Indonesische Trauminsel

Warum Lombok das neue Bali ist

Lombok stand bislang meist im Schatten ihrer bekannten Schwesterinsel Bali. Dabei hat Indonesiens Chili-Insel einiges zu bieten: zum Teil noch einsame Stränden, coole Surfspots und Vulkane. Auf Lombok finden Reisende außerdem die Ursprünglichkeit, die Bali heute oft fehlt. Doch der Massentourismus ist auf dem Vormarsch.

Suhardi nähert sich und grüßt mit einem freundlichen „Hello“. Viele Urlauber am Strand von Kuta verdrehen die Augen. Man kann es ihnen kaum verübeln. Die meisten waren vorher auf Bali, wo Souvenirverkäufer die Touristen oft um die ersehnte Ruhe bringen.

Doch Kuta im Süden der indonesischen Insel Lombok hat nur wenig gemein mit der gleichnamigen Pauschaltouristen- und Partyhochburg auf Bali. Noch dreht sich hier nicht alles um die Touristen. Suhardi will einfach nur mit den Touristen am Strand reden, denn er ist Englischlehrer aus einem benachbarten Dorf und hat einige seiner Schüler dabei.

Immer wieder kreuzen Wasserbüffel die Straßen um Kuta

Foto: Manuel Meyer

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Lombok bedeutet Chilipfeffer

Ein niederländisches Pärchen willigt ein, sich ein wenig mit ihnen zu unterhalten. Arti, Lintang und Susila setzen sich schüchtern neben die Urlauber in den Sand. Sah es zunächst so aus, als würden die holländischen Urlauber Suhardi einen Gefallen tun, ändert sich die Situation schnell. Der Lehrer und seine Schüler erzählen den Touristen von den Traditionen und regionalen Spezialitäten: Plecing Kangkung oder Nasi Puyung. Wer in den Garküchen Essen bestellt, wird schnell merken, dass in Lombok gerne mit der scharfen Chili-Sauce Sambal gekocht wird. „Nicht umsonst bedeutet Lombok in unserer Sprache Chilipfeffer“, erklärt Suhardi.

Auf Lomboks Märkten wie hier in Sukarara gibt es natürlich auch Chilischoten zu kaufen -– der Name Lombok bedeutet in der lokalen Sprache nämlich Chilipfeffer

Foto: Manuel Meyer

Lombok wird immer beliebter bei Indonesien-Urlaubern, die auf der Suche nach wenig überlaufenen Stränden und ursprünglichen Inseln sind. In den dünn besiedelten Norden verirren sich vor allem Naturfreaks und Wanderer. Die meisten kommen, um den zweithöchsten Vulkan Indonesiens, den Gunung Rinjani, mit seinen smaragdgrünen Kraterseen zu besteigen. Im Westen und Zentrum Lomboks locken Reislandschaften und asiatische Tempelanlagen.

Highlight für Aktivurlauber auf Lombok: der Aufstieg auf den Vulkan Rinjani

Foto: Visit Indonesia Tourism Office

Viele vergleichen Lombok mit Bali vor dem Sündenfall. Schlendert man über die Gewürzmärkte kleiner Dörfer im Inselinneren, mag der Vergleich stimmen. Hier trifft man auch noch auf die traditionelle Sasak-Kultur. Die meisten der 3,2 Millionen Einwohner Lomboks gehören dieser Volksgruppe an. Die Sasak sind bekannt für ihre Webarbeiten.

Nicht nur auf Gili Meno findet man solche paradiesischen Strände

Foto: Getty Images

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Kommt nun der Massentourismus?

Mit der Beschaulichkeit auf Lombok könnte bald Schluss sein: An der Westküste mit ihren palmengesäumten Buchten wurden an den weißen Sandstränden bereits Dutzende Hotels hochgezogen. Vor allem zwischen Senggigi und Mangsit entstanden in den vergangenen Jahren jede Menge Restaurants, Bars, Tauchschulen und Ausflugveranstalter. Seitdem vor drei Jahren im Süden der Insel ein internationaler Flughafen eröffnet wurde, haben Tourismusunternehmen und Hotelketten vor allem Lomboks wilde Südküste bei Kuta im Visier. Bis vor Kurzem galt sie noch als Geheimtipp unter Surfern.

Surfer sind oft die ersten, die exotische Reiseziele entdecken. Auf Lombok bevorzugen sie den Strand von Selong Belanak.

Foto: Manuel Meyer

Die Surfbretter an eine Seite des Mopeds geschnallt, rattern die Surfer die Küste auf der Suche nach den besten Spots entlang. Die Straßen sind holprig und mit Schlaglöchern übersät. Das Abenteuer lohnt sich, verspricht Rasta, der in der Bucht von Selong Belanak Surfen unterrichtet: „Dieser Ort ist magisch, hat das ganze Jahr über gute Wellen und die schönsten Sonnenuntergänge der Insel.“

Die von grünen Hügeln umrahmte Bucht ist perfekt zum Abhängen und Schwimmen. Der weiße Sand und die Reggae-Musik lassen Karibik-Flair aufkommen. Bei Bintang-Bier, Nasi Goreng und frischem Fisch schauen ein paar Urlauber zu, wie die Fischer am Abend mit ihren traditionellen Booten auf das Meer hinausfahren.

Der Hafen von Gili Trawangan

Foto: Getty Images

Bisher konzentriert sich der Tourismus in Lombok vor allem auf die drei vorgelagerten Inseln Gili Meno, Gili Air und Gili Trawangan. Die Meerenge zwischen Lombok und Bali ist gerade einmal 35 Kilometer breit. Mit dem Schnellboot ist man in knapp eineinhalb Stunden von Bali auf den Gili-Inseln. Ein Schnorchel- und Tauchparadies, das deshalb neben Backpackern auch immer mehr Bali-Urlauber anlockt.

Gili Trawangan ist eine der vorgelagerten Inseln, auf die sich der Tourismus auf Lombok bisher konzentriert

Foto: Getty Images

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Reiseinfos zu Lombok:

Sicherheitshinweis für Indonesien: Mitte Januar gab es einen Anschlag im Herzen Jakartas. Davor hatte 2002 und 2005 die letzten großen Anschläge gegeben: auf Bali. Das Auswärtige Amt warnt schon länger: Terroristische Anschläge können nicht ausgeschlossen werden.

Anreise: Verschiedene Airlines wie Lufthansa und Singapore Airlines fliegen Lombok mit Stopp in Singapur an. Alternativ kann man auch Bali anfliegen und von dort weiter mit den täglichen Fähren (vier bis fünf Stunden) oder Speedbooten (anderthalb Stunden).

Einreise: Deutsche Reisende erhalten bei der Einreise am Flughafen ein Touristen-Visum. Der Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate lang gültig sein.

Klima und Reisezeit: Auf Lombok herrscht tropisches Klima mit Temperaturen um die 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Die Insel kann das ganze Jahr über bereist werden. Auch in der Regenzeit von Oktober bis Ende März kann es längere trockene Phasen geben. Und in der Trockenzeit kann es auch mal länger regnen.

Hotels: Die am besten bewerteten Hotels auf Lombok

Währung: Für einen Euro gibt es etwa 14 851 indonesische Rupiah (Stand: 25. Januar 2016). In allen Städten und Touristenzentren gibt es Geldautomaten.

Lombok liegt etwas östlich der bei Touristen beliebten Insel Bali – ist aber deutlich weniger erschlossen. Das Eiland lockt daher mit vielen ursprünglichen Orten

Foto: dpa

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