Isla de las Muñecas

Die Puppeninsel – einer der schauerlichsten Orte der Welt

Eine Insel, auf der angeblich Puppen lebendig werden und spuken – dieser unheimliche Ort liegt nahe Mexiko-Stadt. Selbst Hartgesottene bekommen bei einem Besuch der Isla de las Muñecas Gänsehaut. Die Geschichte der Insel.

Als Julián Santana Barrera das tote Mädchen im Wasser treibend fand, begann für ihn ein Albtraum, der ihn über fünf Dekaden verfolgen und sein Leben für immer verändern sollte. Der Gemüsebauer hatte bis dahin ein beschauliches Dasein geführt und in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt seine Waren verkauft, als ihn sein Weg Anfang der 1950er Jahre nach Xochimilco führte – ein unübersichtliches, 190 Kilometer langes System aus befahrbaren Wasserkanälen.

Dort, am Ufer einer der vielen Inseln in dem Gebiet, etwa 20 Kilometer entfernt der Stadt, machte er schließlich seinen grausigen Fund: Ein junges Mädchen war offensichtlich ertrunken und vor einem Eiland angespült worden, das heute nur noch als die Isla de las Muñecas bekannt ist – die Puppeninsel, wohl einer der schauerlichsten Orte auf der ganzen Welt.

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Die Puppeninsel liegt am Rand von Mexiko-Stadt in einem verzweigten Kanalsystem

Foto: Google Earth

Niemand weiß genau warum, doch schon kurz nach dem Vorfall begann Barrera, Puppen zu sammeln, die er im Müll fand – oder die, genau wie das tote Mädchen, an den Ufern der Insel angespült wurden. Die mögliche Erklärung dafür klingt erschreckend: Angeblich fühlte er sich verfolgt, verfolgt von dem Geist der Kleinen, deren Schreie und Klagen immer wieder auf der Insel zu hören gewesen seien – so berichtete es Barrera schließlich Jahrzehnte später seinem Neffen Anastasio Santana. Das Mädchen habe immer wieder gejammert und Spielzeug verlangt, so die unheimliche Überlieferung des Neffen, der heute noch die Puppeninsel bewirtschaftet. 

Wie Kinder am Galgen

Doch damit nicht genug: Um sich vor ihrem Geist zu schützen, hängte der alte Barrera die Puppen in die Bäume der Insel – wenn Wind aufkam, muss es so ausgesehen haben, als baumelten dort kleine Kinderleichen an ihren Galgen. Hunderte und Aberhunderte Puppen sammelte er so in seiner Besessenheit, viele von ihnen ohne Gliedmaßen oder Augen, was die Aura seiner selbst gewählten Insel-Heimat nur noch gruseliger machte.

Es gibt allerdings nicht Wenige, die sogar behaupten, Barrera habe die Puppen in seinem Verfolgungswahn selbst verstümmelt. Der Geist des toten Mädchen sei einfach nicht zu beruhigen gewesen –  so gab er es auf, ihn besänftigen zu wollen und setzte stattdessen auf Abschreckung. Er schnitt den Puppen selbst die Gliedmaßen ab und stoch ihnen die Augen aus, so will es die urbane Legende. Barrera wurde von der Insel und ihrer unheimlichen Aura sprichwörtlich gefangen genommen, ließ sich Berichten zufolge von seinem Neffen sogar das Essen bringen.

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Sein Irrglaube ging sogar soweit, dass er sich eine ganz besondere Puppe erwählte, die er Augustina nannte, weil er sie an einem 28. August, am Tag des Heiligen Augustin, aus dem Wasser gefischt hatte. Augustina, auch bekannt als „La Moneca“, begleitete ihn fortan, er hängte sie als einzige nicht in die Bäume, sondern stellte sie jeden Tag an einen anderen Platz – um sie vor den Übergriffen des kleinen Geister-Mädchens zu schützen? Der Legende nach habe Augustina Wünsche erfüllt, wenn er ihr kleine Opfergaben darbrachte.

Diese bei Youtube veröffentlichten Aufnahmen sind auf der Isla de las Muñecas entstanden:

Mysteriöser Tod im Wasser

2001 starb Barrera, nachdem er mehr als 25 Jahre als einziger Bewohner auf der Puppeninsel zugebracht hatte. Auch sein Tod ist Stoff für Legenden: Eines Tages ging er mit seinem Neffen an die Ufer der Insel zum Fischen, und dort erzählte der Alte seinen Neffen eine weitere Schauermär. In den Wassern der Kanäle würde eine Sirene leben, und diese habe ihm schon mehrmals angekündigt, ihn eines Tages zu holen. Was dann geschah, machte die Puppeninsel endgültig zu einem der unheimlichsten Orte weltweit: Anastasio ließ seinen Onkel kurz alleine, um nach dem Vieh zu sehen. Als er wiederkam, trieb der alte Barrera tot im Wasser – angeblich genau an der Stelle, wo damals das junge Mädchen ertrunken war.

Doch nicht die Sirene hatte Julián geholt, sondern er war laut einstimmigen Berichten an einem Herzinfarkt gestorben. Die Puppeninsel war zu dieser Zeit schon längst weltberühmt, und auch heute noch ist sie eine Attraktion, die Touristen aus aller Welt geradezu magisch anzieht. Unzählige Zeitungen haben auch zu Lebzeiten des alten Barrera bereits über die Isla delas Muñecas berichtet, wobei es nicht Wenige gibt, die die Geschichte mit dem ertrunkenen Mädchen für frei erfunden halten.

Wie dem auch sei, Anastasio Santana, der bis heute alleine auf der Isla de las Muñecas lebt, gewährt Schaulustigen gegen Gebühr Zutritt zur Insel. Die Reise dorthin ist nicht einfach, von Xochimilco aus braucht man mit dem Boot etwa zwei Stunden. Doch immer mehr Touristen nehmen den langen Weg auf sich, um den Puppenfriedhof einmal selbst zu sehen. Immer wieder hört man hier von Besuchern, die Puppen würden in der Abenddämmerung zum Leben erwachen und sich bewegen. Julián Barrera mag längst tot sein, doch die Legende von der Puppeninsel wird so wohl noch lange weiterleben. 

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