Jährliche Liste von „Ethical Traveler“

Die 10 politisch korrektesten Reiseziele der Welt

Schöne Strände, gutes Essen, ein schickes Hotel – das reicht manchen Urlaubern schon. Andere achten bei der Wahl ihres Reiseziels aber auch auf gewisse Standards in Sachen Menschenrechte, Umwelt- und Tierschutz. Die gemeinnützige Organisation „Ethical Traveler“ hat auch in diesem Jahr eine Liste mit den zehn ethischsten Reisezielen der Welt erstellt – dabei handelt es sich ausschließlich um als Entwicklungsländer eingestufte Staaten.

Auf ausgetretenen Pfaden die Welt erkunden? Für viele Reisende kommt das nicht infrage. Sie wollen hinter das schauen, was jeder Urlauber zu Gesicht bekommt. Ihre Ziele sind deshalb häufig auch Entwicklungsländer, also jene Länder, die im Vergleich zu den wohlhabenderen Staaten in einigen Bereichen Defizite aufweisen. Oft sind solche Länder touristisch noch relativ wenig erschlossen, was einen zusätzlichen Reiz für Reisende darstellt, schließlich ist die Lebensweise dort vielerorts noch sehr traditionell, und das Land bietet teils noch unberührte Natur und geheime Orte, die kaum ein Tourist bislang gesehen hat.

Doch in welche Entwicklungsländer kann man mit gutem Gewissen reisen? Schließlich gibt es nicht nur die schöne, unberührte Seite, die Reisende sehen. Denn in vielen dieser Länder werden Menschenrechte verletzt, und ein Schutz von Umwelt und Tieren findet nicht oder nur kaum statt.

Eine Orientierung für alle Urlauber ist eine Liste, welche die Non-Profit-Organisation „Ethic Traveler“ jährlich veröffentlicht. Dabei gibt es nicht das politisch korrekte Ziel schlechthin, sondern vielmehr eine nicht in Form eines Rankings aufbereitete Auswahl der zehn ethischsten Reiseziele 2016. Einige waren bereits in der Liste von 2015 aufgeführt.

Die Liste der 10 ethischsten Länder 2016 (in alphabetischer Reihenfolge)

  • Kapverden* (Afrika)
  • Dominica* (Kleine Antillen, Karibik)
  • Grenada (Kleine Antillen, Karibik)
  • Mikronesien (Westpazifik)
  • Mongolei (Asien)
  • Panama (Mittelamerika)
  • Samoa* (Südwestpazifik)
  • Tonga* (Südpazifik)
  • Tuvalu (Südwestpazifik)
  • Uruguay* (Südamerika)

(Die mit Sternchen markierten Länder waren schon 2015 unter den Top 10 vertreten.)

Auch der Inselstaat Dominica in der östlichen Karibik hat es in die Liste der moralischen Reiseziele geschafft

Foto: Getty Images

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So wird bewertet

Für die Liste untersucht Ethical Traveler jährlich Entwicklungsländer und prüft, inwieweit sich diese als Reise- und Tourismusland eignen. Heißt: Sie sollten eindrucksvolle Landschaften, gute Outdoor-Aktivitäten und bereichernden Kontakt zu Einheimischen bieten. Dann werden die Staaten hinsichtlich vier Kriterien unter die Lupe genommen: Umweltschutz, Sozialfürsorge, Umgang mit Menschenrechten und Tierschutz. Und zwar über mehrere Jahre, um einen Eindruck zu bekommen, was etwa in Sachen Umweltschutz geplant und auch erfolgreich umgesetzt wurde. Als Grundlage der Bewertung dienen unter anderem Daten von Quellen wie der Non-Profi-Organisation Freedom House, Reporter ohne Grenzen, dem Kinderhilfswerk Unicef und der Weltbank.

Rund zwei Dutzend Staaten kommen in die engere Auswahl. Dann wird untersucht, welche Fortschritte die jeweiligen Länder im vergangenen Jahr gezeigt haben. Um am Ende die zehn Länder zu identifizieren, die es in die Liste schaffen, wird auch gezielt Kontakt zu Bürgerrechtlern des Landes aufgenommen, mit Reisenden, die vor Ort waren, gesprochen, oder die Presse analysiert.

Ein kleines Bauernhaus in den Bergen von Santo Antão, die zweitgrößte der Kapverdischen Inseln vor der afrikanischen Westküste

Foto: Getty Images

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Kritik an Uruguay und Mongolei

Mit der Liste möchte „Ethical Traveler“ Urlauber inspirieren, Länder zu besuchen – und damit zu unterstützen –, die ethisch korrekt sind, wobei dies natürlich immer Definitionssache ist. Im vergangenen Jahr wurde etwa Chile unter die Top 10 der moralischen Ziele gewählt, was Kritik nach sich zog, da Proteste der indigenen Bevölkerung und von Studenten zum Teil gewaltsam unterdrückt werden.

In diesem Jahr könnte man die Wahl erneut skeptisch betrachten – im Blickfeld: die Mongolei und Uruguay. So schreibt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in ihrem Jahresbericht 2015 über die Mongolei: „Folter und andere Misshandlungen in Polizeigewahrsam waren nach wie vor weit verbreitet. In städtischen Gebieten fanden rechtswidrige Zwangsräumungen statt. In Fällen von Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Behinderung wurden Verantwortliche so gut wie nie zur Rechenschaft gezogen. Asylsuchende wurden in Länder zurückgeführt, in denen sie dem Risiko schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt waren. Die Mongolei verstieß damit gegen das Prinzip des Non-Refoulement (Abschiebungsverbot).“

Im Detail bedeutet das: Angehörige ethnischer Minderheiten werden laut der Organisation diskriminiert, genau so wie auf dem Land lebende Frauen, Homosexuelle, Trans- oder Intersexuelle. Und auch die „rechtliche Definition von Vergewaltigung bezog sich nicht auf Männer und Jungen, sodass männliche Vergewaltigungsopfer besondere Schwierigkeiten hatten, eine angemessene ärztliche Behandlung und ihr Recht zu bekommen sowie Wiedergutmachung und Entschädigung zu erhalten“, heißt es im Report weiter.

In Uruguay sind es unter anderem die Haftbedingungen und die Rechte von Homosexuellen, Trans- und Intersexuellen, die in puncto Menschenrecht Fragen aufwerfen. Zudem heißt es im Jahresbericht 2015 von Amnesty International, dass zwei Drittel der Inhaftierten in uruguayischen Gefängnissen noch kein Gerichtsverfahren erhalten haben sollen (Stand Mai 2014). Und auch „die medizinische Versorgung der Häftlinge, die Versorgung mit Wasser sowie die sanitären Einrichtungen und die Belüftung der Zellen boten Anlass zur Kritik.“

Wer also mit wirklich gutem Gewissen reisen will, sollte sich nicht nur auf diese eine Auswertung verlassen, sondern mehrere Quellen zu Rate ziehen.

Wunderschöne Landschaft in Lavalleja, eines der insgesamt 19 Departamentos, in die Uruguay gegliedert ist

Foto: Getty Images

Welche der zehn Länder und Inselstaaten haben Sie schon bereist? Und über welche positiven wie auch negativen Erfahrungen können Sie berichten? Schreiben Sie uns unten im Kommentarfeld!

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