Wovon wir immer träumen

Wie es ist, an den sonnigsten Orten der Welt zu leben

Die meisten Deutschen wollen im Urlaub nur eins: ab in die Sonne. Schließlich zählt Deutschland nicht unbedingt zu den sonnenreichsten Ländern der Welt; das Wetter hierzulande ist oft trüb und regnerisch. Aber wo scheint die Sonne weltweit eigentlich am meisten? Und wie fühlt es sich an, dort zu leben? Die britische „BBC“ hat darauf einige Antworten bekommen.

1625 – an so vielen Stunden pro Jahr scheint in Berlin im Schnitt die Sonne. In anderen deutschen Städten sieht es ähnlich aus, wie die Daten der World Meteorological Organization zeigen. Was zunächst nach gar nicht mal so wenig klingt, ist im Vergleich mit vielen anderen Orten dieser Welt geradezu lächerlich. Auf mehr als doppelt so viele Sonnenstunden im Jahr bringt es etwa die kleine Stadt Yuma im US-Bundesstaat Arizona. 4015,3 sind es, um genau zu sein. Damit scheint in Yuma an etwa 340 Tagen im Jahr durchgehend die Sonne.

Über Yuma im US-Bundesstaat Arizona ist der Himmel fast immer Blau. Foto: Wikimedia Commons/Ken Lund/CC-BY-SA-2.0

Beneidenswert – oder etwa nicht? Vielen erscheint die Vorstellung, an einem Ort zu leben, an dem zu mehr als 90 Prozent der Tage im Jahr Sonnenschein herrscht, absolut verlockend. Aber wie fühlt sich das wirklich an? Dieser Frage ist die britische „BBC“, ansässig im eher mit relativ wenig Sonne gesegneten London, nachgegangen. Aus den von der World Meteorological Organization erfassten Daten hat der Nachrichtensender fünf Städte weltweit ausgesucht, die besonders viele Sonnenstunden im Jahr aufweisen und dort mit den Einwohnern gesprochen.

Phoenix, Arizona

Mit 3871,6 Sonnenstunden pro Jahr ist Phoenix nach Yuma die zweitsonnenreichste Stadt der Welt. „Ich hatte keine Ahnung, dass die Sonne so einen Einfluss auf meine Stimmung hat, bis ich für ein Jahr ins Ausland ging um zu studieren“, berichtet eine Einwohnerin der „BBC“. Sie sei nach Bergen in Norwegen gegangen – durch Zufall eine der niederschlagsreichsten Orte der Welt. „Ich war mehr in mich gekehrt und habe mich melancholisch gefühlt, aber ich wusste nicht warum. Auch jetzt noch reicht ein einziger Tag Regen aus, um meine Energie auf ein Null-Level zu bringen.”

Nur selten ist der Himmel über Phoenix bedeckt

Foto: Getty Images

Darwin, Australien

Im nur dünn besiedelten Northern Territory liegen einige der sonnenreichsten Gegenden des australischen Kontinents und weltweit. Am häufigsten scheint Sonne im 3000-Einwohner-Ort Tennant Creek (3569 Stunden/Jahr) aber auch Darwin, die Hauptstadt des Bundesterritoriums, bekommt mit knapp 3000 Stunden pro Jahr überdurchschnittlich viel Sonne ab. Etwa acht Monate lang ist der Himmel über der 150.000-Einwohner-Stadt fast durchgehend wolkenlos. „Du brauchst nie den Wetterbericht zu gucken, weil es sowieso fast jeden Tag sonnig und 32 Grad warm ist“, sagt der Mitarbeiter eines Reisebüros für Abenteuerreisen. Deshalb seien alle in Darwin sehr entspannt und regten sich über kaum etwas wirklich auf.

Der Hafen von Darwin

Foto: Getty Images

Wenn im November dann die Regenzeit beginne – und die kann aufgrund des Monsuns sehr starke Niederschläge bringen – würden einige Menschen in Darwin in eine Art „tropischen Wahnsinn“ verfallen, berichtet der Tour-Guide weiter. „Die intensive Hitze und Feuchtigkeit führt zu einem Anstieg von Stress und Anspannung bei den Leuten, aber wenn der Regen wieder aufhört, kehren alle zum normalen, harmonischen Lebensstil zurück.“

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Nizwa, Oman

Im Binnenland des Oman herrscht heißes und trockenes Klima. Mit am sonnenreichsten ist die Oasenstadt Nizwa am Südrand des Hadschar-Gebirges. Die für ihre alte Festung und den traditionellen Suq bekannte Stadt sei deshalb ein sehr entspannter Ort, in dem man sich nicht schnell über Dinge aufrege, berichtet eine in Nizwa arbeitende Lehrerin der „BCC“. Und während wir uns hierzulande die Sonne herbeisehnen, freut man sich im Süden des Oman über das genaue Gegenteil. „Gerade heute hatten wir ein bisschen Regen, und meine Schüler konnten es nicht erwarten, nach draußen zu kommen, um den bewölkten Himmel und die paar Regentropfen zu genießen“, berichtet die Lehrerin. Es sei toll zu sehen, wie glücklich die Kinder über Wolken und Regen seien.

Die Festung von Nizwa sieht man tagsüber fast ausschließlich in Sonnenlicht getaucht

Foto: Getty Images

Amman, Jordanien

Auch wenn es im Winter unter 5 Grad kalt werden kann, scheint in Jordanien fast immer die Sonne – besonders häufig in der Hauptstadt Amman (3289,7 Stunden/Jahr). Dadurch seien die Menschen fast immer draußen, berichtet der Mitarbeiter einer Medienfirma. „Das Wetter bringt mich dazu, viele meiner Erledigungen zu Fuß zu machen. Vor allem an den Wochenenden gehen viele Leute picknicken oder machen Wandertouren.“ Die Jordanier seien aufgrund dieser Lebensumstände auch ganz besonders freundlich – nur nicht im Straßenverkehr, der in Amman absolut chaotisch sei.

Amman ist die Hauptstadt Jordaniens

Foto: Getty Images

Johannesburg, Südafrika

Auf besonders viele Sonnenstunden kommen auch einige Städte in Südafrika, darunter Johannesburg. Auch hier verbringen die Menschen viel Zeit im Freien, veranstalten Barbecues oder gehen ins Schwimmbad. Viele nähmen die sonnigen Tage jedoch als zu selbstverständlich hin, berichtet einer der Einwohner der im Nordwesten des Landes gelegenen Millionenstadt. „Bei den seltenen Gelegenheiten, wenn wir mal drei oder mehr Regentage haben, werden die Leute sofort sehr missmutig“, berichtet der Südafrikaner.

In Johannesburg scheint häufig die Sonne

Foto: Getty Images

An den Aussagen der Bewohner der sonnenreichsten Städte der Erde zeigt sich, dass viel Sonne offenbar tatsächlich zufrieden macht. Längere Regenzeiten sorgen mitunter für schlechte Stimmung – an manchen Orten dieser Welt aber auch für Freude. Und genauso wie manche sich andernorts freuen, wenn es endlich mal regnet, freuen wir uns hierzulande über die ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling – und über einen hoffentlich sonnenreichen Sommer, in dem es den Pflanzen zuliebe aber durchaus auch ab und an mal regnen darf.

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