Strafkolonie „Île du Diable“ in Französisch-Guayana

Die grausige Geschichte der Teufelsinsel

Von 1852 bis 1946 war die Paradiesinsel Île du Diable vor der Küste Französisch-Guayanas ein Vorhof zur Hölle: Unter der Herrschaft des grausamen Neffens von Napoleon Bonaparte wurden Verbrecher und politische Rebellen hier gefoltert und gezwungen unter den menschenunwürdigsten Bedingungen zu arbeiten. Innerhalb des ersten Jahres der Gefangenschaft starb fast die Hälfte der Sträflinge.

Das kleine Eiland gehört zu Französisch-Guayana, ein Überseedépartement Frankreichs. Von 1852 bis 1946 mussten die Gefangenen dort aneinander gefesselt Zwangsarbeit verrichten.

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Rund 80.000 Gefangene lebten  auf der Insel

Kaiser Napoleon III., der Neffe Napoleon Bonapartes, hatte im Jahr der Gründung der Strafkolonie die Kaiserherrschaft gewaltsam mit einem Staatsstreich an sich gerissen. Viele Republikaner und Intellektuelle mussten das Land verlassen. Diejenigen, die das nicht rechtzeitig schafften, wurden unter Anklage des Landesverrates nach „Devil's Island“ verbannt, wie die Insel im Englischen bezeichnet wird. 

Neben den Mördern und Vergewaltigern, die in den Baracken der Kolonie lebten, befanden sich also auch unschuldige Männer, die nichts anderes getan hatten, als für die politischen Überzeugungen der französischen Revolution einzustehen. Etwa 80.000 Gefangene wurden auf die „Île du Diable“ gebracht, wovon ein großer Teil auf der Insel umkam.  

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Leben wie ein Sklave

Eine Insel im türkisfarbenen Ozean, die von Palmen überwuchert ist: Was eigentlich ein Paradies sein könnte, war für die Franzosen, die dort gefangen waren, die Hölle.

Foto: Getty Images

Auf der Teufelsinsel erwartete die Gefangenen ein Leben ohne wirklichen Schlaf, ohne richtiges Essen, ein Leben in Fesseln und ständiger Erniedrigung. Sobald ein Häftling das Ufer der Teufelsinsel betrat, wurde ihm sein Name weggenommen, stattdessen erhielt er eine Nummer. Für die Wärter war er nur noch ein seelenloser Zwangsarbeiter. Jeder Inhaftierte musste pro Tag 10 bis 12 Stunden in Ketten gelegt arbeiten. Fast wie zum Spott erhielt er dafür einen Lohn von 10 bis 15 Centimes, die er wiederum bezahlen musste, um sich verdorbenes Essen und ein Glas billigen Wein zu kaufen.

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Die extrem harte Arbeit, das schlechte Essen, tropische Krankheiten und die ständige Misshandlung durch die Wärter brachten schon im ersten Jahr der Strafkolonie fast die Hälfte der Gefangenen um: 40 Prozent sollen an den Folgen von Hunger, Überanstrengung und unbehandelten Krankheiten gestorben sein. Die wenigen, die eine Flucht von der Insel wagten und es durch den dichten Urwald an die Küste schafften, ertranken beim Versuch, die Strafkolonie schwimmend zu verlassen, oder wurden von den Haien gefressen, die zu großer Anzahl vor der Teufelsinsel schwommen.

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Fast die Hälfte der Sträflinge auf der Teufelsinsel überlebte die Qualen der Gefangenschaft nicht

Foto: Getty Images

Grausame Strafen

Ironischerweise gehörte die Teufelsinsel zu der Inselgruppe Îles du Salut, was auf Deutsch so viel wie die „Inseln des Heils“ bedeutet. Auf dem Nachbareiland von Devil's Island, der Île Saint-Joseph, wurden Gefangene nach gescheiterten Fluchtversuchen oder Widerstand gegen die Wärter zur Strafe in Isolationshaft gesperrt. Dort wurden sie manchmal 6 Monate am Stück in eine winzige Zelle ohne Licht gefangen gehalten.

In der Nationalbibliothek von Australien gibt es Zeitungsartikel aus dem 19. und dem 20. Jahrhundert, in denen Überlebende auch von anderen grausamen Strafen berichten: Wer sich wiederholt den Wärtern widersetzt habe, der sei in den Dschungel gezerrt und an einen Baum festgebunden worden. Dort sei der Wehrlose meist qualvoll verdurstet und den Angriffen der Tiere und Insekten des Urwalds ausgesetzt gewesen.

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Hier wurde Alfred Dreyfus festgehalten

Foto: Getty Images

1946 wurde die Strafkolonie aufgelöst

Erst durch die sogennante Dreyfus-Affäre Ende des 19. Jahrhunderts wurden nach und nach die unmenschlichen Bedingungen auf der Teufelsinsel bekannt: Alfred Dreyfus, ein Artillerie-General war nach falschen Anschuldigungen auf die Teufelsinsel verbannt worden.

Erst durch den Widerstand und die Aufdeckungen des berühmten französischen Schriftstellers und Journalisten Émile Zola wurde seine Haft schließlich beendet. Dreyfus und andere Zeugen berichteten von den Grausamkeiten der Strafkolonie. Aufgelöst wurde sie dennoch erst 1946, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Heute gehören die Heilsinseln und Französisch-Guayana immer noch zum Staatsgebiet von Frankreich. Die Ruinen der Strafkolonie sind für Touristen zugänglich.

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