Studie nennt konkrete Zahlen

So viel bringen deutsche Urlauber den ärmeren Ländern ein

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat berechnet, wie viel jeder Deutsche mit seiner Reise in Entwicklungs- und Schwellenländer zu deren Volkswirtschaft beiträgt und wie viele Arbeitsplätze weltweit allein durch deutsche Urlauber geschaffen werden. Die Zahlen verblüffen.

Eine schöne Zeit haben, sich herrlich erholen und ganz nebenbei die Welt ein bisschen besser machen – das geht. Und zwar so einfach, dass man es kaum glauben kann. Man muss einfach nur Urlaub machen. Nicht irgendwo natürlich, sondern in einem Schwellenland wie Vietnam, Mexiko oder Thailand. Und da fahren die Deutschen ja ohnehin gern hin.

Dass es wirklich so einfach ist, Gutes zu tun, belegt jetzt die neueste Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, die der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) in Auftrag gab und deren Ergebnisse jetzt auf dem Tourismusgipfel in Berlin präsentierte. Das Spannende daran: Es werden ganz konkrete Zahlen genannt, die den Effekt des Tourismus auf die Wirtschaft und die Lebensverhältnisse der Menschen vor Ort anschaulich machen – und verblüffen.

Urlauber in Thailand: 1,3 Milliarden Euro tragen deutsche Touristen zum hiesigen BIP bei

Foto: getty images

So tragen mit rund sieben Milliarden Euro sämtliche Auslandsreisen der Deutschen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Entwicklungsländer bei – das ist fast so viel wie der Etat des Bundesentwicklungsministeriums für 2016, der bei 7,4 Milliarden Euro liegt. 738.000 Arbeitsplätze schaffen deutsche Touristen durch ihre Reiseaktivitäten weltweit. Rechnet man die indirekten und induzierten Effekte mit hinein – also die Auswirkungen auf andere Branchen sowie die Effekte auf die Wirtschaft durch die gesteigerte Kaufkraft – sind es sogar 1,8 Millionen.

Betrachtet man einzelne Länder genauer, stellt es sich für diese beispielsweise wie folgt dar: In Thailand sorgt der deutsche Tourismus für 132.000 Beschäftigte, davon sind 55.000 direkt im Tourismus beschäftigt. Ähnlich ist der Effekt in Ägypten: 154.000 Arbeitsplätze werden insgesamt und 68.000 im Tourismus durch deutsche Urlauber ermöglicht. Geringer sind die zu beobachtenden Auswirkungen in Kenia (11.000 insgesamt, 4000 im Tourismus) oder Mexiko (19.000 insgesamt/9000 im Tourismus).

19.000 Arbeitsplätze schaffen deutsche Touristen in Vietnam direkt im Tourismus, insgesamt sind es 41.000

Foto: getty images

Doch was leistet der einzelne deutsche Tourist? Volkswirtschaftlich gesehen einen Beitrag von 620 Euro für die Wirtschaft des Landes, in das er reist. Werden indirekte und induzierte Effekte mitgerechnet, sind es sogar 1700 Euro. Durchschnittlich gibt ein Tourist etwa 286 Euro vor Ort aus. Ein Viertel davon fließt in die heimische Gastronomie, ein Fünftel in den Einzelhandel und zwei Fünftel in die Branche der Veranstalter von Ausflügen, Events und Aktivitäten. Eher eine nachrangige Rolle spielen die Ausgaben für Unterkünfte (neun Prozent) und Transport (sechs Prozent).

Im Durchschnitt wird durch 15 deutsche Urlauber eine Person direkt im Tourismus beschäftigt

Foto: Grafik BTW/Screenshot

Auch zur Modernisierung des Reiselandes trägt der Tourismus bei. Wenn sich die Übernachtungszahlen internationaler Gäste verdoppeln, so fanden die Wissenschaftler heraus, erhöht sich der Alphabetisierungsgrad in der Bevölkerung um 1,1 Prozentpunkte. Beim Zugang zu sauberem Wasser beträgt die Steigerung 1,9 Prozent. Zu Elektrizität 0,7 Prozentpunkte.

In Mexiko finden aufgrund der deutschen Touristen 9000 Menschen direkt Arbeit, in der Gesamtwirkung sind es 19.000

Foto: getty images

Der BTW-Präsident Michael Frenzel verband die Präsentation der Ergebnisse am Montag auch mit einem Appell an die Politik. Mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingskrise erklärte er: „Wir reden bei den Flüchtlingsströmen nicht nur über politisch Verfolgte, sondern auch über zahlreiche Wirtschaftsflüchtlinge. Bei diesen muss es darum gehen, die Rahmenbedingungen in den Heimatländern zu verbessern. Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor und Wachstumsbranche in vielen Regionen dieser Welt kann dazu beitragen, Perspektiven für diese Menschen zu schaffen.“ 

Weitere Informationen zur Studie „Entwicklungsfaktor Tourismus“ hier im Internet.

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