Heikler Fehler

Lufthansa verortet Stadt ins falsche Land

Lufthansa
Donezk liegt in der Ukraine – zu sehen ist hier im Bild der Bahnhof der Stadt
Foto: Getty Images

Donezk ist eine Stadt in der Ukraine – das Informationssystem an Bord einer Lufthansa-Maschine verortete sie jetzt jedoch nach Russland. TRAVELBOOK hat bei der Airline nachgefragt, wie so ein heikler Fehler passieren konnte.

Der ukrainische Diplomat Oleksii Makeiev machte die Fluggesellschaft darauf via Twitter aufmerksam, indem er ein Video seines Kollegen teilte, der den heiklen Fehler gefilmt hatte. Heikel deshalb, weil Donezk zwar in der Ukraine liegt, der Staat aber seit dem Beginn des Krieges mit Russland 2014 die Kontrolle über die Stadt verloren hat.

Prorussische Separatisten riefen vor einigen Jahren die international nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk aus. „Donezk ist in der Ukraine, heute besetzt von Russland“, twitterte Makeiev. „Bitte korrigiert das, Lufthansa.“ Die Fluggesellschaft entschuldigte sich demnach laut „BILD“ bei dem Diplomaten.

Update ist in Arbeit

Auf TRAVELBOOK-Anfrage sagte Unternehmenssprecherin Sandra Kraft: „Es tut uns leid, dass das passiert ist. Bei dem Programm handelt es sich um eine Standard-Flightmap des Herstellers Rockwell Collins aus den USA – sobald wir auf den Fehler aufmerksam wurden, haben wir um ein Update gebeten.“ Eine TRAVELBOOK-Recherche ergab: Rockwell Collins stellt nicht nur Bordinformations-Systeme für Passagierflieger her, sondern auch solche für das Militär – eine Rubrik auf der Firmenwebseite heißt „Elektronische Kampfführung“.

Auch interessant: Noch vor Weihnachten! Bei Lufthansa drohen schon wieder Streiks

Wie lange es dauern werde, den Fehler zu beheben, könne man laut Kraft nicht sagen. Im Übrigen sei das entsprechende Informationssystem nur auf der Airbus A350-Flotte zum Einsatz gekommen, also in insgesamt 15 Flugzeugen. Auch andere „namhafte Airlines“ verwendeten bislang laut Kraft die fehlerhafte Flightmap. „Hoffentlich wird der Fehler so schnell wie möglich behoben. Der Hersteller hat uns versichert, er ist dran.“

Themen