Ryanair streicht Tausende Flüge

Warum manche Flieger trotz des Streiks starten

Ryanair-Streik

Foto: Array

Statt abzuheben bleiben heute wegen des Ryanair-Streiks zehntausende Deutsche am Boden – doch manche Maschinen fliegen trotzdem. TRAVELBOOK erklärt warum.

Riesen-Ärger um Ryanair: Weil die Piloten des Billigfliegers seit Freitag morgen um 3:01 in einen 24-stündigen Streik getreten sind, gehen zehntausende Urlauber in die Luft – allerdings vor Wut, denn statt abzuheben bleiben sie am Boden der von anderen geschaffenen Tatsachen sitzen. Allein in Deutschland wurden laut TRAVELBOOK-Anfrage an Ryanair 250 Flüge gestrichen, kommen schätzungsweise gut 42.000 Menschen nicht in den Urlaub – europaweit sind es 55.000 Menschen, 396 der für heute geplanten über 2400 europaweiten Flüge wurden gestrichen. Gestreikt wird neben Deutschland auch in Schweden, Irland, den Niederlanden und in Belgien.

Wer am frühen Morgen starten wollte, für den gab es kaum Hoffnung, die meisten Maschinen fielen aus. Gleichwohl soll es an deutschen Flughäfen Starts und Landungen von Ryanair-Maschinen geben, die dann aus nicht bestreikten Ländern kommen. Rund ein Drittel der deutschen Passagiere werde so bedient, hat das Unternehmen angekündigt. Die von den Flugabsagen betroffenen Kunden sollten individuell informiert werden. Sie können umbuchen oder den Flugpreis zurückerhalten. Darüber hinausgehende Entschädigungen will die Airline nicht bezahlen.

Auch interessant: Bekomme ich als Betroffener des Ryanair-Streiks Entschädigung?

Deutsche Crews fliegen allerdings gar nicht – Ryanair habe offenbar mit massiven Ausfällen gerechnet und daher lieber gleich das gesamte Programm der deutschen Crews abgesagt, erklärte ein Sprecher der Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit” in Frankfurt. Das sei für das Unternehmen offenbar einfacher zu behandeln. Der Billigflieger selbst antwortete auf TRAVELBOOK-Anfrage zu dem Thema nur ausreichend und höchst vage: „Trotz der bedauerlichen und ungerechtfertigten Streiks in 5 unserer 37 Märkte am Freitag, den 10. August, werden heute über 2.000 Ryanair-Flüge (85 Prozent unseres Flugplans) wie gewohnt stattfinden und fast 400.000 Kunden europaweit befördert“, so Robin Kiely, Head of Communications bei Ryanair.

Des Weiteren sagte er: „Ryanair hat alles unternommen, um die Störung zu minimieren, und wir haben unsere Kunden so früh wie möglich über ihre Optionen informiert: eine kostenlose Umbuchung, eine Rückerstattung, oder einen vergleichbaren Ersatzflug. Die Mehrheit der betroffenen Kunden wurde bereits auf einen anderen Ryanair-Flug umgebucht. Wir möchten uns noch einmal bei den Kunden, die von dieser unnötigen Störung betroffenen sind, entschuldigen und bitten die streikenden Gewerkschaften, die Verhandlungen fortzusetzen, anstatt zu weiteren ungerechtfertigten Streiks aufzurufen.“

 

Themen