20.000 Freiwillige gesucht

Ab jetzt kann man den BER vor seiner offiziellen Eröffnung testen

BER Flughafen Berlin-Brandenburg testet Betrieb
Jetzt wird es ernst: Damit der BER Ende Oktober 2020 tatsächlich eröffnen kann, soll der Betrieb jetzt mit Komparsen getestet werden
Foto: Getty Images

Der Berliner Flughafen BER sucht ab sofort 20.000 Komparsen, die bis zur geplanten Eröffnung an verschiedenen Terminen einen Testbetrieb simulieren sollen. Aber es wird wohl nicht jeder Bewerber auch zum Tester schaffen.

„Sie lieben Flughäfen oder sind einfach neugierig? Dann helfen Sie uns, den BER vor seiner Eröffnung zu testen. “ Nein, diese Aufforderung ist kein verfrühter Aprilscherz, denn der Berliner Flughafen BER, der am 31. Oktober 2020 mit mehr als zehn Jahren Verspätung wirklich eröffnen soll, sucht ab sofort 20.000 Komparsen für einen Testbetrieb.

Auf der offiziellen Anmeldeseite „#BERtesten“ können sich Interessierte ab sofort bewerben – doch es gibt ein paar Bedingungen: So muss man aus versicherungsrechtlichen Gründen über 18 Jahre alt sein. Teilnehmer sollten zudem die deutsche Sprache gut beherrschen, da der Testbetrieb auf Deutsch abgehalten werden wird. Die 10.500 Mitarbeiter, die so auf ihre späteren Aufgaben vorbereitet werden sollen, sprächen aber „in der Regel auch Englisch sowie weitere Sprachen“.

Bewerber werden streng kontrolliert

Auf der Webseite wird man aufgefordert, persönliche Daten anzugeben, und kann sich dann für einen der insgesamt 30 Termine bewerben. Die 20.000 Komparsen werden dann auf diese verteilt. Der Andrang scheint groß zu sein, etliche Termine sind bereits nicht mehr verfügbar. Hier gibt es aber scheinbar Einschränkungen: „Um einen möglichst realen Passagiermix während des Probebetriebs zu erhalten, sind verschiedene Filter hinterlegt. Sollte die Kategorie, in die Sie fallen würden, bereits voll sein, so ist der Termin für Sie nicht buchbar.“ Insgesamt kann sich jeder Interessent für zwei Termine anmelden.

„Flughafen Berlin Brandenburg“-Pressesprecher Daniel Tolksdorf sagte auf Anfrage zu TRAVELBOOK: „Wir testen ein großes und sorgsam ausgearbeitetes Programm nach internationalen Standards, bei dem die Inbetriebnahme realistisch charakterisiert wird.“ Man erhoffe sich, dass die Prozesse und Verfahren sowie zum Beispiel auch das Verhalten in Notfällen so funktionierten, wie man es sich auch in der Realität wünsche. Mittlerweile seien alle Systeme einzeln sowie im Verbund getestet und auch mit dem TÜV-Stempel versehen, auch würden nun Mitarbeiter geschult und es erfolge eine enge Zusammenarbeit mit Partnern wie den Airlines, der Bundespolizei und Mietern im Flughafen.

„Wir eröffnen wie geplant“

Skurril: Um einen realistischen Testbetrieb zu garantieren, hat die Flughafen-Firma von einem Hersteller vorab gepackte Koffer bezogen, einige davon zum Beispiel auch absichtlich mit Übergewicht gepackt oder so, dass sie bei der Sicherheitskontrolle auffallen würden. Ob diese Gepäckstücke gekauft oder gemietet sind und wie viel dies kostet, konnte Tolksdorf auf Anfrage nicht beantworten. Was geschehe denn im Fall, falls der Testbetrieb nicht zufriedenstellend verlaufe? „Dazu werde ich Ihnen jetzt nichts sagen. Wir eröffnen am 31. Oktober.“

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Auf der Webseite gibt es dann noch wenige weitere Informationen – ein paar Comic-Grafiken z.B., in denen zum Beispiel verraten wird, dass die Teilnehmer insgesamt 54.315 Äpfel essen und 32.589 Liter Kaffee trinken werden, 7950 Gepäckstücke sollen an jedem der Probetage zum Einsatz kommen. Ein weiteres Detail: Komparsen sollen sich darauf einstellen, während der Testtage viel zu laufen.

 

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