Folge der Corona-Krise

Lufthansa streicht 600 Piloten- und 2600 Flugbegleiterstellen in Deutschland

Lufthansa Pilot
Bei der Lufthansa sind aufgrund der Corona-Krise 22.000 Arbeitsplätze in Gefahr
Foto: Picture Alliance

Die hart von der Corona-Krise getroffene Lufthansa muss tiefe Einschnitte bei den Personalkosten vornehmen. Der Einbruch des Passagierflugverkehrs führt zu einem noch höheren Personalüberhang als bisher bekannt. Nun steht scheinbar fest, welche Stellen reduziert werden sollen.

Die Deutsche Lufthansa hat den möglichen Personalabbau bei der Fluggesellschaft aufgeschlüsselt. Die voraussichtlich nach der Krise auf Dauer überzähligen 22.000 Vollzeitstellen verteilten sich auf alle Geschäftsfelder und nahezu alle Unternehmen der Gruppe, teilt die Airline am Montagabend (16. Juni) mit.

Allein der Flugbetrieb der Lufthansa Airline sei perspektivisch mit rechnerisch knapp 5000 Stellen betroffen, davon 600 Stellen von Piloten, 2600 von Flugbegleitern und 1500 von Bodenmitarbeitern. Ebenfalls betroffen seien weitere 1400 Stellen in der Zentrale und bei anderen Konzerngesellschaften in der Verwaltung. Lufthansa Technik habe weltweit einen Personalüberhang von rund 4500 Stellen, davon 2500 in Deutschland. Im Cateringgeschäft der LSG Group seien weltweit 8300 Stellen betroffen, davon 1500 in Deutschland.

Sparbeitrag sei notwendig

Das Unternehmen will mit den Gewerkschaften noch vor der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni Vereinbarungen über Personalkostensenkungen erzielen. Ein Sparbeitrag sei notwendig für die Zustimmung der Aktionäre zum neun Milliarden Euro schweren staatlichen Rettungspaket für die Lufthansa, hatte Vorstandschef Carsten Spohr gesagt. Insbesondere sollen die Anteilseigner einer Kapitalerhöhung um 25 Prozent zustimmen, damit der Staat in Besitz eines 20-prozentigen Anteils an dem börsennotierten Unternehmen kommt.

Die Lufthansa steht wegen der schwersten Krise der Luftfahrtgeschichte wie viele andere Airlines vor einem Schrumpfkurs, um sich an die längerfristig schwache Nachfrage nach Flügen anzupassen. Das Unternehmen rechnet erst für 2023 mit einem Marktniveau wie vor der Krise. Die Flotte von 760 Flugzeugen soll dauerhaft um 100 Maschinen verkleinert werden.

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Bei Swiss 1900 Arbeitsplätze auf der Kippe

Betroffen ist nicht nur das fliegende Personal, sondern auch das am Boden oder in der Verwaltung. Die Hälfte der überzähligen Stellen entfällt der Lufthansa zufolge auf Deutschland. Bei den Töchtern Swiss, Austrian und Brussels Airlines stehen ebenfalls Tausende Stellen auf der Kippe. Nach Medienberichten geht es bei der Schweizer Tochter um bis zu 1900 Arbeitsplätze. Austrian und Brussels wollen jeweils rund 1000 Jobs streichen.

Airlines weltweit setzen Mitarbeiter wegen der Corona-Krise vor die Tür. So schätzen die Branchenanalysten von Allianz/Euler Hermes, dass trotz insgesamt 125 Milliarden Dollar Staatshilfen für die Fluggesellschaften 750.000 und damit bis zu 30 Prozent der Arbeitsplätze drohen verloren zu gehen.