Deutscher Ferienflieger bangt weiter um die Zukunft

Übernahme geplatzt – wird Condor jetzt verstaatlicht?

Flugzeug Condor
Droht Condor jetzt endgültig das Aus?
Foto: Picture Allince

Die Zukunft von Condor ist weiter ungewiss. Inzwischen steht fest, dass die polnische Airline Lot den deutschen Ferienflieger nicht übernehmen wird. Condor hofft nun auf Staatshilfen.

Denkbar sei unter anderem ein Modell, bei dem ein Treuhänder das Unternehmen bis zu einem späteren Verkauf führen könnte, sagte ein Condor-Sprecherin der dpa. Dabei seien verschiedene Optionen möglich. Auch ein Direkteinstieg des Staates wäre denkbar, gelte aber in Berlin nicht als favorisierte Lösung. Das Bundeswirtschaftsministerium hat sich laut dpa zurückhaltend geäußert. Unter Hinweis auf das laufende Insolvenzverfahren für Condor habe ein Sprecher gesagt, dass man den Vorgang nicht kommentieren wolle.

Millionen-Kredit wird fällig

Für Condor drängt die Zeit. Denn schon am Mittwoch (15. April) soll der KfW-Kredit über 380 Millionen Euro nebst Zinsen fällig werden, den die Airline eigentlich mit der der Kaufsumme der Polen hatte zurückzahlen wollen. Die aber steht nach dem geplatzten Deal nun nicht zur Verfügung. Eine Verlängerung des von der EU genehmigten Kredits hatte Condor laut dpa nach eigenen Angaben nicht beantragt, sondern auf neue Darlehen zur Coronakrise gesetzt. Weitere Mittel könnten von einem Treuhandkonto fließen, auf dem Gelder für Condor-Tickets nach dem 1. April eingegangen seien.

Diese Reiseunternehmen haben Staatshilfen beantragt

Eine Voraussetzung dafür wäre allerdings das Ende des sogenannten Schutzschirmverfahrens, in das sich Condor nach der Pleite des ehemaligen Mutterkonzerns Thomas Cook gerettet hat. Gespräche zwischen PGL und Condor über möglicherweise zu leistende Vertragsstrafen wegen des Rücktritts stünden noch aus.

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