In Arizona

Warum mitten in der Wüste 4400 Flugzeuge stehen

In der Stadt Tucson im US-Bundesstaat Arizona gibt es einen Ort mitten in der Wüste, wo Tausende Flugzeuge scheinbar einsam stehen. Was es mit „The Boneyard“, wie der Ort auch genannt wird, auf sich hat – und warum die trockene Hitze für die Maschinen so wichtig ist.

Friederike Koenig Von Friederike Koenig

In Tucsons karger Wüstenlandschaft stehen sie, die rund 4400 Fluggeräte, bei denen man auf den ersten Blick denken könnte, jemand hätte sie hier einfach abgestellt und vergessen. Es ist ihre akribisch genaue Anordnung, die jedoch sofort gegen diese Theorie spricht. Die Flieger sind in verschiedene Bereiche eingeteilt, sortiert nach Typ und demnach auch nach Farbe. Die Abstände der Flügel scheinen auf den Millimeter genau bei allen Fliegern gleich zu sein.

Es hat etwas militärisches, und dieser Anschein trügt nicht, handelt es sich doch bei den Maschinen um Luftfahrzeuge der US-Streitkräfte, uns bei dem Feld um den nach eigenen Angaben größten Flugzeugfriedhof der Welt.

Tausende Maschinen, unter anderem aus der Luftwaffe und der Marine, stehen auf dem „The Boneyard“

Foto: Arizona Office of Tourism

Die besten Deals & Storys: Jetzt für den TRAVELBOOK-Newsletter anmelden!

Erste Maschinen kamen 1946

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, im Mai 1946, kamen die ersten Maschinen nach Tucson; zunächst mehr als 600 Langstreckenbomber, die B-29 Superfortresses, sowie 200 Transportflieger, die C-47 Skytrains. Letztere sind hierzulande vor allem als „Rosinenbomber“ bekannt, zur Zeit der Berliner Luftbrücke wurden sie von den Alliierten eingesetzt, um West-Berlin unter anderem mit Lebensmitteln zu versorgen.

In Reih und Glied stehen sie in der flirrenden Hitze, die mehr als 4000 Flieger

Foto: Arizona Office of Tourism

In den Jahren darauf folgten viele weitere zum Teil ausrangierte Maschinen der US-Luftwaffe, der -Marine, aber auch der NASA, die auf dem „The Boneyard“ (z.Dt. Friedhof), wie das Feld auch genannt wird, auf ihre Verschrottung warten. Doch nicht für alle Maschinen ist dieser Ort eine Endstation: Einige werden hier zerlegt und dienen somit als Ersatzteillager für andere Flieger, wiederum andere werden hier tatsächlich nur geparkt – aber eben längst nicht vergessen. Teilweise werden sie so hergerichtet, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder eingesetzt werden können. Unweit von hier befindet sich die „Davis-Monthan Air Force Base“, ein Stützpunkt der US-amerikanischen Luftwaffe.

Für die einen ist die Wüste die Endstation, andere Flieger werden hier für zukünftige Einsätze repariert

Foto: Flickr-Jason-CC BY-SA 2.0

Auch historisch bedeutsame Kampfflugzeuge finden hier ihre letzte Ruhestätte. So zum Beispiel die gesamte Flotte der Boeing B-47 Stratojet. Bis auf 30 Stück, die in Museen ausgestellt sind, wurden hier alle Maschinen dieses Typs demontiert.

Heute wird das Gelände mit einer Größe von etwa 1400 Fußballfeldern von der „309th Aerospace Maintenace Regeneration Group“ betrieben, die rund 550 Mitarbeiter hier beschäftigt.

Wüste bietet optimale Voraussetzung

Was mit einem Flieger passiert, der den Platz in Tucson erreicht, um hier dauerhaft gelagert zu werden, steht detailliert auf „airplaneboneyards.com“. So entnehmen die Mitarbeiter erst einmal alle Waffen, Schleudersitze und Datenträger, die sich an Bord befinden, bevor die Maschinen gewaschen werden. Die Kraftstoffsysteme werden geschützt und der Flieger mit einem Lack versehen, der ihn vor Sonne, Staub und Hitze schützt.

Rost an den Maschinen deutet häufig darauf hin, dass sie in Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit oder Regen im Einsatz waren

Foto: Flickr-Jason-CC BY-SA 2.0

Letzteres birgt aber nicht nur eine Gefahr für die Maschinen, sondern ganz im Gegenteil: Die Hitze trägt auch zu deren Erhalt bei. So bietet die Sonora-Wüste in Tucson in Arizona, die nicht nur für ihre meterhohen Kakteen, sondern auch für ihre staubtrockene Landschaft, die hohen Temperaturen und die geringe Luftfeuchtigkeit bekannt ist, ideale Voraussetzungen. Die Maschinen setzen keinen bzw. kaum Rost an, und auch der Boden ist von Natur aus hart, weshalb die tonnenschweren Flieger leichter bewegt werden können.

Typisches Bild aus der Sonora-Wüste in Arizona

Foto: Getty Images

Super-Flieger haben eigenen Bereich

Wer von oben auf das riesige Gelände sieht, erkennt, dass dieses in verschiedene Bereiche unterteilt ist. Während auf dem einen Teil nur die Flieger stehen, die hier dauerhaft gelagert, und auf dem anderen die, die für ihren nächsten Einsatz fit gemacht werden, gibt es auch eine ganz besondere Reihe: In der sogenannten „Celebrity Row“ werden nur die bedeutsamsten Maschinen gezeigt.

Der Blick von oben auf einen Teil des Geländes

Foto: Arizona Office of Tourism

Auch interessant: Wo die Las-Vegas-Lichter ihre letzte Ruhe finden

So kann man „The Boneyard“ besuchen

Wer den Flugzeugfriedhof, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiert, einmal besuchen will, kann das nur innerhalb einer geführten Tour von montags bis freitags tun, die vom angrenzen „Pima Air & Space Museum“ angeboten wird (Erwachsene: ca. 6 Euro, Kinder bis 12 Jahre: ca. 3,50 Euro). Mit einem offenen Bus fährt man rund anderthalb Stunden einzelne Stationen ab – zwar kann man die Flieger so vom Nahen sehen und fotografieren, doch aussteigen darf man nicht. Das gesamte Gelände ist nur für Mitarbeiter zugänglich.

TRAVELBOOK Escapes  – kostenlos anmelden und bis zu 70 Prozent beim Urlaub sparen

Reise planen

  1. Hotel
  2. Mietwagen
  3. Bahn
  • Hotelsuche
    powered by
    Hotel-Suche
    Reisetermin
    Formular absenden
  • Suche Mietwagen
    powered by
    Mietwagen-Suche
    Abholort
    Rückgabeort
    Abholdatum
    Rückgabedatum
    Formular absenden Weitere Optionen
  • Suche Bahn
    powered by
    Bahn-Suche
    Von
    Nach
    Hinfahrt
    Rückfahrt
    Formular absenden Weitere Optionen