Flüge gestrichen

Wegen Brexit: Britische Airline Flybmi pleite

Flybmi Insolvenz
Alle Flüge der britischen Airline Flybmi wurden gestrichen.
Foto: Picture Alliance

Der EU-Austritt Großbritanniens in sechs Wochen hat auch der britischen Airline Flybmi zugesetzt: Sie stellt ihren Betrieb ein.

Harte Folgen für Airport Rostock-Laage

Vor allem für den Airport in Mecklenburg-Vorpommern sind die Folgen hart: Nach der Insolvenz von Germania waren Flybmi-Flüge nach München die letzten Verbindungen in Rostock-Laage. Der Airport bleibt aber nach eigenen Angaben betriebsbereit. Der Flugbetrieb sei sichergestellt, teilte die Geschäftsführung am Sonntag mit. „Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass mittelfristig die erfolgreiche Strecke von Rostock nach München durch eine andere Airline ersetzt werden kann und damit der Geschäftsreisebetrieb für die Unternehmen der Region wieder sichergestellt wird“, sagte Flughafen-Chefin Dörthe Hausmann.

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Zu den Ursachen der Flybmi-Insolvenz sagte ein Unternehmenssprecher der Mitteilung zufolge: „Die Herausforderungen, insbesondere durch den Brexit, erwiesen sich als unüberwindlich.“ Kunden wurden gebeten, für die Erstattung des Flugpreises ihre Kreditkartenanbieter, Reiseagenturen oder Partnerfluggesellschaften von Flybmi zu kontaktieren.

Die Airline absolvierte im vergangenen Jahr 29.000 Flüge mit 522.000 Passagieren, von Laage aus nach München und zurück waren es laut Flughafenangaben 38.439 Passagiere. Insgesamt beschäftigt Flybmi 376 Mitarbeiter in Großbritannien, Deutschland, Schweden und Belgien.

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Problem: Höhere Kerosinpreise

Für die Entscheidung gibt es laut Airline mehrere Gründe, darunter allgemeine Schwierigkeiten in der Branche, aber eben auch der für Ende März geplante Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Die andauernde Unsicherheit habe dazu geführt, dass der Airline wertvolle Verträge entgangen seien. Probleme bereiteten auch höhere Kerosinpreise, die auf den teilweisen Ausschluss britischer Airlines vom Emissionshandel durch die EU zurückzuführen seien.

Die Passagiere wurden von der Einstellung der Flüge überrascht. Eine Familie hatte im südwestenglischen Airport Bristol schon die Sicherheitskontrollen passiert, als sie erfuhr, dass ihr Flug nach München gecancelt wurde. „Toller Start in den Urlaub“, twitterte der Familienvater. Ein Ingenieur, der aus beruflichen Gründen 14 Flüge in den nächsten sechs Wochen zwischen dem nordirischen Londonderry und London Stansted gebucht hatte, sagte der Nachrichtenagentur PA, er habe erstmals das Gefühl, „im Brexit-Land“ zu leben.

Etliche Passagiere verwechselten Flybmi mit der Fluggesellschaft Flybe. „Flybe hat nichts mit Flybmi zu tun“, twitterte die britische Billigfluggesellschaft Flybe. Ihre Flüge seien nicht betroffen.