Das Museum of Sex liegt mitten auf der Fifth Avenue

MoSex – das versauteste Museum New Yorks

Tausende Fetisch-Accessoires, ein eigener Fummel-Floor, zig Hardcore-Streifen in Dauerschleife – das Museum of Sex bietet tatsächlich all das, was man sich unter einem Haus mit dieser Bezeichnung vorstellt. Doch obwohl es schon seit 2002 mitten in Manhattan steht, gab es in all den Jahren weder Proteste noch Versuche, es zu schließen. Das mag auch am Ansatz des MoSex liegen, denn hier gilt: versaut ja, aber eben auf seriöse Weise. Wie das funktioniert.

Keine pornografischen Motive auf dem Schriftzug, keine frivolen Filmchen im Schaufenster oder gar ein leicht bekleidetes Begrüßungskomitee am Eingang – das MoSex, wie das Museum of Sex in Anlehnung an das berühmte MoMA (Museum of Modern Art) auch genannt wird, ist von außen betrachtet vor allem eines: unerwartet unscheinbar.

Tagtäglich gehen hier in New York, auf der berühmten Fifth Avenue Ecke 27th Street, Tausende Menschen daran vorbei, ohne wirklich Notiz davon zu nehmen. Entsprechend niedrig ist auch die Schamschwelle, einfach mal hineinzugehen.

Von außen könnte man das MoSex auch mit einem gewöhnlichen Shop verwechseln

Foto: Getty Images

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BHs zum Abknabbern und Penis-Pasta

Wer durch die Tür geht, landet zunächst einmal im Museumsshop. Auch hier sucht man vergeblich allzu explizite Darstellungen von Sex-Akten oder Körperteilen, stattdessen gibt es erotische Accessoires in allen Varianten: Klassisches wie SM-Spielzeug, Gleitcremes, Kondome, Bücher, aber auch BHs aus Süßigkeiten, funktionstüchtige Mini-Vibratoren, die man als Halskette tragen kann, und Penis-Pasta.

Spätestens hier hört man vereinzelt schon das, was später im Museum zum Soundtrack des Besuchs wird: leises Kichern, extrovertiertes Kommentieren von Details und hier und da ein fast schon orgastisch ausgestoßenes „Oh my God!“.

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Die Mission des Museum of Sex

Um zu verstehen, was Besucher der Ausstellung erwartet, muss man wissen, was überhaupt das Ziel des Museums und seines Gründers Daniel Gluck ist: So heißt es auf der Webseite, dass es die Mission des MoSex sei, die „Geschichte, Evolution und kulturelle Bedeutung der menschlichen Sexualität zu erhalten und darzustellen“.

Wer also plumpe, aus dem Kontext gerissene Sex-Abbildungen und -Videos erwartet, wird angesichts der Seriosität und der herausgearbeiteten historischen Einordnung von Objekten und Aufnahmen überrascht sein. Nicht umsonst sehen Gluck und sein Team das Museum als Fortführung der Pionierarbeit von Sexualforschern wie Magnus Hirschfeld, Alfred Kinsey und William Masters und Virginia Johnson. 

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Inspiration fürs heimische Schlafzimmer

Vielleicht ist es auch dieser nach außen hin präsentierten Zurückhaltung und Seriosität zu verdanken, dass das Museum trotz seiner exponierten Lage seit seiner Eröffnung im Jahr 2002 nie skandalisiert – sondern im Gegenteil – als fester Teil New Yorks akzeptiert wurde.

Der Big Apple nimmt auch eine Sonderrolle in der Ausstellung ein, was nicht zuletzt der Vielzahl an New-York-spezifischen Artefakten zu verdanken ist, welche die Kuratoren zusammengetragen haben. Damit würdigt das Museum auch den Verdienst der Einwanderer-Metropole im Kampf um sexuelle Vielfältigkeit und Freiheit.

Auch New Yorks vermeintlich letztes „Glory Hole“, eine Wand mit ausgestanzten Löchern, die anonyme Sexpraktiken ermöglicht, ist im MoSex ausgestellt:

New York's last Glory Hole. #museumofsex #nyc #eatme

Ein von Moisés Sosa (@imomososa) gepostetes Foto am

Selbstverständlich steht nicht bei allen Besuchern das sachlich orientierte Interesse an der Historie des Sex' im Vordergrund, manche wollen nur gucken, vielleicht etwas für den Hausgebrauch entdecken, sich und den Partner stimulieren.

Eine ausgestellte BDSM-Ausstattung

Foto: dpa picture alliance

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Meist kommen die Gäste – darunter viele junge New Yorker – zu zweit, als Paar oder mit dem besten Freund oder der besten Freundin. Gemeinsam staunt und tuschelt man über die ersten pornografischen Postkarten, die einst unter der Hand verkauft wurden, Schwarz-Weiß-Aufnahmen von allen erdenklichen Variationen des Geschlechtsakts, die ersten Sex-Stummfilme, Kunstobjekte, die Tiere beim Dreier zeigen usw.

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Ein Fahrrad-Vibrator zum Ausprobieren

Natürlich bietet das Museum abgesehen von den detaillierten Texterklärungen zu den einzelnen Fotos, Videos und Artefakten auch genug Anlass zum Schmunzeln, vor allem angesichts der Kreativität, die Menschen entwickeln, um ihr sexuelles Verlangen zu befriedigen.

So stellt das Museum of Sex zum Beispiel einen als Kunstobjekt konzipierten Fahrrad-betriebenen Vibrator aus. Und das nicht ohne dessen Zweckdienlichkeit für Frauen mit einem Video zu veranschaulichen. Besucher dürfen das Fahrrad auch ausprobieren, natürlich nur, um den Antrieb der Vorrichtung zu testen, so wie in diesem Instagram-Clip.

Ein von @g.wannn gepostetes Video am

Rund 15.000 Artefakte umfasst die Sammlung des Museums mittlerweile, die ständig wächst und in wechselnden Ausstellungen präsentiert wird, dazu zählten in der Vergangenheit unter anderem: „The Eve of Porn: Linda Lovelace“, die sich dem Erotik-Star („Deep Throat“) widmet, „The Sex Lives of Animals“ oder „Lovers from the Hereafter“, die Skelette bei sexuellen Handlungen inszenierte.

Anfassen? Unbedingt!

Zum Konzept des Museums gehört es auch, dass Besucher Sexualität nicht nur visuell wahrnehmen. Je nach Installation sind Berührungen durchaus erwünscht.

Im Museum gilt oft: Bitte anfassen!

Foto: Getty Images

Die aktuelle Ausstellung „Splendor in the Grass“ widmet sich zum Beispiel ganz den menschlichen Sinnen. Als Kulisse dient dazu eine Art Campingplatz, der, so heißt es, in einen „surrealen Spielplatz für Erwachsene“ umgewandelt wird, auf dem die einzelnen Sinne stimuliert werden – ein Fummel-Floor sozusagen.

In einem lichtundurchlässigen Raum sind Besucher zum Beispiel auf ihre Hände angewiesen und ertasten an den Wänden nicht nur gefühlsecht gestaltete menschliche Organe, sondern mitunter auch im Raum befindliche Museumsgäste – und das ist durchaus erwünscht. 

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Eine Hüpfburg aus Brüsten

Gut zwei bis drei Stunden sollte man für den Besuch des Museums einplanen, und wer anschließend eine gewisse angestaute Energie verspürt, kann diese auch abbauen – allerdings nicht so, wie man mitunter denken mag, sondern auf einer Art Hüpfburg mit gigantischen Brüsten. „Jump for Joy“ nennt sich die Installation des Duos Bompas & Parr, die laut Beschreibung „entworfen wurde, um das Bewusstsein für den Körper zu steigern und eine aufregende Möglichkeit für physischen Kontakt zwischen Fremden zu schaffen“. Doch die meisten nutzen den Raum dann vor allem für eins: zum Videodrehen und Fotoschießen.

Adresse: Museum of Sex, 233 Fifth Avenue (Ecke 27th Street), New York, NY 10016
Eintritt: 18,50 Dollar (Jump for Joy gegen 3 Dollar Aufpreis); Mindestalter: 18 Jahre.

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