Von Argentinien bis Italien

5 versunkene Orte, die das Wasser wieder freigegeben hat

Ob durch eine Katastrophe oder Menschenhand: Im Laufe der Geschichte sind immer wieder ganze Städte unter Wassermassen begraben worden. Während einige noch immer darauf warten, entdeckt zu werden, sind andere buchstäblich aus der Versenkung wieder aufgetaucht – und offenbaren unseren ungläubig staunenden Augen. TRAVELBOOK zeigt fünf dieser mystischen Orte, die man heute sogar besuchen kann.

Villa Epecuén, Argentinien

Durch einen Dammbruch wurde Epecuén, der einstige Kurort, Opfer der Wasserfluten des gleichnamigen Sees. Seit 209 zieht sich aber das Wasser immer mehr zurück – und legt bizarre Ruinen frei.

Foto: Getty Images

Als nach heftigen Regenfällen am 10. November 1985 die Dämme des Epecuén-Sees barsten, begruben die Wassermassen die gleichnamige Stadt südwestlich von Buenos Aires unter ihren kalten Fluten. Anteil daran hatten auch die Tausenden von Touristen, die jährlich nach Epecuén kamen, um in den äußerst salzhaltigen Wassern des Sees zu Kur-Zwecken zu baden, wie unter anderem BILD berichtet. Bei der Überschwemmung mussten die 1500 Einwohner fast alles zurücklassen, ihr Hab und Gut war jahrelang wie vom Erdboden verschluckt. Doch 2009 begannen die Fluten, sich plötzlich zurückzuziehen, sodass Epecuén nach und nach wieder freigelegt wurde. Laut Medienberichten lebt in der Ruinenstadt heute nur noch ein einziger Einwohner. Mittlerweile kommen immer mehr Touristen in die ungewöhnliche Geisterstadt – und bringen so langsam wieder das Leben zurück.

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Reschensee, Italien

Der Turm der Kirche des versunkenen Städtchens Alt-Graun schaut immer noch aus dem Wasser des Reschensees. Wenn der im Winter zufriert, kann man sogar zu dem Monument wandern.

Foto: Getty Images

Der Reschensee ist ein künstlich angelegter Stausee, der 1950 geflutet wurde und das idyllische Dörfchen Alt-Graun in sich verschwinden ließ – bis auf den symbolischen Turm der denkmalgeschützten Kirche aus dem 14. Jahrhundert, der noch heute wie ein Mahnmal an vergangene Zeiten aus dem Wasser ragt. Zuvor war Alt-Graun bereits weitgehend abgetragen worden, da man die Bewohner „im nationalen Interesse“ zwangsenteignet hatte. Wie auf der Webseite der Region Südtirol nachzulesen ist, wurden insgesamt 163 Wohnhäuser und landwirtschaftliche Gebäude zerstört, 150 Familien damit ihrer Lebensgrundlage beraubt. Wenn im Winter der Reschensee zufriert, kann man sich dem imposanten Kirchturm sogar zu Fuß nähern. Der Reschensee ist heute ein beliebtes Wander- und Angelrevier und liegt in unmittelbarer Nähe eines Skigebietes.

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St. Thomas, USA

Die heutige Geisterstadt St. Thomas wurde von Mormonen gegründet, bevor sie 1938 die Wasser des Lake Mead einfach verschluckten. Immer wieder tauchte sie seitdem bei Dürren aber wieder auf.

Foto: Getty Images

Als 1938 der Hoover-Damm fertiggestellt wurde, überflutete der Lake Mead in Nevada die Stadt St. Thomas, die 1865 von Mormonen gegründet worden war. Die Stadt diente laut der Webseite des National Park Service davor als Zwischenhalt auf dem sogenannten Arrowhead-Trail zwischen Los Angeles und Salt Lake City. Anhaltende Dürren waren dafür verantwortlich, dass St. Thomas schließlich nach und nach wieder aus den Wassern des Lake Mead auftauchte – und heute sogar besichtigt werden kann. Dabei war es nicht das erste Mal, das St. Thomas von den Wassermassen wieder freigegeben wurde: Als das 1945, 1963 und 2012 schon einmal passierte, hielten hier ehemalige Einwohner sogar Wiedersehens-Treffen ab.

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Rummu-Gefängnis, Estland

Zwar war Rummu keine Stadt im eigentlichen Sinne, doch der Gefängniskomplex mit angeschlossenem Tagebau, in dem Häftlinge des Sowjet-Regimes sich nicht selten zu Tode schuften mussten, mutete bisweilen wie eine düstere Stadt an. Heute hat das Grundwasser die Anlagen überflutet, und laut „Huffington Post“ kommen neben Tauchern auch gerne Touristen zum Baden hierher. Die Tourismus-Seite von Estland betont aber, dass es sich beim ehemaligen Steinbruch von Rummu um einen ungesicherten und somit inoffiziellen Bade- und Tauchort handelt.

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Herakleion (Thonis), Ägypten

Wahrscheinlich bereits im 8. Jahrhundert vor Christus gegründet, war Herakleion, auch bekannt als Thonis, eine wichtige Hafenstadt und durch Wahrzeichen wie den Amun-Tempel sowie ihren angeblich märchenhaften Reichtum in der ganzen antiken Welt bekannt. Bis heute sind die Umstände ihres Untergangs im 8. Jahrhundert nach Christus weitgehend ungeklärt. Rund 1200 Jahre lag sie im Mittelmeer begraben, bevor der Unterwasser-Archäologe Franck Goddio und sein Team sie im Jahr 2000 wiederentdeckten. Wie unter anderem der „The Telegraph“ berichtet, wurden nur 6,5 Kilometer von der heutigen Küstenlinie entfernt die Überreste von 64 Schiffen entdeckt, außerdem Goldmünzen und Statuen. Einige davon wurden bereits freigelegt, und viele Taucher nutzen die Möglichkeit, der Unterwasser-Attraktion einen Besuch abzustatten.

Ein von @egypt_47 gepostetes Foto am

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