Auf der Isla Grande versteckte sich der berüchtigte Drogenbaron

Die vergessene Luxusinsel des Pablo Escobar

Dutzende Gästezimmer mit goldenen Armaturen, ein riesiger Swimmingpool und ein Helikopterlandeplatz: Drogenbaron Pablo Escobar baute sich überall in Kolumbien geheime Luxus-Villen, die ausgestattet waren wie 5-Sterne-Hotels. Ein besonders fürstliches Schlupfloch des kolumbianischen Gangsters liegt auf der Isla Grande im Nordwesten Cartagenas. Der belgische Fotograf Stefaan Beernaert hat den verwunschenen, aber immer noch streng bewachten Ort besucht.

Von Morgane Llanque

Die zweite Staffel  von „Narcos“ ist endlich online. Und während Millionen von Zuschauern zuhause auf ihren Bildschirmen verfolgen, wie Drogenbaron Pablo Escobar langsam seinem Untergang entgegensteuert, verfallen in Kolumbien die letzten Verstecke des wohl berüchtigtsten Verbrechers Lateinamerikas. 

Pablo Escobars geheime Häuser glichen eher 5-Sterne-Hotels als Verbrecher-Verstecken

Foto: www.noaccess.eu

Von denen hatte „El Patrón“ mehr als genug: Da ihm eine ganze Armee von Polizisten auf den Fersen war, brauchte der Anführer des Medellín-Kartells jederzeit einen Schlupfwinkel, der leicht zu erreichen war. Dabei handelte es sich bei seinen Zufluchtsorten nicht um feuchte Höhlen und schmutzige Baracken: So waren fast alle seine geheimen Häuser protzige Villen und Haciendas mit riesigen Ländereien.

Eine Trauminsel als Versteck

Auf der Karibikinsel La Isla Grande nordwestlich der Küstenstadt Cartagena baute Escobar sich eine Villa, die Platz für 300 Gäste bot. Goldene Duschköpfe, ein riesiger Swimmingpool und ein Helikopterlandeplatz inklusive. Der belgische Fotograf Stefaan Beernaert hat die seltsame Atmosphäre der Isla Grande mit seiner Kamera eingefangen. Dazu fuhr er gemeinsam mit seiner kolumbianischen Frau in einem kleinen Holz-Kanu zu den Islas de Rosario, auf denen außer dem berühmten Escobar auch andere Drogenhändler Verstecke hatten.

Auch andere Drogenhändler bauten sich auf den Islas de Rosario Verstecke: die meisten davon weit bescheidener und unauffälliger als Escobars Riesenvilla.

Foto: www.noaccess.eu

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Die Inseln sind seit dem Tod Escobars im Besitz des kolumbianischen Staates: Sie werden von Wächtern beschützt und sind auch in Kolumbien noch relativ unbekannt. Die Villa Escobars, in der sich einst alle Größen der kolumbianischen Unterwelt trafen, um Partys zu feieren und neue Coups zu planen, ist nun ziemlich heruntergekommen.

Stefaan Beernaert bei der Arbeit

Foto: www.noaccess.eu

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„Verlassene Orte und Gebäude faszinieren mich“, sagt Fotograf Stefaan Beernaert im Interview mit TRAVELBOOK. „Sie sind mein Ausbruch aus der täglichen Routine und sie sorgen dafür, dass ich mich lebendig fühle. Sie sind gegen die Regeln.“ Sein persönliches Lieblingsbild der Serie zeigt Escobars Luxusvilla vor dem leeren Pool, in dem vertrocknete Palmenwedel liegen (siehe Bildergalerie oben).

Von manchen Gebäuden auf den Islas de Rosario steht nicht mehr viel

Foto: www.noaccess.eu

Da der Staat bis jetzt keine Anstalten gemacht hat, die verlassenen Gebäude zu renovieren, glaubt Beenart, dass sie bald endgültig verfallen sein werden. „Meine Fotos werden dann vielleicht ein historisches Zeugnis sein und den Ort lebendig halten“, hofft er.

Narcos-Tourismus

Spätestens seit Erscheinen der Netflixserie „Narcos“ boomt in Kolumbien der Escobar-Tourismus. Neben der berühmten Hacienda Nápoles, über die auch TRAVELBOOK schon berichtet hat,  kann man so zum Beispiel an einer Tour in Medellín teilnehmen, in der man unter anderem einen Kaffee mit Pablo Escobars Bruder trinkt. Die Isla Grande ist einer der Orte, zu denen der Mainstream-Tourismus noch nicht vorgedrungen ist. Abseits der verfallenen Luxusverstecke leben hier 800 Kolumbianer, hauptsächlich Fischer und Bauern ohne jeden Zugang zu Strom oder fließendem Wasser.

Stefaan Beernaert vermutet, dass es sich bei diesem Raum um das verfallene Badezimmer von Escobars Frau María Victoria handelt.

Foto: www.noaccess.eu

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Den wachsenden Escobar-Tourismus, der von vielen Kolumbianern kritisiert wird, weil er den Mörder Hunderter Menschen glorifiziert, findet Fotograf Stefaan Beenart nicht verwerflich. Dennoch glaubt er, dass man Kolumbien nicht auf seinen Ruf als Herz des Kokainhandels reduzieren sollte. „Kolumbien öffnet sich mehr und mehr für Touristen und bemüht sich sehr, sein Image zu verbessern.

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