Keime, Klaustrophopie, Menschenhass...

Warum wir im Flugzeug zu Neurotikern werden

Überall Bazillen, stundenlanger Freiheitsenzug, plärrende Mitreisende, verseuchter Kaffee: Es gibt viele Gründe, warum man auch ganz ohne Flugangst nach einem Langstreckenflug direkt im Irrenhaus landen kann. Eine Übersicht mit einem Augenzwinkern – und hilfreiche Tipps, wie Sie den Wahnsinn überstehen.

Von Maike Grunwald

Die nächste Flugreise ist schon gebucht? Ein Langstreckenflug zum fernen Traumziel? Überlegen Sie es sich besser noch einmal! Denn kaum eine Erfahrung ist so zermürbend, anstrengend und Neurosen auslösend wie ein stundenlanger Flug. Manch einer hat dabei schon den Verstand verloren und wurde am Traumziel direkt vom Rollfeld in die Klapse befördert – oder in den Knast, weil er seinen Sitznachbarn genervt erschlagen hat.

Sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt: Lesen Sie, welche Neurosen Sie während eines einzigen Langstreckenflugs entwickeln können. Aber verzweifeln Sie nicht, denn hier finden Sie auch Antworten, wie Sie sich trotzdem den Verstand bewahren können.

Hinweis: Dieser Artikel ist augenzwinkernd-scherzhaft gemeint. Die Tipps sind nicht alle zur Nachahmung empfohlen (zum Beispiel die mit den Tabletten).

Alkohol als Selbstmedikation reicht nicht immer aus


1. Waschzwang

Norovirus auf der Armlehne, das Darmbakterium E.coli am Toilettengriff und der tödliche „Krankenhauskeim“ MRSA (Methillicin-resistenter Staphylococcus aureus) auf dem Klapptisch in der Sitzlehne vor Ihnen: Immer wieder zeigen wissenschaftliche Tests, dass Flugzeuge ein Tummelplatz für gefährliche Krankheitserreger sind.

Streng genommen dürfen Sie während des stundenlangen Fluges gar nichts anfassen – und schon gar nicht auf die Toilette gehen oder gar etwas essen. Da das nicht möglich ist, müssen Sie sich ständig die Hände waschen und desinfizieren. Einige Stunden später haben Sie sich eine der häufigsten  Zwangsneurosen antrainiert: den Waschzwang.

Krankheitserreger bleiben nicht brav auf dem Klo, sondern feiern im ganzen Flieger Party

Foto: Getty Images

Tipp: Trainieren Sie vor dem Flug sorgfältig Ihr Immunsystem, härten Sie es schrittweise gegen sämtliche Erreger ab. Umgeben Sie sich mit Hunden, Katzen, exotischen Tieren. Suchen Sie die Nähe kranker Menschen, die von Hygiene wenig halten. Nach einigen Wochen Krankenhausaufenthalt sind Sie gegen jeden Keim immun und brauchen sich selbst im Flugzeug nicht dauernd die Hände reinigen.

Lesen Sie bloß nicht diesen Artikel: 13 Dinge, die man im Flugzeug auf keinen Fall berühren sollte

2. Angstneurosen

Es ist gar nicht nötig, schon vorher an Flugangst zu leiden: Auch für einen bisher tiefenentspannten Menschen reicht ein Langstreckenflug aus, um ihn von einem Persönlichkeitstyp „Dalai Lama“ in ein chronisch zitterndes Nervenbündel vom Typ „Blair Witch Project“ zu verwandeln.

Denn an Panik auslösenden Triggern mangelt es nicht. Da wären die bereits erwähnten lebensbedrohlichen Krankheitskeime. Und: Ist das Kribbeln in den Beinen etwa ein erstes Anzeichen einer gefährlichen Thrombose, ausgelöst durch zu langes Sitzen?

Bedenken Sie: Auch wenn das Flugzeug gar nicht abstürzt (was ja vorkommen kann) lauern immer noch genug Unfall-Gefahren direkt in der Kabine. Das Bordpersonal weiß genau, warum es Sie vor dem Start auffordert, schweres Handgepäck nicht in den oberen Fächern zu verstauen – die Gefahr, dass es bei Turbulenzen direkt auf Ihren Kopf knallt und Sie ins Jenseits befördert, ist gar nicht so gering. Ein Langstreckenflug bietet Ihnen Gelegenheit, sich viele Stunden lang zu fragen, ob Ihr Sitznachbar (der mit dem 1.000-Kilo-Rollkoffer) die Anweisung auch befolgt hat.

Überhaupt, die Turbulenzen: Jederzeit können sie unvermittelt zuschlagen und für blutige Zwischenfälle sorgen – vor allem, wenn man gerade nicht angeschnallt ist. „Knochenbrüche und Rückgratverletzungen sind häufig die Folge“, zitiert TRAVELBOOK einen Experten. Immer wieder komme es sogar zu Todesfällen. Und wussten Sie, warum die Fensterblenden bei Start und Landung geschlossen sein müssen? Am besten nicht nachlesen.

Wer an alle Gefahren denkt, die im Flieger lauern, sieht bald so aus wie diese Frau

Foto: Getty Images

Tipp: Yoga und autogenes Training vor, während und nach dem Flug, unterstützt mit einer Handvoll Beruhigungspillen.

Lesen Sie besser nicht: Wie gefährlich sind Turbulenzen wirklich?

3. Klaustrophobie

Stichwort Turbulenzen: Vielflieger und Flugzeug-Experten sind ständig angeschnallt, nicht nur wenn das Anschnallzeichen leuchtet. Denn sie wissen: Selbst Piloten können nicht alle Gefahren vorhersehen. Zum Beispiel die gefürchteten Clear Air Turbulences (CAT), die von den Passagieren als „Luftlöcher“ wahrgenommen werden. Dabei sackt der Flieger urplötzlich ab – wer nicht angeschnallt ist, knallt mit Wucht an die Decke.

Bei einem Langstreckenflug sollte man also über etliche endlose Stunden im ohnehin viel zu engen Sitzraum festgeschnallt sein. Vielleich noch zusätzlich eingeklemmt zwischen fülligen Sitznachbarn, die noch nie etwas von Armlehnen-Knigge gehört haben oder einem sogar im Schlaf sabbernd auf dem Schoß liegen.

Kein Millimeter Bewegung über einen Zeitraum von etlichen Stunden – es gibt wohl keine bessere Voraussetzung, um eine ausgewachsene Klaustrophobie zu entwickeln, laut Duden-Definition die „krankhafte Angst vor dem Aufenthalt in geschlossenen Räumen.“

Tipp: Nehmen Sie gleich nach dem Anschnallen, noch vor dem Start, eine Schlaftablette. Und dann noch eine. Und dann noch eine.

4. Essstörung

Flugzeugessen ist für Genießer die schlimmste Prüfung. Der unansehnliche Brei, der in mehreren Tausend Metern Höhe notdürftig in der Mikrowelle zusammengemantscht wird,  schmeckt laut einer Studie aus mehreren  Gründen so schlimm wie er aussieht: Die Umgebung der engen, lauten Kabine sowie die Flughöhe beeinflussen das subjektive Geschmacksempfinden zusätzlich negativ.

Gekoppelt mit der Angst vor den allgegenwärtigen Keimen ist Flugzeugessen die beste Motivation, um endlich mal abzunehmen. Schlimmstenfalls ist es der erste Schritt in Richtung Abscheu vor Essen.

Und nicht nur das: An Bord kann man noch nicht einmal unbeschwert Kaffee genießen. Wie eine weitere Untersuchung zeigt, kann das Wasser an Bord mit Bakterien verunreinigt sein – oder aber mit Chemikalien, die zum Abtöten der Bakterien eingesetzt werden.

Flugzeugpampe ist ideal, um eine Hungerkur anzufangen

Foto: Getty Images

Tipp: Hunger ist der beste Koch – machen Sie aus der Not eine Tugend. Wenn Sie die ganze Zeit während des Langstreckenfluges nichts außer Mineralwasser zu sich nehmen, schmeckt die erste Mahlzeit am Urlaubsort umso köstlicher.

Lesen Sie besser nicht: Igitt! Darum sollte man im Flieger lieber keinen Kaffee trinken

Ignorieren Sie auch: Studie beweist, warum das Essen im Flugzeug schlecht schmeckt

5. Hass auf Menschen

Der Sitznachbar vor Ihnen hat sich die Schuhe ausgezogen und riecht auch sonst streng. Auf Ihrer linken Schulter liegt eine übergewichtige Dame und schnarcht.  Der Mann links von Ihnen textet Sie seit sechs Stunden mit Details aus seiner Krankengeschichte zu, in der es auch um chronische Blähungen geht.

Glücklicherweise verstehen Sie nur wenig, denn hinter Ihnen sitzt eine junge Familie. Während die Kleinen schrill kreischend gegen Ihre Rückenlehne treten, Furzgeräusche machen und mit Essen werfen, lässt der entnervte Vater seinem seit Jahren unterdrückten Tobsuchtsanfall freien Lauf.

Übertönt wird alles von dem schräg singenden Kegelclub drei bis acht Reihen hinter Ihnen. Willkommen in der Economy-Class. Wer nach acht Stunden in dieser Gesellschaft noch Menschenfreund ist, sollte per Eilantrag noch zu Lebzeiten heilig gesprochen werden.

Solange man nur einen Sitznachbar hat, ist die Gefahr, zum Axtmörder zu werden, noch gering

Tipp 1: Rufen Sie sich während des gesamten Fluges immer in Erinnerung, dass wir alle von Gott geschaffen wurden, um uns so lieb zu haben wie ER uns – wenn Sie gläubig sind. Wenn Sie nicht gläubig sind, denken Sie daran, dass es besser ist, unter solchen Sitznachbarn zu leiden, als selbst so zu sein wie sie. 

Tipp 2: Drucken Sie die folgenden Benimmregeln aus und verteilen Sie ihn beim Boarding an Ihre Mitreisenden.

13 Benimmregeln – das ist der Knigge fürs Flugzeug

Guten Flug!

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