Nach dem Erdbeben

Das müssen Nepal-Reisende jetzt wissen

Nach dem Erdbeben in Nepal ist die Lage schwierig. Das Land ist bei Urlaubern ein beliebtes Reiseziel. Welche Bedeutung hat der Tourismus im Land, sind Reisegruppen aus Deutschland vor Ort, und was bedeutet das Unglück für Reisende? Wichtige Fragen und Antworten.

Gibt es Informationen über die Reisegruppen deutscher Veranstalter vor Ort?
Laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) halten sich derzeit zwischen 700 und 800 Veranstaltergäste im Land auf. „Eine genaue Zahl lässt sich schwer benennen, da es auch viele Individualreisende in Nepal gibt“, sagt Zeuch. Deutsche Reiseveranstalter wie Wikinger Reisen, DAV Summit, Studiosus und der österreichische Veranstalter ASI Reisen melden keine Opfer. „Zum Zeitpunkt des Bebens reisten Gäste von uns in Nepal, sie sind alle wohlauf“, heißt es etwa bei Studiosus. Bei Hauser Reisen war eine Gruppe vom Erdbeben betroffen, die Evakuierung ist bereits eingeleitet. Reiseveranstalter, die in den kommenden Wochen Reisen nach Nepal im Angebot haben, haben diese in der Regel abgesagt. Bei ASI Reisen etwa wurden alle Reisen bis zum 30. Juni abgesagt, bestätigte der Geschäftsführer.

Was können Urlauber tun, wenn sie eine Reise nach Nepal gebucht haben?
Urlauber können diese Reise kündigen, erklärt Reiserechtler Paul Degott. „Das Erdbeben ist ein Umstand höherer Gewalt.“ Anders als bei einer Stornierung fallen bei einer Kündigung keine Stornogebühren an – Urlauber bekommen den vollen Reisepreis erstattet. Sie wenden sich am besten direkt an den Reiseveranstalter. Auch wer zum Beispiel für Herbst eine Reise nach Kathmandu gebucht hat, kann laut Degott den Reisevertrag nun kündigen. „Wer sich dort die historischen Bauwerke anschauen will, wird das leider nicht mehr tun können“, sagt er. Denn in der Hauptstadt Nepals stürzten zahlreiche historische Tempel und Häuser ein. Das Auswärtige Amt rät von aufschiebbaren Reisen vorübergehend ab.

Wie ist die Lage am Flughafen in Kathmandu?
Der Flughafen in Kathmandu war vorübergehend geschlossen, hat aber mittlerweile seinen Betrieb wieder aufgenommen. Mit Einschränkungen starten derzeit Passagierflieger – dabei handelt es sich in der Regel um Sonderflüge. Zahlreiche Flüge wurden abgesagt. „Der ganze Flugplan ist natürlich durcheinandergewirbelt“, sagt Eva Machill-Linnenberg von Wikinger Reisen. Zwei Reisegäste des Veranstalters wurden bereits am Sonntagabend nach Abu Dhabi ausgeflogen, alle anderen warten am Flughafen auf eine Maschine.

Welche Rolle spielt der Tourismus in Nepal?
Nepal zählt nach Angaben des Auswärtigen Amtes zu den 20 ärmsten Staaten der Welt. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Laut dem DRV zog es 2013 rund 800.000 Gäste aus aller Welt in das Land am Südrand des Himalaya. Der Anteil deutscher Urlauber ist mit etwa 20.000 Urlaubern verhältnismäßig gering.

Gebetsfahnen in Nepal

Foto: Getty Images

Was macht Nepal für Touristen attraktiv?
Die Hochgebirgslandschaft an der Grenze zu Tibet zieht vor allem Trekking-Touristen ins Land. Hier zählt der Weg zum Mount Everest zu den beliebtesten Routen. „Über Reiseveranstalter lassen sich geführte Touren buchen“, erklärt Sibylle Zeuch vom DRV. Meist sind Übernachtungen in Hotels, Hütten und Zelten auf der Trekkingroute enthalten. Je nach Anbieter kosten die Reisen zwischen 3500 bis 5500 Euro. Allerdings gibt es auch viele Individualreisende, die ihre Trekkingrouten selbst vor Ort zusammenstellen. Das Erdbeben löste am Berg Lawinen aus, die zahlreiche Bergsteiger in den Tod rissen. Außerdem ist die Hauptstadt Kathmandu mit ihren Weltkulturerbestätten ein bedeutendes Ziel für Urlauber. Das historische Zentrum Kathmandus ist durch das Erdbeben verwüstet worden, mehrere Unesco-Weltkulturerbestätten wurden zerstört.

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Soziale Netzwerke helfen bei Freunde-Suche

Facebook und Google helfen mit zusätzlichen Funktionen bei der Suche nach Freunden im Erdbebengebiet im Himalaya. Das soziale Netzwerk Facebook startete einen „Safety Check“: Damit können Nutzer ihren Status auf „sicher“ stellen, um ihre Freunde wissen zu lassen, dass es ihnen gut geht. Googles „Personenfinder“ lässt auch zu, dass Nutzer Informationen über Dritte angeben – etwa wenn sie mit jemandem im betroffenen Gebiet telefoniert haben.


Der deutsche Reisefotograf Jordane Schönfelder ist derzeit in Nepal und sagte, für zahlreiche Touristen in der Hauptstadt Kathmandu seien die Funktionen sehr wichtig, um Bekannten zu Hause Bescheid zu geben. Die Informationen in Googles Funktion können von allen öffentlich eingesehen werden.

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