„Piraten in Batavia”

Fans fordern Wiederaufbau von zerstörter Wasserbahn im Europa-Park

Feuer Europa-Park
Durch das Feuer Ende Mai wurde ein Teil des Parks vollständig zerstört, darunter auch die beliebte Wasserbahn „Piraten in Batavia“
Foto: dpa Picture Alliance

Die „Piraten in Batavia“ sind abgebrannt – und im Netz trauern unzählige Fans um ihre verlorene Lieblings-Attraktion im Europa-Park. Die Anteilnahme ist derart groß, dass sich auch die Eigentümerfamilie Mack gerührt zeigt. Unterdessen droht einem Mann Ärger, der den Brand mit einer Drohne filmte und das Video anschließend ins Netz stellte.

So schreibt ein Fan: „So viel schönes, liebevoll gestaltetes einfach weg… Es schmerzt zwar die Bahn zu sehen und zu wissen, dass sie nicht mehr ist. Aber die Erinnerungen an die gemütliche Fahrt werden wach gehalten.“ Eine andere trauert: „Diese Bahn war meine große Leidenschaft… Ich konnte so gut abschalten.“

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Schocknachricht bei der eigenen Hochzeit

Mittlerweile wurde eine zweite Facebook-Gruppe ins Leben gerufen, die „Piraten in Batavia Erinnerung 1987-2018“ heißt und aktuell knapp 800 Mitglieder hat. Hier berichtet gar eine Frau, sie habe von der Zerstörung ihrer Lieblings-Wasserbahn auf ihrer eigenen Hochzeit erfahren: „Unser Plan war, wenn wir am Montag im Europa-Park ankommen (Flittertage), dass wir zu allererst zu den Piraten gehen… Mein Mann war sehr, sehr traurig, als uns Gäste davon erzählten.“ Eine andere schreibt: „Wir waren am 12. Mai 2018 im Park und sind die Piraten in Batavia gleich zehnmal hintereinander gefahren, konnten nicht genug bekommen von der tollen Kulisse und dem Geruch dieser Bahn.“

Ein dritter Fan schrieb zudem diesen rührenden Nachruf: „Diese wundervolle und für mich einzigartig schöne Bahn wurde in meinem Geburtsjahr eröffnet. Es war meine absolute Lieblingsattraktion, seit ich klein war.“ Er sei zutiefst erschüttert und traurig, dass er sie nie mehr fahren werde. „Aber die Emotionen und Erinnerungen werden bleiben. Ruht in Frieden, Piraten von Batavia.“ Ein Gruppenmitglied lobte unterdessen auch den besonnenen Einsatz der Rettungskräfte bei der Evakuierung des Parks: „Ich bin total beeindruckt, wie ruhig das abgelaufen ist. Ein Lob an alle Beteiligten.“

Eigentümer-Familie bedankt sich per Video

Viele Fans haben bereits persönliche Schreiben an die Betreiber des Europa-Park gerichtet, in denen sie ihr Bedauern über den Verlust zum Ausdruck bringen und ihren Wunsch äußern, die beliebte Wasserbahn wieder auferstehen zu lassen. Einer schreib etwa: „Daher ist es mir eine Herzensangelegenheit und ein besonderes Anliegen, Sie zu bitten, die Piraten in Batavia in all ihrer Pracht und Detailverliebtheit wieder aufzubauen. Generationen von staunenden Parkbesuchern werden es Ihnen danken. Und ich mit meiner Familie natürlich auch.“

Eine entsprechende Petition zum Wiederaufbau, die ein besonders leidenschaftlicher Langzeitfan einen Tag nach dem Brand ins Netz stellte, hat bereits rund 7000 Unterstützer. Die Familie Mack, die den Europa-Park betreibt, reagierte in einem Video in den sozialen Medien unterdessen gerührt auf die massive Anteilnahme der Fans. So bedankt sich Roland Mack für die seelische Unterstützung und erklärt, dass auch sein Herz an den „Piraten in Batavia“ hänge. Ob sie aber wieder aufgebaut werden sollen, wie die Fans fordern, darauf geht er nicht ein.

Anlass zur Hoffnung für die Fans? Einer schrieb jedenfalls: „Ich bin mir fast sicher, bald wird es eine ‚Piraten in Batavia 2.0‘ geben, an der sich weiterhin viele Generation erfreuen werden.“ Viele brachten auch die Idee ins Spiel, für einen Wiederaufbau Geld zu sammeln und zu spenden. Doch was wird jetzt wirklich aus den „Piraten in Batavia?“ Europa-Park-Sprecherin Corinna Zanger sagte dazu TRAVELBOOK: 

https://www.travelbook.de/attraktionen/freizeitparks/europa-park-nach-brand

Die Bahn, bei der man im Dunkeln im Boot durch eine fantasievolle Landschaft schipperte, war bei Fans vor allem wegen ihres nostalgischen Charmes besonders beliebt – sie wurde bereits 1987 eingeweiht und hat seitdem ganze Generationen von Europa-Park-Fans verzaubert. Bereits am 31. Mai teilte das Unternehmen via Twitter mit, dass die bei dem Brand beschädigte Attraktion „Koffiekopjes“ ihren Betrieb mittlerweile wieder aufgenommen hätte.

Drohnen-Pilot droht hohe Geldstrafe

Unterdessen droht einem Mann, der den Brand im Europa-Park mit einer Drohne filmte, jetzt offenbar Ärger mit der Polizei: Wie das Portal „Baden online“ berichtet, sei der Mann, der sein Video anschließend ins Netz stellte, von mehreren Parkgästen angezeigt worden und mittlerweile identifiziert. Die Polizei teilte mit, er habe gegen die Luftverkehrsordnung verstoßen, ihm drohe nun eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro.

Die Ursache des Brandes bleibt dagegen nach wie vor unklar. Bei dem Großbrand am 26. Mai auf dem Gelände des Europa-Parks waren laut „WELT“ 500 Feuerwehrleute im Einsatz, die 25.000 an diesem Tag anwesenden Besucher mussten evakuiert werden. Besonders schwer verwüstet wurde der Themenbereich „Holland“, in dem auch die „Piraten in Batavia“ standen.