Eröffnung des MMM Corones in Südtirol

Messners spektakuläres Museum auf dem Berg

Querschnitt des Bergmuseums, das größtenteils direkt im Fels liegt.
Querschnitt des Bergmuseums, das größtenteils direkt im Fels liegt.
Foto: KRONPLATZ-ZAHA HADID
Der fünf Meter hohe Eingangsbereich zum Museum
Der fünf Meter hohe Eingangsbereich zum Museum
Foto: Zaha Hadid
Eine der Aussichtsplattformen ist als Terrasse angelegt
Eine der Aussichtsplattformen ist als Terrasse angelegt
Foto: KRONPLATZ-ZAHA HADID
Ein bisschen erinnert die Form an einen auf dem Berg gestrandeten Schiffskörper
Ein bisschen erinnert die Form an einen auf dem Berg gestrandeten Schiffskörper
Foto: Wisthaler
Blick aus der Luft auf das Museum im Fels
Blick aus der Luft auf das Museum im Fels
Foto: MMM Corones
Zur Einweihung wurde der Eingang verhüllt...
Zur Einweihung wurde der Eingang verhüllt...
Foto: Wisthaler
... und vor Vertretern der Presse und geladenen Gästen wieder enthüllt
... und vor Vertretern der Presse und geladenen Gästen wieder enthüllt
Foto: Wisthaler
Impressionen von der Baustelle
Impressionen von der Baustelle
Foto: KRONPLATZ-ZAHA HADID
„Ich habe noch nie so viele weiße Haare bekommen wie in den letzten drei Wochen“, sagte Messner zur Eröffnung
„Ich habe noch nie so viele weiße Haare bekommen wie in den letzten drei Wochen“, sagte Messner zur Eröffnung
Foto: Harald Wisthaler / KRONPLATZ
Für Reinhold Messner ist das Museum sein „15. Achttausender“
Für Reinhold Messner ist das Museum sein „15. Achttausender“
Foto: Harald Wisthaler / KRONPLATZ
Die Terrasse gehört zu den wenigen Elementen am Bau, die man von außen auch sehen kann
Die Terrasse gehört zu den wenigen Elementen am Bau, die man von außen auch sehen kann
Foto: Harald Wisthaler / KRONPLATZ
Baustelle auf dem Berg. Das Museum dürfte das höchstgelegene Europas sein
Baustelle auf dem Berg. Das Museum dürfte das höchstgelegene Europas sein
Foto: KRONPLATZ-ZAHA HADID
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Königsdisziplin im Alpinismus: das Bezwingen der Gipfel ohne viele technische Hilfsmittel
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Königsdisziplin im Alpinismus: das Bezwingen der Gipfel ohne viele technische Hilfsmittel
Foto: www.wisthaler.com
Eine Herausforderung für den Bergsteiger: die Wände von Zaha Hadid, denn die sind eigentlich nie gerade, stattdessen oft rund und überhängend
Eine Herausforderung für den Bergsteiger: die Wände von Zaha Hadid, denn die sind eigentlich nie gerade, stattdessen oft rund und überhängend
Foto: www.wisthaler.com
Das MMM Corones ist Messners sechstes Bergmuseum, und auch sein letztes
Das MMM Corones ist Messners sechstes Bergmuseum, und auch sein letztes
Foto: KRONPLATZ-ZAHA HADID
Die Architektin Zaha Hadid
Die Architektin Zaha Hadid
Foto: Getty Images

Am Freitag eröffnete auf fast 2300 Metern Höhe das Messner Mountain Museum (MMM) Corones in Südtirol, das sechste Bergmuseum des Extremkletterers – und auch sein letztes. Entworfen hat es die Star-Architektin Zaha Hadid.


Foto: Getty Images

Sie hat das Phaeno in Wolfsburg entworfen, das Olympische Schwimmstadion in London und ihr Kulturzentrum in Baku wurde vom London Design Museum zum „Design of the Year“ ernannt, kaum dass es seine Tore öffnete. „So rein und sexy wie Marilyns hochgewehter Rock“, schwärmte Juror Piers Gough von dem Heydar Aliyev Center: „Es ist ein berauschend schönes Gebäude, geschaffen von der brillantesten Architektin auf der Höhe ihrer Schaffenskraft.“

Keine Frage: Zaha Hadid – britische Stararchitektin mit irakischen Wurzeln und zahlreichen Preisen (so wurde ihr 2004 als erster Frau mit den Pritzker-Architektur-Preis die bedeutendste Ehrung in der Architektur zuteil) – ist schon lange ganz oben angekommen. Aber es geht durchaus noch höher. Auf 8000 Meter, wenn man so will. Denn Hadid hat für Reinhold Messner ein Museum entworfen, über das der Extrembergsteiger sagt, es wäre sein „15. Achttausender“. Dabei liegt das Messner Mountain Museum (MMM) Corones gerade mal auf 2.275 Metern, genauer: auf dem Kronplatz-Gipfel in Südtirol.

Klicken Sie sich hier durch einige ausgewählte Projekte von Zaha Hadid:

Blick in das Olympische Schwimmstadion. Foto: Getty Images

Das Museum für Messner ist nicht Hadids erstes Projekt im Alpenraum, so entwarf sie zum Beispiel die Hungerburg Bahnstation in Innsbruck. Foto: Getty images

Zwischen 2005 und 2008 wurde die Station in Innsbruck gebaut. Foto: Wikipedia

Denn, wie beim Bergsteigen auch, stellten die Wände den Kletterer vor große Herausforderungen. Nicht, weil er sie hoch musste, sondern weil er seine Exponate an oder vor diesen positionieren musste. Keine leichte Aufgabe, wenn die Architektin, wie in diesem Fall, eine erklärte Abneigung gegen das Primat des rechten Winkels hegt. „Das Wichtigste ist die Bewegung, der Fluss der Dinge, eine nicht-euklidische Geometrie, in der sich nichts wiederholt: eine Neuordnung des Raumes“, hat sie einmal über ihre Arbeit gesagt.

Und so hat Hadid auch das Museum für Messner in den Fels gehauen – verwinkelt und fließend und vor allem: ohne gerade Wände. Viele sind zudem abgerundet und überhängend. Aber das passt ja auch zur Ausstellung, schließlich folgt der Fels – „Fels“ oder „Rock“ war auch der Name des Projekts – keinen Normen und Standards. Die Exponate hat Messner dann doch irgendwie arrangiert, allerdings musste er bei der Eröffnung gestehen: „Ich habe noch nie so viele weiße Haare bekommen wie in den letzten drei Wochen.“

Blick in die Ausstellung: nicht immer waren die Exponate so gut zu positionieren wie hier

Blick in die Ausstellung: nicht immer waren die Exponate so gut zu positionieren wie hier. Foto: www.wisthaler.com

Thema der Ausstellung ist die – laut Messner – Königsdisziplin des Alpinismus: die Urform des Bergsteigens ohne große technische Hilfsmittel. Kernstück des Museums ist denn auch die „weltgrößte Kletterhakensammlung von 1880 bis heute“ (Messner). Des Weiteren zu sehen sind Bilder, Illustrationen sowie Requisiten aus dem Bergsteigerleben des Profi-Kletterers.

Und natürlich die Berge selbst. Nämlich in Lebensgröße. Den perfekten Rahmen dafür haben die Architekten geschaffen – mit den gewaltigen Panoramafenstern und Aussichtsplattformen. Bis zum Ortler weit im Westen könne man, so Messner, „mit scharfen Augen“ gucken. Auch der Heiligenkreuzkofel, Schauplatz von Messners „schwierigster Kletterei“ seines Lebens, wird durch das Fensterkonzept quasi zum Exponat.

Blick von der Terrasse des Museums auf die Bergwelt

Blick von der Terrasse des Museums auf die Bergwelt. Foto: KRONPLATZ-ZAHA HADID

Von Hadids sonst so spektakulär in Raum und Landschaft ragender Architektur ist hingegen von außen nicht allzu viel zu sehen. Das Gebäude versteckt sich größtenteils im Fels. Lediglich die Aussichtsplattformen und der gerade mal fünf Meter hohe Eingangsbereich sind oberirdisch sichtbar. Für die „Financial Times“ ist das aber durchaus genug, um von dem Museum als „einem der markantesten neuen Gebäude in den Alpen“ zu sprechen. 

Das MMM Corones ist übrigens das letzte in der Reihe der Bergmuseen Messnerscher Prägung – nach dem MMMOrtles im Skigebiet Sulden, dem als „Zentrum“ des Bergmuseumsprojekts bezeichneten MMM Firmian auf Schloss Sigmundskron bei Bozen, dem MMM Juval auf Messners Privatburg bei Naturns im Vinschgau, dem MMM Ripa auf Schloss Bruneck und dem MMM Dolomites auf dem Monte Rite nahe Cortina. „Jetzt ist Schluss“, sagte Messner im Rahmen der Eröffnung. Kein Wunder: Achttausender hat der Mann ja inzwischen genug bezwungen.

Hat in den Wochen vor der Eröffnung viele neue graue Haare bekommen: Reinhold Messner

Hat in den Wochen vor der Eröffnung viele neue graue Haare bekommen: Reinhold Messner. Foto: www.wisthaler.com

Wer zum Museum wandern möchte, braucht etwa vier Stunden vom Tal aus. Bequem geht es per Seilbahn. Weitere Informationen zum Projekt auf der Internetseite des MMM Corones.

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