Monowi in US-Bundesstaat Nebraska

Dieser Ort hat nur EINE Einwohnerin

Elsie Eiler ist Einsamkeit gewöhnt, könnte man meinen: Außer ihr lebt keine weitere Person in der Gemeinde Monowi im US-Bundesstaat Nebraska. Doch die 82-Jährige hat viele Aufgaben, die sie beschäftigen: Sie ist Bürgermeisterin, Bibliothekarin und Kellnerin in ihrem Dorf zugleich. TRAVELBOOK verrät, was es mit dem ungewöhnlichen Ort auf sich hat.

Als das Eisenbahnnetz in Nebraska 1902 ausgebaut wurde, wurde Monowi gegründet, das Dorf der Blumen, wie es aus einer indigenen Sprache übersetzt heißt. 28 Jahre später, also 1930, wohnten hier, auf einem Quadratkilometer Fläche, immerhin 150 Menschen. Doch schon bald zogen die ersten jungen Leute weg, denen das Bauerndorf nicht viel bieten konnte. Als Jahre später der Eisenbahnbetrieb eingestellt wurde, verließen auch die anderen das Dorf. Zur Volkszählung im Jahr 2002 waren nur noch zwei Monowianer da: die Eheleute Eiler. Und als Rudy wenige Monate später starb, blieb nur noch Witwe Elsie zurück.

Elsie Eiler ist Monowis einzige Einwohnerin (Foto: Flickr / Marco antonio torres)

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Einzige Einwohnerin hat mehrere Jobs

Die Gründerin des Pariser Blogs „Messynessychic.com“ hat Elsie bereits 2014 in ihrem Dorf besucht und schnell gemerkt, dass es für sie nie in Frage kam, wegzuziehen. Mit einer Selbstverständlichkeit hatte sie den Bürgermeisterposten übernommen und damit sämtliche Aufgaben, die sich in einer (wenn auch winzigen) Gemeinde ergeben. So erzählt Elsie in dem Bericht, dass sie einmal im Jahr einen aktualisierten Stadtplan über die einzige Straße erstellt, die durch Monowi führt, um die staatliche Finanzierung der vier dort befindlichen Straßenlaternen zu gewährleisten.

Braucht abends auch Beleuchtung: die einzige Straße in Monowi (Foto: Flickr/Andrew Filer)

Skurril ist auch, dass sie Steuern zahlt – und zwar an sich selbst. Nebenbei betreibt sie seit 2005 Rudy‘s Library, die Bibliothek, die sich ihr Mann immer gewünscht hatte. Leider hat er ihre Fertigstellung nicht mehr erlebt.

Stolze 5000 Büchern stehen in „Rudy‘s Library“ zum Ausleihen bereit. Es fehlen bloß lesewillige Einwohner

Foto: Wikimedia Commons/Bkell

Die Bibliothek grenzt direkt an die Monowi Tavern, die Traditionskneipe der Gemeinde. Als ihr eigener Verwaltungsoberhaupt konnte Elsie sich eine Lizenz zum Alkoholausschank erteilen und so die Gaststätte führen. Hier bewirtet Elsie wahrlich nicht nur sich selbst, sondern hat viele treue Gästem, die bis zu 140 Kilometer aus der Umgebung zurücklegen, um sich von Elsie bewirten zu lassen. Viele von ihnen haben selbst einmal in Monowi gelebt.

Elie Eilers „Monowi Tavern“ ist DIE Traditionskneipe der Gemeinde

Foto: Wikimedia Commons / liumiao999:CC
Nicht der einzige 1-Einwohner-Ort

Im US-Bundesstaat Wyoming, rund siebeneinhalb Autostunden entfernt liegt ein weiterer Ort mit nur einem Einwohner: PhinDeli, ehemals Bufort. Der Vietnamese Phạm Đình Nguyênhat hat das gemeindefreie Gebiet 2012 bei eBay ersteigert und als neuer Eigentümer unbenannt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte hier nur Don Sammons gelebt, er war Bürgermeister, Betreiber der Post und der einzigen Tankstelle im Ort.

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