Schonfrist für Passagiere

Verwirrung um Handgepäck! Jetzt macht Ryanair auf kulant

Neue Handgepäck-Regelung bei Ryanair
Bis zum Dezember gibt es noch eine Gepäck-Schonfrist für Ryanair-Passagiere
Foto: Getty Images

Die neuen Gepäckregeln bei Ryanair rufen bei Reisenden die verschiedensten Reaktionen hervor: Verwirrung, Resignation oder die pure Wut. Um zumindest Letztere verhindern zu können, hat sich die Billigairline jetzt etwas einfallen lassen: Für Ryanair-Passagiere gibt es eine Schonfrist für die Extra-Gebühren bei zu viel oder zu großem Gepäck.

Seit dem ersten November dürfen Ryanair-Kunden nur noch ein kleines Gepäckstück mit den Maßen 35x20x20 kostenfrei mit an Bord nehmen. Für größere Koffer müssen sie bei der Buchung eines Tickets einen Priority-Tarif auswählen (für 6 bis 10 Euro extra), der es ihnen erlaubt, ein Gepäckstück mit den Maßen 55x40x20 und einem Gewicht von bis zu 10 Kilogramm mit an Bord zu nehmen oder aufzugeben.

Bezüglich dieser neuen Regelung herrscht bei den Reisenden aber offenbar Verwirrung, denn immer noch erscheinen viele Passagiere mit einem Handgepäckkoffer am Gate, für den sie nicht extra bezahlt haben oder führen ein Gepäckstück mit sich, das nicht den neuen Maßen entspricht. Eigentlich wird dafür eine Gebühr in Höhe von 20 Euro (am Gepäckabgabeschalter) oder 25 Euro (am Boarding Gate) erhoben.

Doch Ryanair kommt betroffenen Reisenden jetzt entgegen, wie Robin Kiely, der Head of Communications von Ryanair, gegenüber TRAVELBOOK bestätigt:

Konkret bedeutet das, dass Passagiere bis zum 1. Dezember aus Kulanz keine Extragebühren für falsches Handgepäck am Flughafen bezahlen müssen. Dieser Ansatz gelte für alle Flughäfen in Europa, die von Ryanair angeflogen werden, so Kiely weiter.

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Was ist mit Reisenden, die im Voraus für das Gepäck bezahlt haben?

Besonders ärgerlich ist das für Passagiere, die bereits bei der Buchung die Extragebühr bezahlt haben. Doch unter Umständen können diejenigen das Geld von Ryanair zurückverlangen. „Wer eine alte Flugbuchung hat, der sollte bei Ryanair bezahlen, wenn ihm die Mitnahme (eines Koffers, Anm. d. Redaktion) verweigert wird oder eine Mehrgebühr belastet wird. Das muss dokumentiert werden, damit man es hinterher unter Umständen von Ryanair zurückverlangen kann.“, erklärte Jan Bartholl, Rechtsanwalt für Reiserecht, auf Nachfrage von TRAVELBOOK. Voraussetzung sei allerdings, dass Ryanair die Kulanz-Regelung auch in den eigenen AGBs aufnimmt – was bislang jedoch nicht der Fall ist.

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Mehr Pünktlichkeit seit neuer Gepäckregelung

Für das Unternehmen soll sich die neue Gepäckregelung nach eigenen Angaben schon ausgezahlt haben: „Wir haben von unseren Kunden und Flughäfen in ganz Europa viel positive Rückmeldung erhalten, dass unsere neuen Gepäckbestimmungen die Warteschlangen bei den Sicherheitskontrollen reduziert und das Erlebnis beim Boarding-Prozess verbessert haben. So hat sich unsere Pünktlichkeitsrate um 11 Prozent verbessert, da wir die Menge des kostenlosen Handgepäcks und die damit verbundenen Flugverspätungen reduzieren“, betonte Ryanair-Sprecherin Kenny Jacobs in einer Pressemitteilung vom 7. November.

 

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