In Kentucky in den USA

Mammoth Cave – die längste Höhle der Welt

Seit 1941 ist die Mammoth Cave im US-Bundesstaat Kentucky ein Nationalpark. Wie die Höhle entstand, wie lang die Touren dauern und was alles darin abgebaut wurde – machen Sie mit TRAVELBOOK eine Reise durch die längste Höhle der Welt.

Bobby Beams holt ein kleines Feuerzeug aus der Hosentasche und hält es in die Höhe. „Würde mir jemand 20 Dollar dafür geben? Wohl kaum“, sagt der Ranger und dreht sich um zu einem Schaltkasten.

Ein Klick – und die elektrische Beleuchtung an der Höhlendecke erlischt. Etwa 75 Meter unter der Oberfläche des Mammoth-Cave-Nationalparks im Süden Kentuckys ist es auf einmal stockfinster.

Einer der Eingänge des Mammoth Cave: Schon der Einblick lässt vermuten, dass man ohne Taschenlampe nicht weit komm. Foto: Flickr/Garden State Hike / CC BY 2.0

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„Und nun? Wer bietet mir jetzt 20 Dollar?“, fragt Beams und lacht kurz auf in der Dunkelheit. Das Feuerzeug gehöre für die Ranger im Nationalpark zur Standardausrüstung, sagt er. „Es soll uns helfen, aus der Höhle herauszukommen, falls mal der Strom ausfällt.“ Ohne Kunstlicht wäre der Weg unmöglich zu finden, das System der Gänge, Schächte und Treppen ist viel zu verwinkelt.

Die längste Höhle der Welt

Mammoth Cave ist die längste Höhle der Welt und wurde 1941 zum Nationalpark erklärt.

652 Kilometer der Höhle hat man bisher entdeckt, Geologen glauben jedoch, dass sie möglicherweise noch viel größer sei. Foto: Flickr/NPCA Photos / CC BY-ND 2.0

Entstanden ist Mammoth Cave dadurch, dass sich Grundwasser seinen Weg durch den weichen Kalkstein im Untergrund bahnte. Und weil der Green River über Millionen Jahre hinweg sein Tal immer tiefer in die Berge eingeschnitten hat, zog es auch die unterirdischen Wasserläufe immer weiter nach unten. Große Hallen und schmale Durchlässe, vom Wasser freigespült, blieben auf mehreren Höhenniveaus zurück.

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Highlight der Höhlentour: Frozen Niagara

Vom Besucherzentrum aus werden diverse Touren angeboten, manche sind nur 30 Minuten lang, andere dauern sechseinhalb Stunden. Eine der beliebtesten ist die zweistündige Wanderung „Domes & Dripstones“, zu der Bobby Beams an diesem Tag mit seinen Gästen aufgebrochen ist.Für Menschen mit Höhenangst und Klaustrophobie ist die Tour nichts. „Wir sind tief unter der Erde. Wer da Probleme bekommt, kann nicht so leicht weg“, sagt Beams.

Ausgangspunkt Besucherzentrum: Mammoth Cave gehört zu den wenigen US-Nationalparks, die östlich des Mississippi zu finden sind. Rund 520.000 Touristen kommen pro Jahr.

Foto: dpa/Christian Röwekamp

Man bekommt einen guten Eindruck davon, wie die Höhlen seit sieben Millionen Jahren durch Wasser geformt wurden. Den Abschluss bildet ein Besuch der Felsformation Frozen Niagara. Das wie ein riesiger versteinerter Wasserfall wirkende Gestein ist eines der meistfotografierten Motive im Park.

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Über eine halbe Million Besucher im Jahr

Rund 520.000 Menschen besuchen Mammoth Cave jedes Jahr. Unter den 59 US-Nationalparks ist das ein Wert im Mittelfeld. Für die ländliche Region aber ist der Touristenstrom von großer Bedeutung. In Horse Cave östlich des Nationalparks stehen einige Geschäfte leer, unweit des Interstate Highway 65: eine Tankstellruine. Hier war die Vergangenheit besser, als es die Gegenwart ist: Dieser Eindruck kommt bei Besuchern der Region rasch auf. Der Wunsch nach einer Zukunft, die eine Rückkehr zu früherem Glanz verheißt, scheint groß: 72,9 bis 78,9 Prozent der Wähler in den Countys Edmonson, Hart und Barren, in denen der Nationalpark liegt, stimmten für Donald Trump.

Acht Sportwagen verschluckte eine Höhle, als im Corvette-Museum in Bowling Green der Fußboden einstürzte. Die Halle wurde wieder instandgesetzt – bei den Autos ging das nicht mehr so gut, gezeigt werden sie trotzdem.

Foto: dpa/Bowling Green Area CVB

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Wer nur Zeit für eine einzige Höhlenführung hat, sollte sich für die „Historic Tour“ entscheiden – einen zweistündigen, 3,2 Kilometer langen Rundgang, der nahe am Besucherzentrum startet. Durch einen natürlichen Eingang, den die ersten weißen Siedler hier schon in den 1790er-Jahren entdeckten, geht es in die Höhle hinein. Anders als bei anderen Touren haben die Teilnehmer zunächst viel Platz: Feste Wege ziehen sich durch hohe, breite Hallen, die an Kathedralen erinnern, bis zum Giant's Coffin – einem gewaltigen Stein, an dem sich der Pfad sehr verengt. Kurz darauf führt er über den 32 Meter tiefen Schacht Bottomless Pit und endet im fast 100 Meter hohen, gewaltigen Mammoth Dome. Auch hier gilt: nichts für Menschen mit Höhen- und Platzangst.

Einige Touren in der unterirdischen Welt des Mammouth Cave Nationalparks dauern sechseinhalb Stunden.

Foto: dpa/Chris Higgins/Kentucky Tourism

Woher Mammoth Cave den Namen hat, ist unbekannt

Rangerin Susan M. Rasche erzählt unterwegs von der Nutzung der Höhle durch die amerikanischen Ureinwohner, die dort vor 5000 Jahren Gips abgebaut haben. Und durch die weißen Siedler, die Salpeter aus der Mammoth Cave holten, das sie als Schießpulver-Bestandteil für den Amerikanisch-Englischen Krieg 1812 brauchten. Bereits von 1816 an habe es Touren durch die Höhle gegeben: der Startschuss für den Tourismus. Eine Zeit lang versuchte man um 1842, Tuberkulose-Kranke in der Höhle zu heilen. Allerdings ohne Erfolg. Und im Jahr 1908 wurde Mammoth Cave unter tatkräftiger Mitwirkung des Deutschen Max Kämper erstmals kartographiert. Nur woher der Name stammt, bleibt ein Rätsel: „Mammutknochen hat man hier keine gefunden“, erzählt Rasche.

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