Öko-Projekt statt Modebusiness

Designerin kündigt Top-Job – und baut ein Bambus-Dorf auf Bali

Elora Hardy entwarf Muster für eine Modefirma in New York, doch irgendwann hatte sie ihren Job satt. Sie entschloss sich, auszusteigen und sich ihren Traum auf Bali zu verwirklichen: ein Öko-Dorf aus Bambus. Die Geschichte.

Elora Hardy hat sich diesen Traum erfüllt, auch wenn es bei ihr vielmehr eine Rückkehr war.

Hardy wuchs auf der paradiesischen Insel Bali auf, zog dann in die USA, um dort zu studieren und anschließend in New York für eine der erfolgreichsten Modedesignerinnen der Welt, Donna Karan, zu arbeiten. Doch damit endet ihre Auswanderer-Geschichte nicht. Ganz im Gegenteil, sie beginnt erst hier: Nach 14 Jahren amerikanischem Glamour-Leben kündigte Hardy 2010 ihren Job im Mode-Business – und ging zurück nach Bali.

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Das „Green Village“ auf Bali besteht aus neun luxuriösen Häusern, allesamt aus Bambus gebaut

Foto: Rio Helmi

Schon mehr als 50 Bambus-Häuser gebaut

„Ich habe Bali immer geliebt und vermisst, der Ort, an dem ich aufgewachsen bin“, sagt Elora Hardy zu TRAVELBOOK.

Eloras Vater, John Hardy, hatte 2007 die „Green School“ gebaut, ein Gebäude, das komplett aus Bambus besteht. Diese Arbeit wollte Elora Hardy fortführen und gründete „Ibuku“, eine Firma, die Häuser und Möbel baut – auch (fast ausschließlich) aus Bambus. „Nachdem ich die Green School gesehen habe, habe ich mich in die Möglichkeiten verliebt, die uns Bambus gibt“, sagt Elora Hardy. Seit der Gründung haben sie und ihr Team schon mehr als 50 Bambus-Häuser gebaut. Neun dieser Häuser bilden das „Green Village“, eine Community mit luxuriösen Privathäusern, die so großzügig ausfallen, dass man sie gut und gerne als Paläste bezeichnen kann.

Klicken Sie sich hier durch die Bildergalerie und entdecken Sie das traumhafte Bambusdorf auf Bali:

Architekten, Designer, Gärtner, Handwerker und Hilfsarbeiter – das Team von „Ibuku“ besteht zum größten Teil aus Indonesiern. Aber auch Eloras Bruder, Orin Hardy, ist Teil des Teams und hat 2012 den Garten-Bereich eingeführt. Orin hat es sich nach seinem Studium in den USA zur Aufgabe gemacht, Menschen in aller Welt beizubringen, wie sie Essen richtig und nachhaltig anbauen können. Auf Bali kümmert er sich deshalb nun um die Gestaltung von Gärten.

Das Team von Ibuku besteht unter anderem aus Architekten und Designern

Foto: Ibuku

Die Handwerker, die für das Unternehmen arbeiten, stammen meist aus Familien, die schon seit vielen Generationen in der Holz- und Steinindustrie arbeiten. Sie kennen Bambus von Kindesbeinen an und führen mit ihrer Arbeit nun diese Tradition fort.

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Warum Bambus?

In Asien ist Bambus als Baumaterial weit verbreitet. Dass man daraus Häuser wie die von „Ibuku“ machen kann, ist allerdings eine Besonderheit. Ein großer Vorteil, den die Pflanze hat: Sie wächst nach, und das innerhalb von drei bis fünf Jahren. Andere Bäume brauchen oft Jahrzehnte um wieder genutzt werden zu können bzw. wird vielerorts auf der Welt mit Materialien gebaut, die nicht nachwachsen.

So sieht es im Inneren der „Sharma Springs“-Villa aus. Wer möchte nicht auf diesem Schaukel-Sofa liegen?

Foto: Rio Helmi

Den Bambus bezieht „Ibuku“ laut eigenen Angaben von vielen Hunderten Farmern aus Bali, Java und Flores. Trotz seiner Elastizität und Stärke (vergleichbar mit der von Stahl!) müssen die Bambusstangen  bearbeitet werden, damit sie nicht von Insekten befallen oder von Wind und Wetter zerstört werden. Wo Bambus an seine Grenzen stößt, werden zum Beispiel Natursteinplatten eingesetzt. Bei einem ausgeklügelten Design, einer perfekten Statik und einer guten Pflege kann ein Bambushaus ein Leben lang halten. Minimum sind aber laut „Ibuku“ 25 Jahre.

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Ess- und Wohnbereich mit Blick auf den Dschungel

Foto: Rio Helmi

Wie viel Bambus für ein Haus?

Weil die Verwendung von Bambus nicht bei der Fassade aufhört, sondern „Ibuku“ auch Böden, Wände, Sofas und Küchen aus der Pflanze herstellt, kommen einige Meter zusammen. Für ein 300 Quadratmeter großes Haus in dem Bambus-Dorf wurden 8100 Meter ununterbrochener Bambus verwendet – oder 1200 Stangen. Für das Interieur kamen noch mal 3000 Meter obendrauf.

Selbst nachts, wenn die Bambusgebäude erleuchtet sind, fügen sie sich perfekt in die Umgebung ein

Foto: Rio Helmi

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