Gastland der ITB 2016

Kann man noch guten Gewissens auf die Malediven reisen?

Am Mittwoch startet in Berlin die weltgrößte Tourismusmesse ITB. Gastland sind in diesem Jahr die Malediven. Doch Urlauber sind nach den Berichten über ISIS-Rekruten verunsichert. Wie stark ist der Einfluss von Islamisten im Inselstaat? Und auch sonst gibt es Argumente gegen einen Urlaub – und natürlich auch welche dafür. Ein Pro & Contra.

Wer auf die Malediven fliegt, tut dies meist, weil es viel Sand und Wasser gibt – und kaum etwas, das die Erholung stören könnte. Bei der Reisemesse ITB in Berlin (9. bis 13. März) sind die Malediven in diesem Jahr Partnerland. Doch statt ausschließlich positiver Berichterstattung werden die Malediven dieser Tage auch mit negativen Seiten konfrontiert. Welche das sind, und ob man dennoch guten Gewissens dorthin reisen darf.

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Contra – Gründe gegen einen MaledivenUrlaub

1. Politische Lage
Die Malediven bestehen aus 1196 einzelnen Inseln – fast jedes Hotel ist auf einer eigenen Insel gebaut, Ruhe und Abgeschiedenheit sind also garantiert. Von Menschenrechtsverletzungen und politischen Konflikten bekommen Urlauber in dem islamischen Land kaum etwas mit. Doch die Lage vor allem in der Hauptstadt Malé ist angespannt. Auf den Malediven sollen Hunderte ISIS-Kämpfer rekrutiert worden und von dort in den Krieg gezogen sein. Als ein ARD-Reporter im Dezember vergangenes Jahr vor Ort darüber berichten wollte, wurde er von der Regierung gestoppt und des Landes verwiesen.

Auf den Malediven gilt die Scharia, eine Religionsfreiheit gibt es nicht. Das Auswärtige Amt weist auf seiner Webseite auf die „anhaltende politische Instabilität“ hin und empfiehlt Reisenden Menschenansammlungen zu meiden, „und sich insbesondere in der Hauptstadt Malé mit Vorsicht zu bewegen.“

2. Das Müll-Problem
Dass die Malediven ein Müll-Problem haben, ist eine Konsequenz aus steigenden Touristenzahlen und einem Mangel an Entsorgungssystemen. In den vergangenen Jahren haben sich nicht nur die Resorts, sondern auch die Anzahl der Besucher vervielfacht, hinzu kommt, dass es oft keine oder nur halbherzige Möglichkeiten und Maßnahmen gibt, Müll richtig zu entsorgen. Und so kommt es, dass eine der Trauminseln, die künstliche Insel Thilafushi, als Mülldeponie herhalten muss. Hier stapelt sich der Müll meterhoch, jährlich werden unzählige weitere Tonnen angeliefert.

Die Insel Thilafushi aus der Vogelperspektive

Foto: Getty Images

Kritik gibt es an der Art der Entsorgung, bei der schon giftige Stoffe ins Meer gelangt sein sollen – und an dem, was überhaupt auf der Müllinsel landet. Wie die Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Welt“ in einem Artikel von 2014 berichtet, soll es der Hausmüll oft gar nicht erst bis nach Thilafushi schaffen, sondern werde laut eines Umweltaktivisten „gleich vor der Tür ins Meer gekippt“.

Meterhoher Müll und vom Inselparadies keine Spur

Foto: Getty Images

3. Der steigende Meeresspiegel
Es ist die geringe Höhe über dem Meeresspiegel, die die Inseln wie kleine Hubbel aussehen lassen, die sich aus dem Wasser erheben. Laut Greenpeace sind es 80 Prozent der knapp 1200 Inseln, die weniger als einen Meter über dem Meeresspiegel liegen. Was optisch schön ist, bedeutet aber gleichzeitig eine Bedrohung für das Inselparadies, dessen Bevölkerung und folglich auch für den Tourismus. Denn durch den Klimawandel und den daraus folgenden Anstieg des Meeresspiegels drohen die Malediven eines Tages im Meer zu versinken. Um auf die Bedrohung aufmerksam zu machen, tagte 2009 das Kabinett des Inselstaates auf dem Meeresboden.

Eine ganze Insel für sich allein – auf den Malediven ist das möglich

Foto: Getty Images

PRO – Gründe für einen Maledivenurlaub

1. Die einmalige Location
Bis zum internationalen Flughafen von Malé ist noch alles so, wie man es von einem normalen Urlaub kennt. Doch wo dann normalerweise der Shuttlebus für die Fahrt zum Hotel wartet, gibt es auf den Malediven zwei besondere Wege, zur Hotelinsel zu gelangen.
Liegt die Unterkunft weiter von der Hauptinsel Malé entfernt, ist das Wasserflugzeug das ideale Transportmittel. Mit den Maschinen von Trans Maldivian Airways mit ihren maximal 15 Sitzplätzen erreicht man so ziemlich jeden Fleck der Inselgruppe. Die Landebahn ist natürlich das Meer. Der Pilot entlädt das Gepäck, und plötzlich steht man mit seinem Koffer mitten im Meer auf einer schwankenden Holzinsel – und von dort sind es nur noch wenige Meter bis ins Paradies.

2. Man kommt manchmal eine Stunde geschenkt
Normalerweise beträgt der Zeitunterschied zwischen Deutschland und den Malediven im Sommer drei Stunden. Doch die einzelnen Resorts können frei entscheiden, ob sie eine andere Uhrzeit nutzen möchten, und einige machen von diesem Recht auch Gebrauch. So kommt es dann vor, dass man in manchen Hotels eine Stunde quasi geschenkt bekommt.

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Die Unterwasserwelt der Malediven gehört zu den schönsten des Planeten

Foto: Getty Images

3. Hier hat man eine ganze Insel für sich
Fast jedes Hotel ist auf einer eigenen Insel gebaut. Entsprechend teilt man sich diese lediglich mit den Mitarbeitern und anderen Gästen. Die Inseln sind meist so klein, dass man nicht lange braucht, um sie einmal komplett zu umrunden. Das ist nicht sonderlich anstrengend und dauert nicht besonders lang. Los geht es meist direkt vor der Haustür, selten sind es mehr als zehn Meter bis zum Strand. Die Schuhe kann man also zu Hause lassen.

4. Der perfekte Sonnenuntergang
Da die Malediven ziemlich nah am Äquator liegen, versinkt die Sonne meist gegen 18.00 Uhr und zaubert dazu eine ganze Farbpalette an Rot- und Orangetönen an den Himmel. Auf seiner eigenen kleinen Insel findet man ziemlich einfach den perfekten Ort, wo die Sonne am schönsten untergeht.

Ein einsamer Strand auf den Malediven

Foto: Getty Images

5. Den ganzen Tag nur Wellness
Folgendermaßen kann ein Tag voller Entspannung aussehen: 8.00 Uhr Yoga-Session direkt in einem Pavillon am Meer. 11.00 Uhr Gespräch mit dem Ayurveda-Arzt, der zu ergründen versucht, welche Energien in einem stecken und dann zum Beispiel maßgeschneidert das Massageöl aussucht. 14.00 Uhr: anderthalb Stunden lang durchkneten lassen mit dem individuell gemixten Massageöl, dazu der aus einer Musikspeisekarte ausgesuchte Hintergrund-Sound. 16.00 Uhr: Meditation am Strand. Tiefenentspannter geht es kaum.

So stellt man sich das Paradies vor

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FAZIT

Die Malediven gelten als das Urlaubsparadies schlechthin. Doch genau wie in vielen anderen Ländern der Erde gibt es auch hier politische Konflikte, denen sich der Inselstaat stellen muss – um seine eigene Bevölkerung zu schützen und den Tourismus dauerhaft aufrecht erhalten zu können. Ob es vertretbar ist, auf einer Malediven-Insel fernab von jeglichen Krisen seinen Urlaub zu verbringen, muss jeder Urlauber für sich selbst entscheiden. Grundsätzlich sollten sich aber Reisende beim Auswärtigen Amt über die aktuelle politische Lage informieren.

Reiseinformationen zu den Malediven

Anreise: Direktflüge auf die Malediven gab es ab Deutschland lange Zeit nur von Condor. Die Airline fliegt im Winter dreimal pro Woche ab Frankfurt, im Sommer einmal nach Malé. Seit Dezember bedient auch Lufthansa die Strecke zweimal pro Woche. Alternative ist ein Umsteigeflug mit einem der Golf-Carrier wie Emirates.

Unterkunft: Rund 100 Inseln auf den Malediven werden touristisch genutzt – sprich sie sind Hotels. Meist gibt es auf einer Insel nur ein Resort. Viele Hotels zählen zu den besten der Welt und sind dementsprechend extrem teuer. Günstigere Alternativen sind die Gästehäuser auf den Einheimischen-Inseln. Hier die am besten bewerteten Hotels im Überblick.

Währung: Bezahlt wird auf den Malediven mit Maledivischen Rufiyaa. Doch mit der Währung werden die wenigsten Urlauber in Kontakt kommen. Auf den Hotelinseln sind im Grunde alle Preise in US-Dollar angegeben. Am Ende der Reise erhält man dann eine Rechnung, die über die Kreditkarte abgerechnet wird. Rufiyaa braucht man allerhöchstens, wenn man einen Besuch in der Hauptstadt Malé plant.

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