Spuckspecht, Glotzeule, Rüttelschwalbe...

Das sind die nervigsten Kids auf Flugreisen

Im Flugzeug wird der Nachwuchs schnell ungeduldig, braucht Beschäftigung und Ablenkung. Und obwohl jeder ein gewisses Verständnis aufbringen sollte – manche Kinder machen uns einfach alle! TRAVELBOOK hat die nervigsten Typen identifiziert.

Eric Paul Von Eric Paul

Im Flugzeug haben es gerade junge Familien schwer: Wenn Kinder dabei sind, müssen sie die strafenden Blicke der Mitreisenden erleiden, wenn der eigene Nachwuchs aufdreht. Allerdings ist nicht jedes Kind gleich. Wir haben die charakteristischsten Nerv-Kinder jetzt identifiziert. Eines aber vorweg: Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und nimmt sich auch nicht allzu ernst.

Die Rüttelschwalbe

Die Rüttelschwalbe ist einer der häufigsten Vertreter der Nervkiddies. Sie schütteln und rütteln und kicken und stoßen gegen den Vordersitz und gefährden den Vordermann mit einer akuten Hirnerschütterung – oder Übelkeit. Denn wer ohnehin schon mit schwankenden Fliegern Probleme hat, der wird sich wie in einer Zentrifuge fühlen. Dabei attackiert die etwa einen Meter große Rüttelschwalbe den Vordermann in präzisen Intervallen: Immer dann, wenn man denkt, es herscht endlich Ruhe, kommt der nächste Schlag. Bei den meisten Exemplaren geht die Tret-Sucht mit einer gewissen Taubheit einher, denn die gemeine Rüttelschwalbe scheint immun gegenüber akustischen Interventionsversuchen der Eltern.

Die kleine Rüttelschwalbe hat besonderen Spaß dabei, den Sitz vor ihr ordentlich durchzuschütteln

Foto: Getty Images

Das Schreikehlchen

Eine ebenfalls sehr häufig vorkommende Gattung ist das Schreikehlchen. Lautstark zeigt sie ihre Missgunst durch Schluchzgeräusche oder wütende Zwischenrufe. Die Intensität fällt – obwohl stets gleich nervig – je nach Alter zwischen einem und sechs Jahren unterschiedlich aus. Ein gutes Erkennungsmerkmal für Beobachter ist die extreme Tonhöhe, die meist oberhalb der Spezifikation gewöhnlicher Oropax liegt. Einzige Abhilfe schafft nur das weiträumige Verlassen des Beschallungsbereiches.

Zum Leid der Mitreisenden lässt sich ein Schreikehlchen nur schwer beruhigen

Foto: Getty Images

Der Riechfink

Besonders in den Reihen der „Holzklasse“ hat man sie nicht gerne als Sitznachbar: die Riechfinken. Auf den ersten Blick geben sie sich unscheinbar, doch erkennt man sie schnell an einem beißenden Geruch nach faulen Eiern, der ausgehend vom Epizentrum die Gesichter der Mitreisenden in Grimassen verwandelt. Experten bezeichnen die Duftattacken der Riechfinken, deren luftige Aktivitäten schon im frühkindlichen Alter beginnen (und oft bis ins hohe Alter anhalten) als Flatulenzen. Das Öffnen der Fenster würde Abhilfe schaffen, doch im Flugzeug ist das leider keine gute Idee. Der Riechfink wird vor allem durch bohnenhaltige Speisen angelockt.

Die Glotzeule

Eigentlich ist sie ziemlich ruhig, dafür irritiert die oft zwei- bis vierjährige Glotzeule ihre Mitreisende mit einem starren, bohrenden Blick, dem man kaum entkommen kann. Hier hilft nur eines: Ruhe bewahren und den eigenen Blick senken, bis die Glotzeule sich ein neues Opfer sucht. Versuchen Sie unter keinen Umständen, sie anzusprechen oder Unbehagen zu zeigen (nervöses Kratzen, Schweißausbrüche), denn dann glotzt sie umso mehr. Im schlimmsten Fall lösen Sie damit eine Kettenreaktion aus und der Glotzer wird zur Wühlmeise. Aber mit diesem kleinen Racker beschäftigen wir uns später.

Little Brother is watching you... die gemeine Glotzeule

Foto: Getty Images

Die Laufstelze

Nicht durch Lautstärke oder offensives Starren, aber durch wiederkehrende Präsenz in geschlossenen Räumen wie der Flugzeugkabine fällt die Laufstelze auf. Sie schleicht sich meist unauffällig an seine auserwählten „Opfer“ heran, berührt sie meist unerwartet von der Seite und untersucht sie mit großen Augen. Oft geht das mit einem Aufschrecken der Opfer einher. Nicht selten versucht die kleine Laufstelze sie dann in ein Gespräch zu verwickeln, wobei sie mit piepstiger Stimme meist simple Fragen stellt. „Was machst du da?“ Die Laufstelze richtet in der Regel keinen bleibenden Schaden an, reißt Mitreisende aber aus den aktuellen Aktivitäten heraus und irritiert sie beim Videoschauen oder Schlafen.

Die Laufstelze liebt es, im Kabinengang auf uns ab zu wandern. In extremen Fällen geht es auch mal über die Sitze.

Foto: Getty Images

Die Wühlmeise

Zum Leid ihrer Eltern ist die gemeine Wühlmeise ein besonderes Exemplar, das gern seinen gesammelten Hausrat auf Reisen bei sich führt. Dazu kommt eine Neigung, seine Umgebung nach eigenen Vorlieben gestalten zu wollen. Dementsprechend dekoriert die Wühlmeise Sitze, Tische und nicht selten auch andere Reisende mit persönlichen Gegenständen oder Restprodukten seiner Nahrung, um ihr Revier zu markieren. Die Elterntiere versuchen zwar nicht selten, dieses Verhalten einzudämmen, doch gelingt dies nur in seltenen Fällen. Der etwa drei- bis fünfjährigen Wühlmeise zu entkommen, ist praktisch nicht möglich. Man kann nur abwarten und Tee trinken – wenn dort noch kein Artefakt platziert worden ist.

Die Wühlmeise trägt gern ihre persönlichen Dinge durch die Kabine und legt sie an unerwarteten Stellen ab, wodurch sie klar ihr Revier absteckt

Foto: Getty Images

Der Sabberling

Diese Gattung der Störenfriede ist etwas offensiver und weitaus jünger als die Wühlmeise und markiert sein Revier nicht durch das Platzieren von Items, sondern durch das Benetzen von Objekten und Mitreisenden mit Sekreten aus dem Mund. Diese sind nicht unbedingt giftig, können aber Reste seiner letzten Mahlzeit beinhalten, die womöglich mit der Zeit einen unangenehmen Geruch entwickeln. Nähert sich Ihnen ein Sabberling, versuchen Sie zunächst, keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Falls das nicht klappt, halten Sie Abstand oder wehren Sie die Schleckattacke mit einem anderen Gegenstand ab, einem Buch oder so. Nicht zu verwechseln ist der Sabberling aber mit dem Spuck-Specht, wenn auch viele Charakteristiken ähnlich erscheinen.

Wenn Sie das sehen, schützen Sie sich vor der etwas feuchteren Art der Reviermarkierung, die der kleine Sabberling oft verwendet

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Der SpuckSpecht

Wie schon angedeutet, weist der Sabberling ähnliche Merkmale wie der Spuckspecht auf, doch verwendet er keine Sekrete sondern direkt den Mageninhalt. Vor allem junge Exemplare sind gut an einer auffallenden Stille und grünlich-blauer Gesichtsfarbe zu erkennen. Eine bevorstehende Spuckattacke kündigt sich durch glucksende Geräusche und verkrampfte Gesichtszüge zu erkennen. Für Sie bedeutet das: Laufen Sie um ihr Leben oder verbergen Sie sich unter einer Jacke. Die Reichweite dieser Attacken ist nur spärlich dokumentiert, doch wird sie künstlich erhöht, wenn die Elterntiere sie zum nächsten Waschraum zu bugsieren versuchen. Übrigens: Obwohl die Fähigkeiten des Spuckspechtes schon früh voll ausgebildet sind, behalten viele sie bis ins hohe Alter.

Mit dem Spuckspecht ist nicht zu spaßen. Haben Sie aber zufällig eine sogenannte Spuck-Tüte zur Hand, können Sie diese weiterreichen – und somit sich selbst vor Attacken schützen

Foto: Getty Images

Die leidgeprüften Eltern

Jede unserer aufgelisteten Gattungen hat offenbar gemeinsame Vorfahren. Das sieht man insbesondere an den ausgewachsenen Exemplaren: Diese zeigen fast immer nach unten gezogene Mundwinkel, dunkle Markierungen unter den Augenliedern und einen nach Entschuldigung ringenden Blick. Sie sind die eigentlichen Leidtragenden und brauchen oft Hilfestellung oder zumindest aufmunternde Worte. Kommt Ihnen also mal eine Glotzeule, ein Riechfink oder ein Spuck-Specht in die Quere, gefolgt von seinen Eltern, haben Sie etwas Verständnis und versuchen Sie, diese nach besten Möglichkeiten zu unterstützen. Denn wer weiß, vielleicht versteckt sich auch in Ihrem Nachwuchs ein kleiner Goldschatz.

Auch wenn der Nachwuchs mal zu weit aufdreht – die Eltern, Geschwister und andere Verwandte sind doch die eigentlichen „Opfer“. Also nehmen wir es den Kleinen nicht allzu übel...

Foto: Getty Images

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