Für fast 700.000 Euro

Altes Concorde-Triebwerk wird bei Ebay versteigert

1969: Eine Concorde hebt zu einem Testflug ab
Foto: dpa Picture Alliance

Achtung, nur für Sammler mit sehr großem Geldbeutel: Bei dem Online-Auktionshaus Ebay kann man jetzt ein echtes Triebwerk eines alten Concorde-Flugzeugs ersteigern. Das mehrere Tonnen schwere Stück muss der Käufer aber selbst abholen.

Was könnte man mit 700.000 Euro nicht alles machen: Mehrere Jahre luxuriös um die Welt reisen zum Beispiel – vorausgesetzt, das geht bald wieder. Sich ein schönes großes Haus kaufen. Oder auch einfach anlegen und nie wieder arbeiten gehen. Bei Ebay finden Sammler mit einem gewissen Hang zur Exzentrik (und dem passenden Portemonnaie) dieser Tage allerdings noch einen anderen Vorschlag, wie man das Geld investieren könnte: nämlich in das Triebwerk eines alten Concorde-Flugzeugs.

Triebwerk Concorde

Ein Rolls Royce Olympus 593 Triebwerk, wie es in den Concorde-Überschallflugzeugen verwendet wird, ist im Jahr 2000 bei der Historischen Luftfahrtschau in Farnborough ausgestellt. Auf ein solches „Monstrum“ darf sich auch der Käufer des aktuellen Ebay-Angebots freuen.

„Perfekt als Möbelstücke oder Kunst”

Wer jetzt tatsächlich ernsthaft interessiert ist, dürfte allerdings ein Problem haben – denn man muss das Ding beim Verkäufer selbst abholen. Über eine „Lieferung auf Kosten des Käufers innerhalb der UK” könne man aber verhandeln, schreibt der Anbieter. Über das gute Stück sagt er: „Nicht mehr flugfähig, aber perfekt, um es auseinanderzunehmen, und als Möbelstücke oder Kunst zu verwenden.” Im Preis enthalten ist auch ein Liefer-Logbuch, das Aufschluss über die diversen Bauteile gibt – zumindest wohl für Leute, die etwas von Triebwerken verstehen.

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Das Sammlerstück sei ursprünglich als Triebwerk Nummer drei bei der Concorde G-BFKW Nummer 214 für British Airways eingebaut gewesen, die Maschine selbst steht heute im Luftfahrt-Museum in Seattle, USA. Laut Verkäufer ist es das einzige Triebwerk, dass British Airways inklusive Nachbrenner (Vorrichtung für zusätzlichen Schub) und Logbuch verkaufte. Dieses enthält zudem noch sämtliche Notizen, Stempel und Unterschriften von Piloten und Ingenieuren.

 

Die Geschichte der Concorde-Flugzeuge begann laut „FAZ” 1962, als Großbritannien und Frankreich einen Vertrag zum Bau eines Überschallflugzeuges unterzeichneten. 1976 ging es dann bei der British Airways in den Liniendienst, nachdem man auf diversen Testflügen bereits zum Teil doppelte Schallgeschwindigkeit erreicht hatte. Im Jahr 2000 kam es jedoch zu einer Katastrophe, die das Ende des Flugzeugs besiegelte: Kurz nach dem Start in Paris stürzte eine Concorde-Maschine in ein Hotel, insgesamt 113 Menschen sterben, die meisten von ihnen Deutsche. In der Folge kam es zu weiteren Pannen, sodass der Verkehr mit den Überschallflugzeugen schließlich 2003 endgültig eingestellt wurde.

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