El Peñon de Guatapé

Kolumbiens bizarrer Streit um diesen Felsen

In Kolumbien streiten sich zwei Dörfer um die Besitzrechte an einem bizarren, Millionen Jahre alten Felsen. Beide Kommunen beanspruchen ihn seit Jahren für sich, dabei ist die Region touristisch eher unerschlossen. TRAVELBOOK über Südamerikas wohl verrücktesten Streit.

Von Robin Hartmann

Knapp 200 Meter hoch, Millionen Jahre alt und mehrere Millionen Tonnen schwer – so steht in der Gegend zwischen den kolumbianischen Dörfern Guatapé und El Peñol seit Urzeiten ein Felsen, den die Einheimischen nur „El Peñon de Guatapé“ nennen – übersetzt etwa „Der Stein von Guatapé“. Doch während der Name eigentlich auf eine klare Zuordnung hindeutet, schwelt um den Felsen seit Jahren ein bizarrer Streit zwischen den beiden Kommunen.

Schwindelerregender Aufstieg: Über hunderte Stufen kann man im Zick-Zack den Peñon de Guatapé erklimmen. Oben wartet eine Art Touristenzentrum.

Foto: Getty Images

Denn obwohl die Gegend um den „Peñon de Guatapé“ touristisch gesehen nicht wirklich erschlossen ist, und somit auch wenige Urlauber hierher kommen, beanspruchen sowohl Guatapé als auch El Peñol den Felsen für sich. Er ist aber auch ein beeindruckender Anblick, denn über eine gewundene Treppe führen Hunderte Stufen im Zick-Zack auf seinen „Gipfel“ – auf dem zudem noch eine Art Touristenzentrum thront, komplett mit Aussichtsplattform und der Möglichkeit, sich mit Essen und Getränken zu versorgen.

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In den 1950er Jahren wurde der Felsen laut der Webseite „News.com“ zum ersten Mal erklommen und erhitzt seitdem die Gemüter der beiden benachbarten Kommunen. Der Streit ging sogar soweit, dass unbekannte Sympathisanten von Guatapé versuchten, den Namen ihrer Stadt in riesigen weißen Lettern auf den Felsen zu pinseln. Heute ist von der Aktion aber nicht mehr als ein „G“ und ein „I“ zu sehen, dass eigentlich ein „U“ war – die Bewohner von El Peñol bemerkten nämlich bald das Graffito ihrer Nachbarn und tilgten die meiste Farbe umgehend.

Atemberaubender Ausblick: Auf dem „Gipfel“ des Felsens schaut man auf die wunderschöne umliegende Seenlandschaft

Foto: Getty Images

Der Felsen ist übrigens schon seit Ewigkeiten ein echtes Kultobjekt, wurde er doch auch von den damals in der Region ansässigen Ureinwohnern, den Tahamies-Indianern, verehrt. Wer den „Peñon de Guatapé“ gerne auf seiner Kolumbien-Reise besuchen möchte, kann das bequem aus dem etwa zwei Stunden entfernten Medellín tun – die Stadt bietet sogar geführte Touren auf Ihrer Webseite an. Der Aufstieg auf den Felsen lohnt sich übrigens, denn oben erwartet Besucher eine atemberaubende Aussicht über die umliegende Seenlandschaft.

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