Das gefährlichste Hostel der Welt

Hier zu übernachten, bedeutet Lebensgefahr!

Der Frying Pan Tower ist eine verlassene Leuchtturmstation mitten im Nirgendwo des Atlantiks, bis zur nächsten Küste sind es mehr als 50 Kilometer. Mutige können auf der Plattform übernachten – aber, so warnt selbst der Eigentümer, es lauern überall Gefahren...

Was auf der offiziellen Webseite des Frying Pan Tower (z. Dt. „Bratpfannen-Turm“) nachzulesen ist, klingt nach einem absoluten Traumurlaub für Abenteurer. Die Plattform steht mitten im Atlantik, etwa 55 Kilometer von der Küste von North Carolina entfernt, umgeben von nichts als Meerwasser. Der Aufenthalt ist nicht billig, für zwei Nächte zahlt man pro Person 530 Euro, und der Transport zum Turm ist nicht inbegriffen – entweder man kommt mit dem eigenen Boot oder, so die Empfehlung der Betreiber, man chartert ein Zubringerboot oder einen Helikopter, was nochmal um die 1000 Euro kosten würde.

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Die alte Leuchtturmstation sieht hier im Licht des Sonnenuntergangs harmloser aus, als sie ist.

Foto: Richard Neil

Man muss also schon ein wenig Geld übrig haben, wenn man auf dem Frying Pan Tower übernachten möchte. Wer jetzt allerdings erwartet, Luxussuiten, Pool und ein Spa auf der Plattform vorzufinden, liegt gewaltig daneben: Die Ausstattung ist im Gegenteil sehr einfach, es gibt insgesamt acht Zimmer mit Einzelbetten darin, Dusche, WC und Küche müssen mit anderen Gästen geteilt werden. Immerhin sind warmes Wasser, Strom und inzwischen sogar Internet vorhanden.

Der US-Amerikaner Richard Neil, dem der Turm gehört, hat bewusst vieles an der Ausstattung so gelassen, wie es einst war. Die 25 Meter über dem Meeresspiegel auf Stahlstelzen gebaute Plattform war früher eine Leuchtturmstation der US-Küstenwache, wurde aber mit der Einführung von GPS und Radarsystemen irgendwann überflüssig und stand seit 2004 leer. Neil ersteigerte die stark mitgenommene Station im Jahr 2010 für umgerechnet rund 75.000 Euro und begann, sie nach und nach zu restaurieren – unter anderem mit den Einnahmen von Gästen.

Eigentümer Richard Neil vor dem Frying Pan Tower, den er 2010 für einen Spottpreis ersteigert hat

Foto: Richard Neil

Gefährliches Abenteuer

Das fragile Bauwerk steht mitten in der Hurricane Alley, wird regelmäßig von heftigen Stürmen durchgeschüttelt. Noch dazu liegt es am südlichen Ende des berüchtigten „Friedhofs des Atlantiks“ – das Gebiet heißt so, weil hier schon Tausende Seeleute aufgrund dichten Nebels ihre Leben ließen und am Meeresgrund zahlreiche Schiffswracks liegen. Ein Aufenthalt auf dem Frying Pan Tower ist aber nicht nur deshalb ein echtes Abenteuer.

Das folgende Video zeigt einen Hubschrauberflug zur Location:

Wer dort einchecken will, muss laut Webseite fit und gesund sein, Kinder unter zehn Jahren dürfen nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der Eltern mit und müssen selbst in der Lage sein, Sicherheitsanweisungen zu verstehen und auch zu befolgen. Zudem muss jeder Gast vorab zwingend eine Einverständniserklärung unterzeichnen, in der er alle Risiken, die mit seinem Aufenthalt auf dem Frying Pan Tower verbunden sind, anerkennt und die Haftung dafür selbst übernimmt.

, sagt Eigentümer Richard Neil auf Nachfrage von TRAVELBOOK. Mit dem Helikopter sei es sicherer, aber wenn es ein Problem gebe, würde dieser natürlich auch ins Wasser stürzen. Aber auch, wer es bis auf den Frying Pan Tower geschafft hat, ist nicht sicher vor Gefahren: „Man muss höllisch aufpassen, nicht runterzufallen oder sich am offenen Stahl zu verletzten, der jede Menge Rost angesetzt hat“, sagt Neil.

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So sieht es aus, wenn man mit dem Boot auf den Turm zufährt

Foto: Richard Neil

Auf der Webseite werden interessierte Gäste zudem vor „Bleifarbe, Asbest und unbekannter toxischer Materialien“ gewarnt. Es drohe das Risiko „schwerer Verletzungen, des Todes und/oder Sachschäden“. Dazu komme ein „möglicher Mangel an Trinkwasser, Strom“ sowie ein „Mangel an Sicherheitseinrichtungen.“ Noch dazu ist der Ozean rund um den Frying Pan Tower voller Haie – ins Wasser fallen ist also gar keine gute Idee.

Bisher sei zum Glück noch nichts Schlimmeres passiert, erklärt Richard Neil. Vor ungefähr einem Jahr habe es aber mal einen sehr plötzlichen Wetterumschwung gegeben: „Da wurde aus einem tropischen Sturm ein Hurrikan der Kategorie 2! Ich war grade mit einem freiwilligen Helfer und drei meiner vier Kinder dort. Glücklicherweise hielt der Turm, und außer einem zerborstenen Fenster gab es keine weiteren Schäden.“

Ganz alleine sind die Gäste auf der abgeschiedenen und teils baufälligen Plattform allerdings nicht. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiter sind immer dabei, kümmern sich um die Sicherheit und um die Betreibung der Anlagen. Das Frühstück ist inbegriffen, kochen (und hinterher Abwaschen) müssen die Besucher aber selbst, einfaches Essen hierfür steht bereit. Auf Wunsch kann man auch einen Chefkoch ordern – gegen Aufpreis natürlich. Das Abenteuer auf dem Tower sei wie ein Mix aus Camping und einem gemieteten Strandhaus, heißt es auf der Webseite weiter, „mit dem Unterschied, dass Sie sich in 25 Metern Höhe und mehr als 50 Kilometer draußen im Atlantischen Ozean befinden!“

So sieht ein Zimmer auf dem Frying Pan Tower aus. Vieles stammt noch aus der Zeit, als der Tower noch als Leuchtturmstation genutzt wurde.

Foto: Richard Neil

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Die Gäste: vorwiegend Männer

Die meisten Gäste seien Männer, etwa zwei Drittel, verrät Neil. „Viele kommen in den wärmeren Monaten zwischen April und Oktober, wenn das Wasser angenehm zum Schwimmen ist und man gut fischen kann. Die kälteren Monate ziehen eher Wissenschaftler an.“ Über die Einnahmen aus der Vermietung sowie Geld- und Materialspenden lässt Neil den historischen Turm nach und nach von Freiwilligen restaurieren, was angesichts der isolierten Lage und der schwierigen Wetterbedingungen kein einfaches Unterfangen ist. „Das Projekt wird Jahre dauern, vermutlich Jahrzehnte, weil Rost und Wind und Salz und Sonne den Turm stark strapazieren“, sagt Neil.

Rost hat dem Stahlgerüst über die Laufe der Jahrzehnte stark zugesetzt

Foto: Richard Neil

Wer unbedingt einmal auf dem Frying Pan Tower übernachten will, nicht aber das nötige Kleingeld dafür hat, kann als freiwilliger Helfer anheuern, etwa zum Streichen oder für sonstige Arbeiten an der Plattform. Besonders gute Chancen haben Sie, wenn Sie ein eigenes Boot mitbringen...

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