Die Prognosen von Zukunftsforschern

So reisen wir in 100 Jahren!

Selbstfliegende Fahrstühle, eine Tagestour auf den Mond, in einer Blase um die Welt schweben – der Fantasie, wie das Reisen in der Zukunft wohl aussehen wird, sind kaum Grenzen gesetzt. Doch wie wird sich unser Reiseverhalten durch technischen Fortschritt und neue Errungenschaften tatsächlich verändern?

Von Louisa Wittek

Vor 100 Jahren reiste man mit der Kutsche, im Zug, manchmal auch mit dem Schiff. Autos gab es zwar schon länger, aber besonders schnell waren diese damals noch nicht, geschweige denn konnte sich jeder eines leisten. Deshalb reisten nur wenige Menschen sehr weit, die Wege waren zu beschwerlich. Erholung wurde eher in der nahen Umgebung gesucht.

Wenn man fremde Kulturen kennenlernen wollte, machte man sich selten auf den Weg zu ihnen, sondern holte sie eher zu sich. Asiatische, afrikanische und indianische Stämme wurden in sogenannten Völkerschauen noch vor etwa 100 Jahren präsentiert – ein trauriges Schauspiel, das heute, zum Glück, nicht mehr vorstellbar ist.

Wer heute in andere Länder reisen möchte, setzt sich einfach ins Flugzeug; in luxuriös ausgestatteten Kreuzfahrtschiffen schippern wir über die Weltmeere, und die ersten Weltraumtouristen waren schon im All. Doch wenn sich das Reisen in den letzten 100 Jahren schon so sehr verändert hat, wie sieht es dann in den kommenden 100 Jahren aus? TRAVELBOOK hat zwei Experten gefragt, wie wir im Jahr 2117 wohl reisen werden: zum einen den Zukunftsforscher Prof. Dr. Ulrich Reinhardt, zum anderen die DGLR, die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt.

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Beamen bleibt ein Traum

Sich wie in Science-Fiction-Filmen an andere Orte zu beamen bleibt leider weiterhin unwahrscheinlich, sagt Prof. Dr. Ulrich Reinhardt, der die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen leitet und eine Professur für Empirische Zukunftsforschung am Fachbereich Wirtschaft der FH Westküste in Heide hält. Doch dafür kann es Reinhardt zufolge möglich sein, dass man schon in 20 bis 30 Jahren Lebensmittel und andere Produkte ganz einfach drucken kann.

Immer beliebter werden ohnehin wohl nahe gelegene Reiseziele. Die nähere Umgebung bietet ein bequemes und unkompliziertes Reiseerlebnis, bei dem es hauptsächlich um Erholung geht. „Dies liegt unter anderem an der zukünftig größten Zielgruppe der Reisebranche, den Senioren. Ihre Bedürfnisse werden die Reiselandschaft prägen“, sagt Reinhardt.

Senioren und ihre Bedürfnisse werden immer wichtiger für die Reisebranche

Foto: Getty Images

Virtuelles Reisen

Die Welt bereisen und sich dabei nicht aus seinem Lieblingssessel bewegen? Möglich ist das schon heute dank Virtual Reality, etwa mit speziellen 360-Grad-Brillen, die bereits Einzug auch in die Reisebranche gehalten haben. Darüber, ob virtuelles Reisen nun etwas Gutes oder Schlechtes ist, lässt sich streiten. Doch die Vorstellung, mal schnell für ein oder zwei Stunden nach Hawaii zu reisen, gefällt wohl den meisten. „“, glaubt Prof. Dr. Reinhardt. Faszinierend ist, neben dem Reisen an beliebte Orte, auch die Vorstellung, an fiktive Orte und in erfundene Welten zu reisen. Vielleicht kann man sich seinen Lieblings-Urlaubsort irgendwann sogar selbst designen. Den Möglichkeiten des virtuellen Reisens sind kaum Grenzen gesetzt.

Virtuelles Reisen könnte in ferner Zukunft fester Bestandteil unseres Alltags sein

Foto: Getty Images

Reisen ins All

Weltraumtourismus sieht Prof. Dr. Ulrich Reinhardt auch in 100 Jahren nicht allzu populär werden. Die Kosten werden für Normalverdiener weiterhin zu hoch bleiben, als dass diese Reiseart massentauglich wird. Zudem muss man sich die Frage nach der Attraktivität des Weltraumtourismus stellen: Es klingt zwar faszinierend, einmal die Erde vom All aus betrachten zu können, doch der Mangel an Bewegungsfreiheit, Privatsphäre und Komfort werden die meisten von einer solchen Reise abhalten.

Die DGLR, die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt, zweifelt ebenfalls daran, dass sich Weltraumtourismus in 100 Jahren durchgesetzt haben wird. Ein kleines Space Hotel sei durchaus denkbar, werde aber erstmal den eher gut betuchten Touristen vorbehalten bleiben, sagte die DGLR zu TRAVELBOOK.

Auch Reisen auf den Mond, oder vielleicht sogar auf den Mars, sind der DGLR zufolge potenziell machbar, jedoch gebe es noch keine Transportmittel, um viele Menschen oder viele Materialien ins All zu transportieren. „Jetzt ist es vielleicht noch Science Fiction, aber wie das in 30 oder 50 Jahren aussieht, kann heute niemand sagen.“ Weltraumtourismus sei aber keine Frage der technischen Machbarkeit, sondern vielmehr der finanziellen Mittel.

Das Weltall könnte irgendwann ein beliebtes Reiseziel werden

Foto: Getty Images

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Unterwassertourismus

Die Unterwasserwelt ist vielerorts noch gar nicht erforscht und daher auch für den Tourismus ein spannendes Feld. Viele Menschen sind von der Tiefsee und dem farbenfrohen, teilweise skurrilen Leben unter Wasser fasziniert. Tage- oder wochenlang die Meere erkunden, während man durch einen Glasboden die Fische beobachten kann und selbst dabei im Pool liegt – das klingt nach einem Urlaub, den fast jeder genießen würde. Die Unterwasserwelt bietet viele Möglichkeiten, so könnte man etwa aus einem U-Boot-Hotel heraus tauchen gehen, in einem Wellnessschiff die Ruhe der Meere genießen oder in einem kleinen U-Boot zusammen mit Walen und Delfinen schwimmen. Prof. Dr. Ulrich Reinhardt könnte sich vorstellen, dass schon Ende dieses Jahrhunderts Unterwasserkreuzfahrtschiffe durch die Meere fahren.

Vielleicht bald möglich: Wale aus einem Unterwasser-Kreuzfahrtschiff beobachten

Foto: Getty Images

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Klimawandel verändert das Reiseverhalten

Der Zukunftsforscher gibt zu bedenken, dass viele heutige Traumziele in nicht allzu ferner Zukunft durch den Klimawandel verschwinden werden und sich die gesamte Einstellung zu Urlaubsorten verändern wird. , sagt Reinhardt.

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Und wie sieht die persönliche Traumvorstellung eines Zukunftsforschers zum Reisen in 100 Jahren aus? „Persönlich halte ich es mit Fontane: 'Ein gutes Buch, ein paar Freunde, eine Schlafstelle und keine Zahnschmerzen'“, sagt Reinhardt zu TRAVELBOOK. „Ansonsten hoffe ich auf künstliche Ferienparadiese, die es schaffen, authentisch zu wirken und auf die individuellen Bedürfnisse der Gäste einzugehen.“

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