Survival-Serie, Teil 3

Die 16 besten Tipps, um einen Hai-Angriff zu überleben

Wegschwimmen, tot stellen oder selbst angreifen? Wie Sie bei einer Hai-Attacke am klügsten reagieren – oder die Gefahr von vornherein vermeiden – erfahren Sie im dritten Teil der TRAVELBOOK-Survival-Reihe.

Die Angst schwimmt mit: Hai-Angriffe kommen vor, obwohl die Gefahr extrem gering ist. Aber was sollte man im Fall des Falles tun? TRAVELBOOK verrät die wichtigsten Überlebens-Tipps von Experten der International Shark Attack File (ISAF), der Hai-Forschungsstelle der Universität von Florida, Survivalkünstler Rüdiger Nehberg sowie weiteren Spezialisten.

Hallo, Hai!

Wenn Sie einem Hai begegnen: Bleiben Sie zunächst ruhig, auch wenn es schwer fällt! Oft ist der Fisch nur neugierig oder zufällig dort – immerhin befinden Sie sich in seinem natürlichen Lebensraum, quasi in seinem Wohnzimmer. Vorschnelle Verteidigungsversuche könnten eine an sich harmlose Situation in ein Horrorszenario verwandeln.

Sie sollten dem Tier aber auf keinen Fall den Rücken zuwenden, damit er sie nicht umkreisen und von hinten überraschen kann. Richten Sie sich mit Ihrem Schorchel- oder Tauchpartner Rücken an Rücken aus, um alles im Auge zu behalten. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie dem Hai nicht den Weg ins offene Meer versperren, damit er sich nicht bedrängt fühlt.

Nicht die beste Stelle zum Baden: Solche Warnschilder oder Tipps von Einheimischen sollten Urlauber beachten

Foto: Getty Images

Zeigen Sie, dass Sie keine Beute sind!

Aber was tun, wenn der Hai nicht weiter zieht, vielleicht sogar agressiv erscheint? Sich tot zu stellen ist keine gute Idee, sagen die Experten. Auch panische Fluchtversuche seien gefährlich, da sie den Hai zusätzlich verwirren und zu weiteren Angriffen provozieren könnten.

Denn eigentlich gehört der Mensch nicht zu den Beutetieren der Raubfische. In den seltenen Situationen, wenn es tatsächlich mal zu einem Angriff kommt, ist dies in der Regel ein neugieriger Test, eine Verteidigungsreaktion oder ein Missverständnis.

Surfer werden häufiger von Haien angegriffen als Schwimmer, vermutlich weil sie leichter mit Beutetieren verwechselt werden

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Wenn es aber brenzlich wird: Wenden Sie sich dem Tier zu, schreien Sie es an und wehren Sie sich. Zeigen Sie ihm, wen er vor sich hat! Panische Fluchtbewegungen hingegen könnten den Hai in dem Irrtum bestärken, eins seiner Lieblingsbeutetiere erwischt zu haben – und er ist auf jeden Fall schneller als Sie.

Teil zwei der TRAVELBOOK-Survival-Serie: Überleben im Dschungel

Wehren Sie sich – aber richtig!

Wenn der Hai trotzdem angreift und Sie wirklich keine Wahl mehr haben als zu kämpfen, empfehlen Experten folgendes: Wehren Sie sich möglichst mit Hilfe von Gegenständen, wie zum Beispiel Ihrer Kamera oder dem Surfbrett.

Nur wenn Sie keine bei sich haben, sollten Sie Ihre Hände benutzen. Faustschläge oder Krallengriffe sind am effektivsten an empfindlichen Stellen wie Augen oder Kiemen.

Teil eins der TRAVELBOOK- Survival-Serie: Überleben im offenen Meer


stoppen Sie Blutungen!

Spätestens beim Zubeißen bemerkt der Hai, dass er kein Beutetier erwischt hat, und lässt in der Regel vom Opfer ab. Nun beginnt die eigentliche Gefahr: der Blutverlust. Nicht der Angriff selbst, sondern die Folgen sind meistens die Todesursache bei fatalen Haiattacken.

Wenn Sie einen Neoprenanzug tragen: Ziehen Sie ihn nicht aus, außer wenn sich stark blutende Verletzungen sonst nicht abbinden lassen. Denn der Neoprenanzug kann wie ein rettender Druckverband wirken. Blutungen sollten Sie sofort stoppen, auch wenn Sie noch im Wasser sind.

Raus aus dem Wasser – schnell, aber ruhig!

Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Hai seinen „Fehlbiss“ wiederholt, sollten Sie das Wasser sicherheitshalber trotzdem sofort verlassen, allein schon, um medizinische Hilfe zu suchen. Dabei sollten Sie sich so effektiv, schnell und trotzdem so ruhig wie möglich entfernen, denn Hektik könnte unter Umständen doch noch einen erneuten Angriff provozieren.

Auch wenn Sie keinen Schmerz spüren, sollten Sie zurück aufs Boot oder an Land gehen und nachsehen, ob Sie wirklich unversehrt sind. Denn es gab schon Berichte von Opfern, die ihre Verletzung gar nicht bemerkt haben.

Lassen Sie sich sofort ärztlich behandeln!

Experten raten, sofort vor Ort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, egal wie klein Ihnen die Wunde erscheint.

Auch Schock und Unterkühlung können gefährlich sein. Bewegen Sie sich (beziehungsweise das Opfer, wenn Sie sich als Helfer um eine andere Person kümmern) nicht unnötig und halten Sie sich (beziehungsweise das Opfer) warm, zum Beispiel mit einer Decke.

Immer mindestens zu zweit ins Wasser gehen: Mit dieser simplen Regel verringern Sie das Risiko eines Haiangriffs

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erste Hilfe für alle Fälle

Außerdem raten Experten zu regelmäßigen Erste-Hilfe-Kursen: „Viele Todesfälle hätten verhindert werden können, wenn Arterienblutungen rechtzeitig erkannt worden und bis zum Eintreffen der Rettungskräfte die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen geleistet worden wären“, mahnen die Wissenschaftler der „Shark Attack Files“.

Vorbeugung von Hai-Angriffen

Die sicherste Art, einen Hai-Angriff zu überleben ist natürlich, ihn gar nicht erst zu provozieren. Experten raten, sich vor Ort bei den Einheimischen nach Gefahren zu erkundigen und Warnungen unbedingt zu beherzigen. So sollten Sie keinesfalls ins Wasser gehen, wenn Sie bluten, da Haie ein verletztes Tier in Ihnen wittern könnten.

Nicht in Risiko-Zonen baden

Trübe Gewässer sollten Sie meiden, da sowohl die Haie als auch Sie wenig Orientierung haben – Unfälle kommen hier häufiger vor. Dasselbe gilt für Flussmündungen, Sandbänke, Hafenbereiche, Steilufer und andere Orte, an denen es von Beutetieren für Haie wimmelt oder an denen essbare Abfälle ins Meer geleitet werden.

Auch in der Nähe von Sportfischern sollten Sie nicht ins Wasser gehen, da Haie von deren Fang und den zappenden Fischen angelockt werden.

Hochburg der Haiangriffe: Das ist der gefährlichste Strand der Welt

Nicht Allein ins Wasser, schon gar nicht nachts

Gehen Sie nicht alleine ins Wasser, Haiangriffe auf Gruppen sind seltener. Nachts oder in der Dämmerung sollten Sie Haifisch-Gewässer meiden.

Am Strand ist man nicht unbedingt sicherer als im Wasser: Jährlich sterben mehr Menschen an Hundebissen als durch Haie

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Kein Bling-Bling

Auch kontrastreiche Badekleidung und glänzender Schmuck erhöht die Gefahr eines Angriffs, möglicherweise wegen Verwechslung mit Fischen.

Ohne Bello und Nicht zappeln

Vom Schwimmen mit Hunden und Pferden raten Experten ebenfalls ab, da deren Bewegungen Haie anziehen. Aus demselben Grund sollten sich auch Menschen nicht zappelnd in Hai-Gewässern bewegen.

Schwimmen Sie nicht zu weit raus

Wenn Sie sich zu weit vom Strand entfernen, ist im Fall des Falles keine Hilfe in Sicht und der Weg aus dem Wasser sehr lang.

Seien Sie aufmerksam

Beobachten Sie Ihre Umgebung: Wenn Fische oder Meeresschildkröten flüchten, kann dies ein Zeichen für Raubfische sein. Ziehen Sie sich vorsichtig zurück.

Dasselbe gilt, wenn Sie ein großes Aufkommen fischender Seevögel oder viele Delfine sehen: Sie sind ein Hinweis auf Beute-Fischschwärme, die auch Haie anziehen. Solche Bereiche sollten Sie meiden.

Hören Sie auf Ihren Instinkt!

Wenn Sie sich unwohl fühlen, auch scheinbar ohne Grund: Hören Sie auf Ihr Gefühl und verlassen Sie das Wasser. Ihr Instinkt kann Sie vor Gefahren warnen. Das sagen sogar die ganz und gar nicht esotherischen Wissenschaftler vom Haiforschungsinstitut.

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Bleiben Sie gelassen

Aufmerksam, aber ruhig und entspannt sein: Mit dieser Einstellung sind Sie am sichersten, darin sind sich die Experten einig. Falls Sie trotzdem im Wasser plötzlich Panik bekommen, rufen Sie sich in Erinnerung, dass Haiangriffe wirklich extrem selten sind.  

2015 kamen laut CNN weltweit sechs Menschen bei Hai-Attacken ums Leben. Das sind viel weniger als jährlich durch Hundebisse oder Blitzeinschläge, wie Statistiken gezeigt haben.

Zum Vergleich: Durch herabfallende Kokosnüsse sterben schätzungsweise 150 Menschen jährlich, und im Straßenverkehr gab es 2015 allein in der EU 26.000 Tote, davon 3.475 in Deutschland, wie unter anderem die „Zeit“ berichtet. In Meeren, in denen Haie leben, sind Sie so gesehen sicherer als an Land, sogar sicherer als in Ihrer Heimatstadt.

(mgr)

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