Haiku Stairs auf O‘ahu

Hawaiis verbotene „Treppe in den Himmel“ soll für alle öffnen!

Das Betreten der Haiku Stairs, einer scheinbar bis in den Himmel reichenden Treppe auf der Insel O‘ahu, war 30 Jahre lang durch die hawaiianische Regierung verboten. Die Menschen kamen trotzdem, um die knapp 4000 Stufen emporzuschreiten – und riskierten dabei nicht bloß harte Strafen. Nun endlich soll die Attraktion sicher und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Was ein Sturm damit zu tun hat...

Hinter den Wolkenkratzern Honolulus zeigt sich ein authentisches Stück Hawaii, mit vielen Naturschätzen und beeindruckender Landschaft: die Insel O‘ahu, die übrigens Drehort für die Mystery-Serie „Lost“ war. Neben einzigartigen Stränden und Dschungel findet man auf O‘ahu auch eine Touristenattraktion, die eigentlich gar keine sein dürfte – die Haiku Stairs, auch bekannt als „Stairway to Heaven“.

Nicht nur als Serienkulisse beeindruckend: die gewaltige Natur der Insel O‘ahu und die berüchtigte „Treppe in den Himmel“

Foto: getty images
Einmal wirklich an die Himmelstür klopfen

Die historische „Treppe in den Himmel“ inmitten der prächtigen hawaiianischen Flora wurde während des Zweiten Weltkriegs erbaut. Doch schon seit den 1980er-Jahren patroullieren hier Wachmänner, die verhindern sollen, dass Besucher sich Zutritt verschaffen – zu baufällig sollen die 3922 Stufen bereits seit damals sein. Abenteuerlustige schreckte das nicht ab: Sie kamen trotzdem, quasi um einmal an den Wolken zu kratzen, und teilten den spektakulären Blick aus schwindelerregenden Höhen auf Instagram:

The day the Haiku Stairs earned its nickname...Stairway to Heaven

Ein von danny kukulka (@aklukuk) gepostetes Foto am

Seit Februar dieses Jahres gilt die Treppe als „gefährlicher denn je zuvor“. Der Grund: ein Sturm im Februar, der den Haiku Stairs übel zugesetzt hat – und übrigens auch fünf Wanderern. Sie saßen im Zuge der Naturgewalt auf dem Berg fest und konnten erst am nächsten Tag durch Feuerwehrkräfte befreit werden.

Hier hat sich das Blatt gewendet

Die Behörden sahen sich damals vor der Entscheidung, die Stufen ganz abzureißen oder die Verantwortung dafür an eine qualifizierte Stelle abzugeben. Für die Friends of Haiku Stairs war es die Chance, das Schicksal der Treppe in die Hand zu nehmen.

Bislang sind solche Besuche auf den Haiku Stairs nicht erlaubt, doch viele wagen sich dennoch auf die Treppe mit 3922 Stufen

Foto: Getty Images

„Es wäre komplett lächerlich, so viel Geld in den Abriss eines Nationalschatzes zu stecken“, erklärt Vernon Ansdell, ein Mitglied der Non-Profit-Organisation der „Huffington Post“ – zumal die „Stairway to Heaven“ kaum so gefährlich sei wie ihr Ruf. „Es ist ja nicht so, als würde man hier verloren gehen.“ Höchstens abseits der Stufen könne etwas passieren.

So soll die Treppe gerettet werden

Damit hier künftig innerhalb stabiler Geländer gewandert werden kann, wollen die Friends of Haiku, die sich übrigens schon vorher um die Instandhaltung kümmerten und beispielsweise  überwuchernde Pflanzen getrimmt haben, die Treppe wieder aufbauen und langfristig zu einer sich selbst finanzierenden Besucherattraktion machen. Dafür werde ein Managementsystem eingeführt, das den Zutritt von Besuchern regelt und Eintritt verlangt – auch um die Kosten für die Reparaturarbeiten wieder reinzuholen. Der Preis für ein Ticket soll 94 Euro betragen, zuzüglich einer Abgabe von circa 10 Euro für die hawaiianische Bevölkerung.

Bei dieser wilden Natur ist alleine das Trimmen der Pflanzen, die die Treppen sonst überwuchern würden, ein hartes Stück Arbeit

Foto: getty images

Bei rund 4000 Stufen kann die Reparatur natürlich ein Weilchen dauern. Und diese gilt es, angesichts der Schäden unbedingt abzuwarten. Wer die Haiki Stairs trotzdem betritt und sich erwischen lässt, muss mit einer Geldbuße von mindestens 560 Euro rechnen, unter Umständen droht sogar Gefängnis.

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