Neugründung geplant

Comeback von LTU geplant – mit zwei neuen Buchstaben im Namen

LTU Flugzeug
LTU wurde 1955 gegründet und schrieb jahrzehntelang schwarze Zahlen. 2007 übernahm die inzwischen insolvente Fluggesellschaft Air Berlin die Flotte.
Foto: dpa Picture Alliance

Mehr als 50 Jahre lang waren die Flugzeuge von LTU mit ihrem rot-weißen Logo von deutschen Flughäfen nicht wegzudenken. Nach Jahrzehnten des Erfolgs geriet das Düsseldorfer Unternehmen um die Jahrtausendwende jedoch in die Krise, wurde 2007 von Air Berlin übernommen und war schließlich nur zwei Jahre später als Marke ganz verschwunden. Doch nun gibt es Pläne, die alte Düsseldorfer Fluggesellschaft wieder aufleben zu lassen – unter einem neuen, moderneren Namen. TRAVELBOOK kennt Details.

Scholten hat früher selbst bei LTU gearbeitet, nach der Übernahme dann bei Air Berlin. Als die Berliner Fluggesellschaft im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste, kam dem 29-Jährigen die Idee, die tote LTU wieder auferstehen zu lassen.

„Wir wollen eine Airline, die Bestand hat“, sagt Scholten, der einer der Geschäftsführer der LTyou GmbH & Co. KG ist, im Gespräch mit TRAVELBOOK. Nach der Air-Berlin-Pleite hatte er bei Facebook eine Gruppe eröffnet, in der sich alles um die LTU-Neugründung dreht. „Das Interesse war überwältigend, es haben sich immer mehr Menschen angemeldet“, sagt der Mülheimer. Inzwischen hat die Gruppe fast 2800 Mitglieder.

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Der Markt für die neue alte Airline ist da, davon ist Scholten überzeugt. Ein erstes Gespräch mit potentiellen Investoren habe es im April bereits gegeben. „Es hapert nur an den Geldern für den Businessplan, wenn wir die zusammenbekommen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir einen Investor finden, der das Ding finanzieren wird.“ Über eine Crowdfunding-Kampagne werden derzeit Spenden zur Finanzierung des Businessplans gesammelt.

Reine Langstrecken-Airline

Welche Flugziele konkret von der neuen Airline angesteuert werden sollen, verrät Scholten nicht. Nur so viel: „Es sind Ziele, die von den Konkurrenten nicht so stark frequentiert werden, wo aber ein Markt da ist. Es sind Nischen, die der Konkurrent verlassen hat, und aufgrund dieser Nische hat sich wieder ein Markt aufgetan, weil eine Nachfrage da ist.“ Geplant sind ausschließlich Langstrecken, Kurz- und Mittelstrecken wird es nicht geben. Von welchem Flughafen in Deutschland aus LTyou dann ggfs. starten soll, gab der Unternehmer ebenfalls noch nicht bekannt. Vielleicht auch, weil vieles schlichtweg noch ungeklärt ist.

Wie viel von der alten LTU soll in der neuen LTyou stecken?

„Eine ganze Menge“, sagt Scholten. „Der Servicecharakter, die Ehrlichkeit in der Werbung, die Freundlichkeit der Mitarbeiter, einfach das Gesamtpaket.“ Ein „anständiger“ Carrier solle LTyou werden, eine Airline mit Qualität und Tradition.

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„Wir wollen keine Low-Cost-Airline werden“

Kundenorientierung und Qualität, dafür soll die neue Fluglinie Scholten zufolge stehen. „Wir wollen keine Low-Cost-Airline werden“, sagt der Unternehmer, Zielgruppe seien Menschen, die bereit seien, für mehr Service etwas tiefer in die Tasche zu greifen als bei einem Billigflieger. „Mit dem ‘you‘ im Logo wollen wir eine Aussage treffen, nämlich dass der Kunde bei uns gefragt ist. Wir wollen, dass der Kunde bei uns zufrieden ist, so wie damals bei LTU.“ Man wolle auch deshalb bevorzugt Mitarbeiter einstellen, die früher schon bei LTU Und Air Berlin gearbeitet hätten. „Das ist ein Versprechen, was ich gebe.“

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Spätestens zum Ende des Sommerflugplans soll der Businessplan laut Scholten stehen. Sofern dann ein Investor anbeißt, könnten in zwei Jahren die ersten LTyou-Flugzeuge starten. Ob das klappt, ist allerdings fraglich: Von den noch benötigten 76.500 Euro für den Businessplan sind via Überweisung, Paypal und Gofundme bislang erst 6000 Euro zusammengekommen.