Auch deutsche Kunden betroffen

Ryanair-Website down? Das sind Ihre Rechte

Online-Check-in auf Ryanair-Webseite nicht möglich
Weil die Webseite von Ryanair zeitweise nicht funktionierte, konnten Kunden nicht online einchecken
Foto: Getty Images / Travelbook.de

Jeder, der mit Ryanair fliegt, weiß: Man sollte unbedingt rechtzeitig online einchecken. Wer das nicht tut, muss am Flughafenschalter eine satte Gebühr von 55 Euro zahlen. Aber was ist, wenn die Online-Services schlichtweg nicht funktionieren und man sich somit gar nicht selbst einchecken kann? Dieses Problem hatten in den vergangenen Wochen einige Kunden des Billigfliegers.

Schwierigkeiten hatten nicht nur Kunden, die auf die deutschsprachige Seite von Ryanair wollten, auch britische Online-Medien wie „iNews“ und der „Mirror“ berichteten über ähnliche Beschwerden aus England in den vergangenen Tagen. Die deutsche Homepage der Fluggesellschaft, die normalerweise unter „https://www.ryanair.com/de/de/“ aufrufbar ist, funktionierte nicht ordentlich und wurde auf „https://news.ryanair.com“ umgeleitet. Dort gab es eine Fehlermeldung auf Englisch, in der stand: „Entschuldigung! Wir können die Seite, die Sie suchen, nicht finden.“ Ein Online-Check-in oder die Buchung eines Fluges waren nicht möglich.

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Ryanair-Webseite funktioniert nicht

Diese Anzeige bekamen Kunden, die in Deutschland am vergangenen Dienstagabend auf die deutschsprachige Webseite von Ryanair gelangen wollten. Sie wurden auf die nicht funktionierende Seite URL https://news.ryanair.com umgeleitet. 
Foto: TRAVELBOOK.de

Bei Online-Check-in-Problemen an den Ryanair Kundendienst wenden

Wie sich Betroffene bei Online-Check-in-Problemen verhalten sollten, erklärte Robin Kiely, Head of Communications von Ryanair, auf Nachfrage von TRAVELBOOK: „Da Kunden (die keine Sitzplatzreservierung wählen) 48 Stunden bis zwei Stunden vor Abflug Zeit haben, um für ihren Flug online einzuchecken, und das kurzzeitige Serverproblem schnell gelöst wurde, sollte das Problem, nicht online einchecken zu können, nicht auftreten. Für den seltenen Fall, dass ein Problem weiterhin besteht, sollten Kunden, die Schwierigkeiten mit ihrem Browser haben, ihren Zwischenspeicher leeren und sich an unser Team vom Kundendienst (per Online-Chat oder Telefon) wenden.“

Zu den Problemen mit der Webseite merkte er an, dass sie normal funktioniere – was sie mittlerweile tatsächlich wieder tut –, am Montagabend habe es ein kurzes Serverproblem gegeben, das aber schnell behoben werden konnte. Auf die Probleme am Dienstagabend ging die Airline nicht ein.

Betroffene Passagiere können Geld zurückverlangen

Sollten solche Probleme erneut auftreten und einen Online-Check-in verhindern, ist es ratsam, Screenshots der Website zu machen.

Sollten die Schwierigkeiten den Online-Check-in verhindern, mit der Folge, dass Passagiere am Airport zur Kasse gebeten werden, sollten Kunden zahlen – und das Geld von Ryanair zurückverlangen, wie Jan Bartholl, Rechtsanwalt für Reiserecht, gegenüber TRAVELBOOK erklärte: „Wenn Ryanair die Services nicht zur Verfügung stellt, die man benötigt, um sich einzuchecken und die Buchung ordnungsgemäß vorzunehmen, dann haftet Ryanair dafür. Und im Rahmen dieser Haftung muss Ryanair den Passagieren die Kosten erstatten.“ Deshalb solle man sich die Zahlungen unbedingt quittieren lassen, damit man die Belege anschließend bei Ryanair vorlegen und die Summe zurückfordern kann.

Anders verhalte es sich mit Flugangeboten, die wegen des Systemausfalls nicht mehr verfügbar sind. Bei verfallenen Angeboten könne man keinen Schadensersatz geltend machen. Ohne Buchung habe man keine Vertragsbeziehung mit Ryanair und deshalb auch keine Ansprüche, so Bartholl.

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Webseite und App waren bereits Anfang November offline

Am 5. November wies Ryanair bereits daraufhin, dass aufgrund eines System-Upgrades sowohl die Webseite als auch die App vom 7. November auf den 8. November für zwölf Stunden offline sein würden. Betroffene Kunden, die für diesen Zeitraum Flüge gebucht hatten, wurden per E-Mail und SMS informiert und außerdem dazu angehalten, den Online-Check-in vor dem angekündigten Zeitraum durchzuführen.

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Wer dies nicht tat, musste am Flughafenschalter die fällige Gebühr bezahlen – doch auch dafür muss Ryanair laut Aussagen Bartholls haften. „Es besteht keine rechtliche Möglichkeit, sich mit solchen Mitteilungen oder Anweisungen der Haftung zu entziehen. Rechtlich ist das nicht möglich, Ryanair haftet weiterhin.“

Ryanair habe mithilfe der Mitteilungen lediglich dafür gesorgt, dass sich viele Passagiere schon vorher eingecheckt haben. Damit habe verhindert werden können, dass Passagiere am Flughafen Extragebühren bezahlen müssen, die im Endeffekt von Ryanair zurückerstattet werden müssten.