Schon wieder ein Skandal bei United Airlines

Flugbegleiterin ermahnt Mutter: Ihr Baby schreit zu lang!

United Airlines Skandale
Eine Flugbegleiterin von United Airlines soll eine Mutter zurechtgewiesen haben, weil ihr Baby zu lange schrie (Symbolfoto)
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Tote Hunde, misshandelte Passagiere, zerschmetterte Gitarren: Bei der US-amerikanischen Fluglinie United Airlines häufen sich seit geraumer Zeit die Skandale. Jetzt soll eine Flugbegleiterin eine Mutter ermahnt haben, weil ihr Baby zu lange geschrien habe.

Auf Facebook berichtete eine junge Mutter von ihrem United-Airlines-Erlebnis, das sich am vergangenen Dienstag ereignet haben soll. Zusammen mit ihrem Mann und ihrem acht Monate alten Sohn habe sie in der Businessklasse einer United-Airlines-Maschine gesessen, die von Sydney nach San Francisco geflogen sei. Nachdem der Kleine mehrere Minuten lang in seiner Wiege geschrien habe, sei eine Flugbegleiterin gekommen und habe sie lautstark ermahnt, dass es „absolut inakzeptabel“ sei, dass ihr Baby so lange schreie. Sie habe auf das Regelwerk von United Airlines verwiesen, in dem stünde, dass Babys nicht länger als fünf Minuten schreien dürften.

Doch damit nicht genug:

Offenbar war dem Kapitän von dem Verhalten seiner Crew-Kollegin berichtet worden, denn er soll zusammen mit ihr zu der Familie gegangen sein, um sich zu entschuldigen. Angeblich zeigte sich aber nur der Pilot versöhnlich, von der Flugbegleiterin habe die Mutter keine Entschuldigung gehört.

In einem Statement gegenüber dem US-TV-Sender „KTVU“ reagierte United Airlines auf den Zwischenfall: „Wir standen mit unserer Kundin über Social Media in Kontakt und Sprecher von United haben sich bei der Ankunft direkt bei der Familie entschuldigt, eine Entschädigung angeboten und verdeutlicht, dass diese Erfahrung nicht den Umgang mit unseren Kunden repräsentiert, auch den mit unseren jüngsten Kunden. Junge Familien sind auf unseren Flügen willkommen, auch in der Businessklasse. Wir werden den Zwischenfall intern überprüfen und bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, ist die Flugbegleiterin nicht weiter im Dienst.“

Flugzeug von United Airlines

United Airlines sorgt regelmäßig für Negativschlagzeilen
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Weitere Pannen und Skandale bei United Airlines

Weltweit kommt es bei Airlines jedes Jahr zu zahlreichen, peinlichen Pannen. Doch bei United Airlines bekommt man den Eindruck, als sorge sie besonders häufig für Negativschlagzeilen. Die Folge ist dann natürlich, dass die US-Fluglinie von Passagieren besonders kritisch unter die Lupe genommen wird und jeder Fehltritt sofort den Weg in die sozialen Netzwerke findet. Dennoch: Was an Bord der United-Flüge zwischen 2008 und 2018 alles passierte, ist zum Teil unglaublich. Hier ein Überblick der größten Pannen und Skandale:

2018

Im März zwingt ein Flugbegleiter von United Airlines eine Passagierin, ihren Hundewelpen in die Gepäckablage zu tun, wie auch TRAVELBOOK berichtete. Der zehn Monate alte Hund erstickt. Es ist bereits der 18. Tod eines Tieres an Bord von United Airlines innerhalb von einem Jahr.

Ebenfalls im März kommt es zu einer peinlichen Vierbeiner-Verwechslung: Der Schäferhund Irgo, der eigentlich nur von Oregon nach Kansas reisen soll, wird mit einem anderen Hund vertauscht und nach Japan geschickt.

Anfang Mai mussten die Passagiere eines United-US-Inlandsflugs von Denver nach Williston eine mutmaßlich betrunkene Flugbegleiterin erdulden: Sie fluchte während der Durchsage und kam einigen Passagieren im benebelten Zustand zu nahe. Eine Passagierin fotografierte den Vorfall und tweetete dazu, die Tweets wurden jedoch später wieder gelöscht. Die Flugbegleiterin wurde nach der Landung von der Polizei festgenommen und alle Passagiere des Fluges bekamen ihre Tickets erstattet.

Eine Passagierin behauptet, United Airlines habe ihr 75 Dollar „Schweigegeld“ bezahlen wollen, nachdem ein Mann während eines Fluges stundenlang neben ihr masturbiert hatte. Die US-Amerikanerin Mikaela Dixon (21) will nun einen entsprechenden Bericht beim FBI einreichen, schreibt das deutschen Nachrichtenportal „Tag24“.

Der Vorfall habe sich am 11. August auf einem Flug mit United Airlines von Orange County in Kalifornien nach Chicago ereignet. Wie Mikaela Dixon laut „Tag24“ angab, habe sie zwischen ihrem schlafenden Freund und dem masturbierenden Mann gesessen. Dixon habe sich „eingeklemmt“ gefühlt und eine Panikattacke erlitten. Erst nachdem der onanierende Mann zur Toilette gegangen sei, habe sie aufstehen und den Flugbegleitern den Vorfall melden können.

United Airlines habe Dixon nach dem Flug mitgeteilt, die Chicagoer Polizei hätte den Mann verhaftet. Dies habe die 21-Jährige jedoch bezweifelt, zumal ihr die Airline 75 US-Dollar Schweigegeld angeboten hätte. „Im Grunde hat United über alles gelogen, den Mann nach ein paar Fragen gehen lassen und sich geweigert, die Polizei einzuschalten, bis ich die Polizei selbst angerufen habe“, zitiert „Tag24“ Dixon.

Laut der britischen Internet-Zeitung „The Independent“ habe United Airlines Mikaela Dixons Angaben teilweise bestätigt. Die Angelegenheit solle nun untersucht werden, heißt es.

2017

Im April wird ein United-Flug überbucht. Daraufhin werden vier zufällig ausgewählte Passagiere aufgefordert, das Flugzeug zu verlassen. Als sich ein Mann weigert, ruft die Fluggesellschaft die Polizei und der Mann wird brutal aus der Kabine geschleift. Er zieht sich dabei unter anderem eine Gehirnerschütterung zu und verliert zwei Zähne. Das schockierende Video des Vorfalls wurde weltweit millionenfach gesehen. Bei dem Passagier handelte es sich um den Arzt David Dao. Später einigte er sich mit United gütlich.

Im selben Jahr werden außerdem zwei Teenagermädchen daran gehindert, an Bord einer United-Airlines-Maschine zu gehen, weil sie Leggings tragen. United begründete die Entscheidung damit, dass die Mädchen besondere Tickets für Angehörige und Freunde von United-Airlines-Mitarbeitern mit sich führten: Für Inhaber solcher Tickets gelte ein besonderer Dresscode.

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2016

Im Januar 2016 kommt es auf einem Flug von Salt Lake City nach Los Angeles zu einem Vorfall mit einer stillenden Mutter. Eine Flugbegleiterin weist die Passagierin an, sich zu bedecken, weil sich eine andere Passagierin über ihr „unangemessenes“ Stillen beschwert hatte, wie „Fox News“ berichtete. Obwohl die Mutter klarstellte, dass man keine Haut oder dergleichen sehe, wurde auf das Verdecken bestanden. Die Passagierin, die sich gestört gefühlt hatte, habe sogar laut im Flieger geschimpft und gesagt: „Ich habe doch deutlich gemacht, dass jemand dem Mädchen sagen muss, sie solle sich bedecken. Ich fliege nie mehr mit United. Es ist ekelhaft, dass sie so was zulassen – ekelhaft!“ Die junge Mutter erzählte später, wie gedemütigt sie sich gefühlt habe und ein Hashtag kreiert: #momsdontflyunited.

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2015

Im März 2015 erlebt Kristen Hilderman, eine junge Mutter, an Bord einer Maschine von Houston nach Vancouver folgende demütigende Situation: Als sie kurz vor dem Start im Flugzeug ihren fünf Monate alten Sohn gestillt habe, sei ein United-Flugbegleiter gekommen und habe ihren Mann gefragt, ob die beiden zusammen seien, wie Hilderman auf Twitter berichtet. Als er dies bejaht habe, habe der Flugbegleiter ihm auf grobe Weise eine Decke hingeworfen und gesagt: „Helfen Sie ihr.“ Hilderman habe zunächst nicht gewusst, wobei ihr geholfen werden sollte. Aber offensichtlich sollte sie sich bedecken. Später entschuldigte sich United für das Verhalten ihres Mitarbeiters.

 Wie die „New York Times“ berichtete, führte dies zu einer landesweiten Empörung in den USA, und der Hashtag #BoycottUnited verbreitete sich viral über Twitter.

2012

Der US-amerikanische Irakkrieg-Veteran Jim Stanek muss sich gezwungenermaßen drei Tage lang am Dulles International Airport in der Nähe von Washington, D.C. aufhalten, nachdem United Airlines zunächst seinen Flug gestrichen hatte und dann auch der Ersatzflug am darauffolgenden Tag gecancelled wurde. Als Stanek daraufhin um einem Hotel-Voucher bittet, fragt ihn ein United-Mitarbeiter, ob er „zurückgeblieben“ sei, da der Veteran aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer Gehirnverletzung Probleme mit dem Lesen der Formulare hatte, wie die „Daily Mail“ berichtete. Wegen seines Traumas führte Stanek zudem einen Therapiehund mit sich. Dieser wurde laut dem Stanek von einem anderen United-Airlines-Mitarbeiter am Flughafen im Vorbeigehen getreten.

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2008

Im März 2008 zerbricht beim unvorsichtigen Gepäckaufladen die teure Gitarre des kanadischen Musikers Dave Carroll. Nachdem dieser neun Monate vergeblich versucht hat, eine Entschädigung dafür zu erhalten, nimmt er das Lied „United Breaks Guitars“ auf und postet es bei Youtube, wo es mittlerweile rund 18 Millionen Aufrufe hat.

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To be continued…