TRAVELBOOK hat nachgefragt

Hunderte Flüge gestrichen! Was ist los bei Eurowings?

Eurowings Flughafen Köln/Bonn
Bei einigen Fluggästen herrscht derzeit Frust, weil Eurowings einige Verbindungen annullieren musste
Foto: dpa picture alliance

Eurowings hat in der ersten Jahreshälfte 2018 an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn mehr als 1000 Flüge gestrichen. Das berichtete jetzt das Nachrichtenportal „Express.de“ mit Bezug auf die Auswertungen des Fluggastrechte-Portals EUclaim. Aber was sind die Gründe für die vielen Ausfälle? TRAVELBOOK hat bei der Airline nachgefragt.

Laut „Express.de“ sind bei Eurowings in Düsseldorf im Monat Mai insgesamt 253 Flüge ausgefallen (Januar bis Mai: 672) und in Köln-Bonn 266 (Januar bis Mai: 529). In den ersten fünf Monaten des Vorjahres habe es in Düsseldorf lediglich 93 und in Köln zehn Annullierungen gegeben. Laut Statistiken des Fluggastrechte-Portals Flightright, auf die sich die Zeitung ebenfalls bezieht, seien im Mai 2018 von 100 Eurowings-Flügen im Schnitt 3,58 annulliert worden. Im Mai 2017 waren es nur 0,49.

„Wir haben pro Woche drei Blitzeinschläge auf dem Boden bei Flugzeugen“, teilte Eurowings-Chef Thorsten Dirks laut WELT, die sich auf die Deutsche Presse Agentur bezieht, mit. „Die fallen natürlich erst einmal aus für 12 bis 16 Stunden, weil sie gecheckt werden müssen.“ Dirks räumt ein, dass die Airline derzeit nur wenige Ersatz-Flugzeuge habe. Dirks: „Irgendwann sind Reserven einfach aufgebraucht.“ Blitzeinschläge am Boden sind für Passagiere ungefährlich.

Eurowings spricht von „zahlreichen Störfaktoren“

Und was ist mit der großen Anzahl an Ausfällen? „Ad hoc können wir die Zahlen nicht verifizieren“, erklärt ein Sprecher von Eurowings auf Nachfrage von TRAVELBOOK. Seit Januar seien rund 98 Prozent der Flüge durchgeführt worden, „obwohl seit vielen Wochen alle europäischen Airlines von zahlreichen Störfaktoren belastet werden, die sie so gut wie nicht beeinflussen können.“

»Performance-Werte bei nahezu allen Airlines gefallen

Sämtliche genannten Störfaktoren „werden aktuell von zahlreichen Airlines in Europa adressiert, unter anderem von Easyjet, Ryanair, Tuifly und der gesamten Lufthansa Group. Aufgrund dieser Häufung an Belastungsfaktoren sind die Performance-Werte zuletzt bei nahezu allen europäischen Flughäfen und Airlines gefallen, auch bei Eurowings“, gibt der Sprecher der Airline zu. TRAVELBOOK berichtete über Flugstreichungen und erhebliche Verspätungen bei Laudamotion.

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Kunden gefrustet

Für die von Eurowings genannten Gründe für Flugausfälle und Verspätungen scheinen betroffene Kunden jedoch alles andere als Verständnis zu haben. In den sozialen Medien und auf Kundenbewertungsportalen wie Trustpilot machen sie ihrem Ärger heftig Luft und klagen vor allem über ein „mangelndes Angebot an Ersatzflügen“ und die unzureichende Betreuung an Flughäfen durch die Airline.

Auch BILD-Reporter „Sparfochs“ Frank Ochse, dessen Eurowings-Flug nach Mallorca wegen eines Triebwerksproblems nicht durchgeführt wurde, saß in Köln-Bonn fest. Es habe weder „Notfall-Pläne“ gegeben, noch hätten sich Vertreter von Eurowings bei den Fluggästen blicken lassen, berichtet er in seinem Beitrag vom 12. Juni. Hotelgutscheine für die Übernachtung seien „fast heimlich“ verteilt worden.

„Wir unternehmen alles, um den betroffenen Passagieren einen alternativen Flug anbieten zu können, sei es mit eigenem Fluggerät, mit Partnerairlines oder über Wetleases“, heißt es dagegen aus der Eurowings-Pressestelle. Sollte ein Gast nicht mit einer Umbuchung einverstanden sein, erhalte er sein Geld zurück.