Mann fliegt um die Welt und testet Bordmenüs

Die Airlines mit dem besten (und schlechtesten) Flugzeugessen

Der Australier Nik Loukas hat die Verpflegung an Bord von Passagierflugzeugen zu seinem Lebensinhalt gemacht. Schon Hunderte Flüge ist er allein wegen des Essens geflogen. Warum er das tut und wo es die leckersten und schlimmsten Speisen gibt, hat uns der Vielflieger im Interview verraten.

Von Louisa Wittek

Beim Flugzeugessen scheiden sich ja bekanntlich die Geister: Für die einen sind die portionierten Mahlzeiten im Flieger ein Graus, andere mögen sie ganz gerne, und wieder andere sehen darin kaum mehr als eine willkommene Abwechslung während des Flugs. Und dann kommt es auch stark darauf, ob man Economy, Business oder gar First Class fliegt – und natürlich mit welcher Airline.

Einer, der fast jedes Bordmenü der bekanntesten Fluggesellschaften dieser Welt kennt, ist der Australier Nik Loukas. Seit 2012 beschäftigt er sich professionell mit dem Thema und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bordmahlzeiten zu testen und darüber auf seiner Website inflightfeed.com zu berichten. Mehr als 180.000 Kilometer fliegt der Australier jedes Jahr, um die neuesten Fluggerichte ausfindig zu machen und sie zu probieren. Anschließend bewertet und vergleicht Loukas die Bordmenüs in verschiedenen Kategorien, wie zum Beispiel Geschmack, Quantität, Qualität und Service.

Nik Loukas fühlt sich im Flieger sichtlich zu Hause

Foto: Nik Loukas

Dass es überhaupt diesen Service über den Wolken gibt, fasziniert Loukas, wie er TRAVELBOOK sagte: „Ich finde es ganz schön beeindruckend, dass man in 10.000 Metern Höhe bei einer Geschwindigkeit von mehr als 800 Kilometern die Stunde essen kann.“ Die Bordverpflegung wirke auch aufkommender Langeweile in der Luft entgegen – auch, weil man ja nie so genau wisse, was einen erwartet.

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wo es am besten schmeckt

Loukas' absolute Favoriten unter den Bordmenüs bekam er bei Singapore Airlines serviert: Hummer Thermidor sowie Kyo-Kayseki, ein traditionelles japanisches Menü mit mehreren Gängen aus kleinen Gerichten. Derartige Köstlichkeiten gibt es natürlich nur in der First Class, präsentiert auf Porzellangeschirr und begleitet von edlen Tropfen.

Das für Loukas beste Essen in der Luft: der Hummer Thermidor von Singapore Airlines

Foto: Nik Loukas

Doch auch so mancher Economy-Class-Flug hat Loukas in puncto Essen überzeugt: Begeistert hat ihn etwa das Frühstück, das er auf einem Flug mit Turkish Airlines serviert bekam. Die türkische Airline konnte den Testesser mit ihren Bordmenüs ohnehin sehr überzeugen, genauso wie die griechische Fluglinie Aegean Airlines und die in Stockholm ansässige SAS Scandinavian Airlines. Laut Loukas ebenfalls empfehlenswert: das Pre-Order-Economy-Class-Gericht bei der österreichischen Airline Fly Niki.

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Bei FlyNiki gab es ein leckeres Hähnchen-Schnitzel

Foto: Nik Loukas

Absurd – Aber lecker

Das aus seiner Sicht absurdeste Gericht genoss Loukas auf einem Flug von Paris nach Taipeh mit der taiwanesischen Fluggesellschaft EVA Air. Er hatte sich dieses eine Gericht extra schon vor dem Abflug bestellt und wusste daher, was ihn erwartete. Als die Stewardess das Menü dann brachte und nach einem Kind in seiner Reihe suchte, war sie sehr erstaunt, als sie dem erwachsenen Mann das vorbestellte Hello-Kitty-Menü reichen musste. Seinen Sitznachbarn hat er damit den Flug auf jeden Fall ein bisschen amüsanter gemacht.

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Fleischbällchen mit Nudeln, ein Schoko-Brownie, Nutella: Dieses Menü gibt es nur in den Hello-Kitty-Jets von EVA Air

Foto: Nik Loukas

Das schlechteste Essen

Das bislang schlimmste Bordessen bekam Nik Loukas bei der ukrainischen Fluglinie Ukraine International Airlines serviert: „Nicht nur der Service war schlecht. Auch das Essen, das ich bestellt habe, sah absolut nicht ansprechend aus. Und es schmeckte einfach widerlich.“ Überdies habe die Airline für das unappetitliche Gericht einen viel zu hohen Preis von 9 Euro verlangt. „Im Allgemeinen versuche ich, das Gute in Airline-Mahlzeiten zu sehen, aber bei dieser Fluglinie fiel es mir wirklich schwer.“

Unansehnlich und nicht lecker: das Menü der Fluglinie Ukraine International Airlines

Foto: Nik Loukas

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Deutsche airlines sind solide

TRAVELBOOK hat den Vielflieger natürlich auch gefragt, was deutsche Fluggesellschaften in puncto Essen so zu bieten haben. Sein Fazit fällt insgesamt positiv aus: Alle deutschen Airlines, die er bisher kennenlernen durfte, hätten ziemlich gutes Essen serviert. Besonders die Currywurst bei seinem Airberlin-Flug habe ihn überzeugt. Darauf, welche deutsche Fluggesellschaft das beste Essen hat, wollte er sich allerdings nicht festlegen. „Ich denke, sie bieten alle etwas anderes und auf ihre Weise interessantes an. Aber fragt mich noch mal, nachdem ich mit Lufthansa First Class geflogen bin, ich habe gehört, das Essen dort sei ein gastronomisches Erlebnis.“

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Der Flug dauerte zwar nur eine Stunde, aber Bangkok Airlines servierte trotzdem eine kleine Mahlzeit

Foto: Nik Loukas

Von November bis Februar kann man bei Japan Airlines Kentucky Fried Chicken bestellen

Foto: Nik Loukas

Loukas testet übrigens nicht nur das Essen im Flieger, inzwischen berät er auch verschiedene Fluggesellschaften und bildet Fachkräfte im Service-Bereich aus. Zudem plant er einen Dokumentarfilm über die Mahlzeiten auf Flügen, den er mithilfe von Crowdfunding finanzieren will. In dem Film soll es unter anderem darum gehen, wie die Bordmenüs produziert werden und welchen Weg sie nehmen, bevor sie auf unseren kleinen Flugzeugtischen landen. Zudem will Loukas mit dem schlechten Ruf aufräumen, den das Flugzeugessen bei vielen hat. „Ich möchte den Leuten zeigen, dass längst nicht alles schlecht ist. Es gibt auch gute Gerichte.“

Dieses Hähnchen-Ciabatta gab es in 10.000 Metern Höhe bei Icelandair

Foto: Nik Loukas

Einen Tipp für Fans von (gutem) Flugzeugessen hat Nik Loukas auch noch: Wer nach den portionierten Mahlzeiten noch Hunger hat, solle die Stewardess einfach freundlich nach einer zweiten Portion bitten. Ihm selbst sei dieser Wunsch bisher nie ausgeschlagen worden.

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