Miete, Lebensmittel, Restaurantbesuche

Das weltweit teuerste Land zum Leben ist...

Die Datenbank „Numbeo“ hat, basierend auf den Angaben von mehr als 200.000 Nutzern weltweit, ein Ranking mit den teuersten Ländern zum Leben erstellt. Während im Vorjahr noch die Schweiz auf dem ersten Platz landete, hat sich in diesem Jahr ein anderes Land an die Spitze geschoben, in dem die Verbraucherpreise noch höher sind. Welches das ist und in welchen Ländern man besonders günstig leben kann.

Das Land, das derzeit als das teuerste der Welt gilt, ist den meisten wohl eher als Namensgeber jenes mysteriösen Seegebiets im Atlantik bekannt, in dem in der Vergangenheit zahlreiche Schiffe und Flugzeuge spurlos verschwanden: das Bermuda-Dreieck. Die idyllischen Inseln, aus denen das Britische Überseegebiet Bermuda etwa 1000 Kilometer vor der US-amerikanischen Ostküste besteht, haben mit Unglücken egal welcher Art indes in der Realität wenig zu tun.

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Vielmehr genießen die Einwohner von Bermuda ein recht sorgenfreies Leben, die Arbeitslosenquote geht gen Null, es gibt weder eine Einkommen-, noch eine Mehrwertsteuer. Unter anderem hierin liegt wohl begründet, weshalb die Verbraucher- und Mietpreise auf den Bermuda-Inseln zu den höchsten der Welt zählen. Das jedenfalls hat der internationale Vergleich der globalen Datenbank Numbeo ergeben. In den Preisindex fließen unter anderem die Kosten für Lebensmittel, Restaurantbesuche, Nahverkehr, Benzin, Strom, Heizung, Wasser und Internetzugang mit ein, sowie für einen Kleinwagen und die Wohnungs- bzw. Hausmiete. Auf den Bermuda-Inseln, wo reiche US-Amerikaner gerne ihren Urlaub verbringen und zahlreiche Luxusjachten vor Anker gehen, ist all das hochpreisig.

Um eine Vergleichbarkeit der Daten zu ermöglichen, wurde das Preisniveau in New York mit dem Wert 100 angesetzt und als Basis genommen. Demnach ist Bermuda mit einem Index von 127,17 bei den Verbraucherpreisen um 27,17 Prozent teurer als der Big Apple. Gefolgt wird Bermuda von der Schweiz, die mit einem Index von 90,44 sogar günstiger als New York ist. Betrachtet man allerdings nur die reinen Verbraucherpreise, ohne die Mieten mit einzubeziehen, ist die Schweiz um fast 25 Prozent teurer als New York.

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Bermuda hat wunderschöne Buchten und Strände. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle.

Foto: Getty Images

Im Teuer-Ranking folgen Hongkong (82,00), Singapur (78,97) und die Bahamas (74,22). Deutschland rangiert mit einem Index von 45,58 in dem insgesamt 122 Länder umfassenden Ranking auf Platz 32 – man lebt also hierzulande um mehr als die Hälfte günstiger als in New York.

Die 10 teuersten Länder laut Numbeo im Überblick:

1. Bermuda (127,17)
2. Schweiz (90,44)
3. Hongkong (82,00)
4. Singapur (78,97)
5. Bahamas (74,22)
6. Katar (72,16)
7. Norwegen (69,64)
8. Island (67,13)
9. Vereinigte Arabische Emirate (67,13)
10. Luxemburg (66,08)

Wo es besonders günstig ist

Am preiswertesten ist das Leben in Indien, das mit einem Wert von 15,06 laut Numbeo das günstigste Land der Erde wäre. Dort zahlen die Menschen für die ausgewählten Güter, Dienstleistungen und die Miete im Schnitt knapp 85 Prozent weniger als in New York. Ähnlich günstig ist das Leben in Nepal (15,64) und Pakistan (16,11).

Die 10 günstigsten Länder zum Leben im Überblick:

1. Indien ( 15,06)
2. Nepal (15,64)
3. Pakistan (16,11)
4. Moldawien (16,77)
5. Algerien (18,42)
6. Kasachstan (18,52)
7. Mazedonien (18,97)
8. Tunesien (19,32)
9. Ukraine (19,39)
10. Kolumbien (19,74)

Das gesamte Ranking mit allen 122 Ländern finden Sie hier.

Kritik an den Zahlen

Die Zahlen von Numbeo sind mit Vorsicht zu genießen. Zum einen muss auch die Kaufkraft in den jeweiligen Ländern berücksichtigt werden, möchte man aus den Preisen wirklich Rückschlüsse auf die tatsächlichen Bedingungen ziehen. Zudem werden einige Länder, viele davon in Afrika, gar nicht erfasst. Auch ist bei der Ermittlung der Verbraucherpreise der Warenkorb entscheidend, der berücksichtigt wird. Hier fließen auch immer Faktoren ein, die einen länderübergreifenden Vergleich schwierig machen.

Beispiel: Da Alkohol im Iran verboten ist und dessen Konsum harte Strafen zur Folge haben kann, spielt der Kauf von Alkohol im Alltag der Iraner eine viel geringere Rolle als etwa in Deutschland. Dennoch taucht Bier im Warenkorb von Numbeo auf und wird mit einem Preis beziffert. So kostet es im Iran, wie die Datenbankabfrage zeigt, zwischen 4,32 Euro (importiert) und 6,92 Euro (iranisch) – was in etwa den Schwarzmarktpreisen entspricht – und ist damit laut Numbeo zwischen rund 44 und 130 Prozent teurer als in Deutschland. Allerdings macht es wenig Sinn, Güter miteinander zu vergleichen, die in einem Land verboten sind und entsprechend wenig konsumiert werden, und in dem anderen Land – in diesem Fall Deutschland – ein Nationalgetränk darstellen.

Ein weiteres Problem stellt die unglaubliche Masse an Daten dar, die bei Numbeo erfasst wird, und die im Detail nicht überprüfbar ist. Weltweit kann jeder die Datenbank mit Preisinformationen füllen; bis dato wurden laut Webseite mehr als 2,2 Millionen Preise von knapp 260.000 Menschen aus fast 5600 Städten eingegeben (Stand: 7. Januar 2016). Parallel dazu greift die Webseite auf Shop-Daten oder ähnliches zurück. Mithilfe von Filtern werden die Zahlen bereinigt und Durchschnittswerte errechnet. Problematisch ist hier jedoch, dass die Datenlage für einige Regionen und Länder besser ist als bei anderen. Je weniger Nutzer Preise eingeben, desto höher ist die potentielle Fehlerquote. Um möglichst aktuell zu bleiben, greift Numbeo nur auf Zahlen zurück, die nicht älter als 18 Monate sind.

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