wird stärker überwacht, da sie in den vergangenen Wochen Ziel von Anschlägen war. Der Tahrir-Platz, wo  2011 der Umbruch im Land begann, wurde abgeriegelt.

Das ägyptische Militär hatte am 3. Juli 2013 den frei gewählten islamistischen Präsidenten Mursi abgesetzt. Zuvor hatte es tagelang Massenproteste gegen den Staatschef und seine Regierung gegeben.

+++ Mittwoch, 2. Juli: Neue Regeln sollen Besuch der Pyramiden von Gizeh sicherer machen +++

In den nächsten Tagen wird das berühmte Pyramiden-Plateau von Gizeh von Grund auf erneuert. Das haben Ägyptens Tourismus-Minister Hisham Zazou, der Gouverneur von Gizeh, Ali Abdel Rahman, und der neue Antikenminister Mamdouh El-Damaty beschlossen. In den vergangenen Wochen hatten die Politiker das Gelände um das letzte verbliebene antike Weltwunder mehrfach inspiziert.

Wichtigste Mission: Der Touri-Hotspot soll sicherer werden! Ziel ist es, Touristen vor aufdringlichen Verkäufer und sexueller Belästigung zu schützen. Dazu werden den Händlern und Kamelführern feste Plätze zugewiesen.

Laut der ägyptischen Zeitung „Ahram Online“ gehen die Pläne sogar noch weiter. Demnach sollen sich die fliegenden Händler nur in einer extra ausgewiesenen Zone vor dem Eingang des Pyramiden-Plateaus aufhalten dürfen. Außerdem sollen Schilder Touristen über die offiziellen Ticketgebühren informieren und auf Fixpreise bei den Reitausflügen hinweisen.

Damit hätte die bei westlichen Touristen so unbeliebte arabische Tradition des Feilschens zumindest in Gizeh ein Ende. Für die Einhaltung der neuen Regeln soll eine stärkere Präsenz der Touristenpolizei sorgen. Weiterhin sind neue Parkflächen geplant, eine Mauer soll schließlich das gesamte Gelände umgeben.

Der Tourguide Hamed Moustafa sagte gegenüber „The Cairo Post“: „Händler, die versuchen, den Touristen Postkarten und Souvenirs zu verkaufen, werden ihren Kunden gegenüber von Tag zu Tag aggressiver.” Er bestätigte außerdem, dass viele Urlauber sexuell belästigt oder gezwungen wurden, etwas zu kaufen.

+++ Dienstag, 10. Juni: Ist Ägyptens neuer Präsident al-Sisi gut oder schlecht für den Tourismus in Ägypten? +++

Man könnte meinen, die Ägypter haben nichts gelernt. Erst jagen sie ihren Präsidenten Husni Mubarak (86) aus dem Amt, nehmen dafür fast bürgerkriegsähnliche Zustände seit nun schon mehr als drei Jahren in Kauf – um letzten Endes wieder einen ehemaligen Militär zu wählen.

Die gute Nachricht: Abdel Fatah al-Sisi (59) wurde zwar mit 96,9 Prozent Zustimmung gewählt, was nach Wahlbetrug riecht, aber es verdichten sich die Anzeichen, dass die Wahl wohl doch ganz normal abgelaufen ist. Ägypten selbst hatte 190 Wahlbeobachter der OSZE angefordert. Nach Einschätzung der 150 europäischen Beobachter verlief die Wahl demokratisch und frei. Dennoch: Viele Ägypter, allen voran die Muslimbrüder, haben die Wahl boykottiert, wofür auch die verhältnismäßig niedrige Wahlbeteiligung von 47 Prozent spricht. Zudem stand mit dem Linken Hamdien Sabahi nur ein Gegenkandidat zur Wahl.

Was bedeutet die Präsidentenwahl für den Tourismus?
„Ob al-Sisi die gewaltigen Aufgaben, die vor ihm stehen, tatsächlich alle schultern kann, ist bisher ungewiss. Viele Ägypter sind aber davon überzeugt“, schreibt der Buchautor Peter Kaspar auf seinem Blog. „Für sie ist er ein Heilsbringer, dem eine Welle der Begeisterung entgegenschlägt.“

Traditionell lag die Macht am Nil schon immer in den Händen des Militärs. Das Volk steht hinter dem neuen Präsidenten, Terroristen verüben jedoch weiter Anschläge – allerdings nur auf Armee und Sicherheitseinrichtungen.

Was bedeutet die Wahl für Ägypten-Touristen?

In Grenzgebieten und bei Überlandfahrten auf dem Sinai drohe die Gefahr von Entführungen. Dagegen sei die Lage in den Tourismuszentren am Mittelmeer und am Roten Meer nach wie vor unproblematisch, heißt es in einem aktuellen Bericht der Deutsch-Arabischen Industrie- und Handelskammer (DAIH).

In der Hauptstadt Kairo komme es hin und wieder zu Demonstrationen. So lange man sich von diesen fernhalte, drohe keine Gefahr.

„Als sicher gelten weiterhin die Badeorte auf der afrikanischen Festlandseite des Roten Meers (Hurghada, Marsa Alam etc.), Kairo, Alexandria, die Region entlang des Nils zwischen Luxor und Assuan inklusive diese beiden Städte, Ausflüge zum Tempel von Abu Simbel sowie die Mittelmeerküste zwischen Alexandria und Marsa Matrouh“, schreibt die DAIH.

Nach den Präsidentschaftswahlen, bei denen ein eindeutiger Sieger hervorgegangen ist, könnte sich die Lage in Ägypten nun endlich stabilisieren. Da der Tourismus für das Land ein entscheidender Wirtschaftsfaktor ist, wird auch der neue Präsident Interesse haben, das Land für Urlauber sicher und damit wieder interessant zu machen.

Da Touristen wohl erst zögerlich an den Nil zurückkehren werden, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um einen Urlaub in Ägypten zu buchen – lange Warteschlangen an den Museen und Pyramiden sind zumindest im Moment nicht zu erwarten.

+++ Montag, 24. März: Sicherheitsvorkehrungen im Badeort Sharm El-Sheikh erhöht +++

Wegen der erneuten Krise soll Ägypten laut einer neuen Statistik einen Rückgang von 28 Prozent bei den Touristen-Zahlen verzeichnen – und das obwohl das Land am Nil ein beliebtes Winter-Reiseziel ist. Die ägyptische Tageszeitung „Al Ahram“ berichtet, dass der Rückgang bei den europäischen Besuchern schon 24 Prozent beträgt – bei den Asiaten gingen die Besucher sogar um 42 Prozent zurück.

Nun wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Badeort Sharm El-Sheikh erhöht, um die Urlaubs-Resorts vor Terror zu schützen. Soldaten bewachen den Flughafen und haben diverse Checkpoints errichtet, auch auf dem Sinai. Die Polizei überprüft routinemäßig Fahrzeuge.

Touristen können allerdings weiterhin Ausflüge nach Kairo, Luxor und Alexandria unternehmen. Allerdings sind sie angehalten, die verschiedenen Demonstrationen zu meiden.


+++ Freitag, 14. März: Schon wieder ein Terror-Anschlag – diesmal in Kairo +++

Das Land am Nil kommt einfach nicht zur Ruhe. Bei einem Anschlag auf einen Bus der ägyptischen Armee in Kairo ist nach Angaben des Militärs am gestrigen Donnerstag mindestens ein Offizier getötet worden. Maskierte Bewaffnete hätten das Feuer auf das Fahrzeug eröffnet. Dabei seien ein Offizier getötet und drei weitere Soldaten verletzt worden. Laut Armee sei die islamistische Muslimbruderschaft für den Anschlag verantwortlich.

+++ Dienstag, 4. März: Deutsche weigern sich, Ägypten zu verlassen +++

Zwar wollen Reiseveranstalter ihre Gäste vom Sinai runterholen, doch laut ägyptischer Tageszeitungen weigern sich circa 850 Deutsche, das Land zu verlassen. Stattdessen unterschrieben sie, dass sie auf eigene Verantwortung bleiben wollen.

Jürgen Büchy vom Deutsche Reiseverband schätze für das Jahr 2014 ein, dass sich die Nachfrage nach Ägypten- und Thailand-Reisen schleppend entwickelt. Grund dafür sind die politischen Unruhen.

Unterdessen hat heute ein Gericht in Kairo die  palästinensische Hamas-Bewegung in Ägypten verboten. Es sei  angeordnet worden, das Vermögen der radikalislamischen Organisation zu beschlagnahmen. Die mit der ägyptischen Muslimbrüderschaft verbündeten Gruppe wird beschuldigt, für die Anschläge in Ägypten verantwortlich zu sein.

+++ Freitag, 28. Februar: Phoenix Reisen cancelt Flusskreuzfahrten zwischen Kairo und Assuan +++

Deutsche Reiseveranstalter nehmen nicht nur vom Sinai Abstand, nun stehen auch Nilkreuzfahrten auf der Kippe. Phoenix Reisen sagt alle langen Schiffsreisen  von Kairo nach Assuan bis Ende März ab. „Die rund 150 Gäste, die eine entsprechende Reise gebucht hatten, haben wir bereits informiert. Sie konnten kostenlos umbuchen oder stornieren”, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. 

Der Grund soll eine schon länger bestehende Empfehlung des Auswärtigen Amtes sein, von Reisen zwischen Kairo und Luxor abzusehen. Aber: Von der Regelung seien allerdings nicht Fahrten zwischen Luxor und Assuan betroffen.

Auch Air Berlin setzt bis 30. April sämtliche Flüge nach Scharm el Scheich aus. Bereits gebuchte Flüge können die Gäste nach Hurghada umbuchen oder stornieren, teilte die Airline mit.

+++ Freitag, 28. Februar: Deutsche Veranstalter holen Urlauber aus dem Sinai zurück +++

Nervosität auf dem Sinai: Nach dem mutmaßlichen Selbstmordanschlag auf einen Reisebus vor zwei Wochen hat das Auswärtige Amt eine verschärfte Reisewarnung für den gesamten Sinai ausgesprochen. Nun haben deutsche Reiseveranstalter begonnen, Urlauber aus den dortigen ägyptischen Badeorten zurückzuholen.

Das Auswärtige Amt rät ausdrücklich von allen Reisen auf den Sinai ab. Bislang galt die Warnung nur für Reisen ins ägyptisch-israelische Grenzgebiet sowie in den Nordsinai. Der neue Hinweis gilt nun für die gesamte Halbinsel und damit auch für die Badeorte im Süden, die bislang als sicher galten.

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Wussten Sie, dass...

... das Niltal mit 1000 Menschen pro Quadratkilometer so dicht bevölkert ist wie kaum eine andere Weltregion?


... der Tempel von Karnak über einen Zeitraum von 1500 Jahren erbaut wurde? Das mit 5600 Quadratmeter größte Heiligtum der antiken Welt ist mit einem drei Kilometer langen Uferweg mit dem Tempel von Luxor verbunden.


... das Ägyptische Museum in Kairo mit 136.000 Ausstellungsstücken aus der Zeit der Pharaonen aufwarten kann? Weitere 40.000 Artefakte warten noch darauf, aus den dunklen Kellerräumen zu kommen.


Bloss nicht...

... sich in den Tempelanlagen von Karnak oder Luxor von einem der vielen dort wartenden „Fremdenführer“ beschwatzen lassen. Für ein paar belanglose Erklärungen zu den Altertümern erwarten die Männer ein saftiges Trinkgeld.

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