Standort Berlin

Easyjet streicht mehr als 700 Stellen und alle innerdeutschen Verbindungen

Easyjet Flugzeuge
Monatelang waren die Flieger von Easyjet wegen der Corona-Pandemie am Boden
Foto: Picture Alliance

Wie die meisten Airlines hat auch Easyjet mit den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise zu kämpfen. Nachdem die britische Billigairline im Mai bereits angekündigt hatte, 30 Prozent des Personals zu entlassen, werden nun auch in Deutschland massiv Stellen abgebaut. Laut Verdi-Vertretern ist die Entscheidung allerdings nicht nachvollziehbar.

Der Billigflieger Easyjet will wegen der Corona-Krise seinen Standort Berlin verkleinern. Die Airline habe mit den Vertretern von Piloten und Flugbegleitern Gespräche darüber aufgenommen, die Zahl von Flugzeugen und Beschäftigten in Berlin zu reduzieren, erklärte Easyjet am Mittwoch in London. Das sei im Rahmen des schon früher angekündigten Stellenabbaus notwendig, weil der Luftverkehr voraussichtlich erst 2023 das Vorkrisenniveau erreichen werde. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erklärte, geplant sei eine Halbierung von Flotte und Arbeitsplätzen.

Ein mit dem Vorgang Vertrauter bestätigte jedoch die Aussagen der Gewerkschaft. Derzeit hat Easyjet in Berlin rund 1500 Beschäftigte, an den Flughäfen Schönefeld und Tegel sind 34 Jets stationiert.

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Verdi: »Entscheidung nicht nachvollziehbar

„Diese Entscheidung ist für uns nicht nachvollziehbar und auch nicht mit den Pandemie-Folgen zu erklären“, erklärte Verdi-Luftfahrtsekretär Holger Rößler. Mit der Eröffnung des Flughafens BER im Herbst gebe es neue Chancen für die Anbindung der Hauptstadt. Berlin bleibe strategisch wichtig für das Netzwerk von Easyjet, erklärte Airline-Chef Johan Lundgren. „Obwohl wir der größte Carrier in Berlin bleiben, müssen wir unseren Flugplan an die Nachfrage anpassen und auf profitables Fliegen fokussieren.“

Die Briten hatten 2017 einen großen Teil der pleite gegangenen deutschen Fluggesellschaft Air Berlin übernommen. Ende Mai hatte die Billigairline angekündigt, bis zu 4500 ihrer rund 15.000 Arbeitsplätze wegen der Corona-Krise zu streichen.

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