Deutsche Airline steht zum Verkauf

Muss ich Angst haben, dass mein Condor-Flug jetzt storniert wird?

Condor Verkauf
Seit dem 7. Februar steht fest, dass Thomas Cook seine Fluggesellschaften, darunter die mit 42 Maschinen flottenstärkste Condor, verkaufen will
Foto: dpa Picture Alliance

Die Unsicherheit bei Flugreisenden angesichts der jüngsten Airline-Pleiten wächst, und viele fragen sich, ob ihr lange gebuchter Sommerurlaub in Gefahr ist. Mit der Ankündigung, dass der britische Reisekonzern Thomas Cook seine eigenen Fluglinien verkaufen möchte, steht nun auch die Zukunft der deutschen Traditions-Airline Condor in Frage. TRAVELBOOK sprach mit Christoph Debus, dem Chef der Airline-Gruppe, über mögliche Szenarien.

Mittelmeerländer wie Spanien, Italien und Griechenland gehören zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen im Sommer. Einer der wichtigsten Zubringer zu diesen Zielen ist, neben noch verbliebenen Billigairlines wie Easyjet und Ryanair und wenigen anderen Anbietern, die Fluggesellschaft Condor. Doch nun soll die eigentlich profitable deutsche Airline, zusammen mit den anderen Fluggesellschaften der Thomas Cook Group Airline, verkauft werden. Nach Angaben des Konzerns will man mit den Erlösen Schulden tilgen und ins Hotelgeschäft investieren.

Auch wenn der Verkauf noch nicht über die Bühne ist – viele Urlauber fragen sich jetzt dennoch zurecht, ob ihr bereits gebuchter Flug mit Condor überhaupt stattfindet.

Zudem gehe er davon aus, dass ein potenzieller Käufer nicht daran interessiert sein wird, die Airline zu zerschlagen. „Condor wie die gesamte Airline-Gruppe ist ein durch und durch gesundes und auch ein sehr profitables Unternehmen. Jeder, der viel Geld in die Hand nimmt, um etwas Gutes zu kaufen, der hat ja in der Regel kein Interesse daran, dies in irgendeiner Form zu zerstören, sondern fortzuführen und weiter zu investieren.“

Wer wird Condor kaufen?

Auf Nachfrage, ob es bereits konkrete Vertragsverhandlungen mit einem bestimmten Käufer gibt, wollte Debus sich zu TRAVELBOOK nicht äußern. „Die Investmentbanken eruieren gerade, welche Anfragen seriös und attraktiv zu bewerten sind und welche nicht“, sagt Debus.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, soll die Lufthansa kurz davor stehen, den deutschen Ferienflieger zu übernehmen. Das habe das Fachportal Aviation News unter Berufung auf nicht namentlich genannte Insider berichtet. Auch Ryanair und Easyjet sollen zumindest an Teilen der insgesamt gut 100 Maschinen großen Flotte der Airline-Gruppe interessiert sein.

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Bleibt Condor als Marke erhalten?

Debus geht nach eigenen Angaben davon aus, dass nach einem Verkauf Condor als Marke aufgrund ihrer großen Beliebtheit nicht verschwinden wird. „Die Marke ist so stark, es gibt sie schon seit 1956, und viele Deutsche haben ihren ersten Flug mit Condor gemacht. Von daher gehe ich persönlich davon aus, dass die Marke weiter bestehen bleibt.“ Allerdings, so räumt der Konzernchef ein, könne man in „so einem Prozess natürlich nie etwas ausschließen“.

Auf einen möglicherweise erneut bevorstehenden Flugchaos-Sommer, mit dem viele Experten rechnen, hat Condor sich trotz des Verkaufsprozesses nach Angaben von Debus gut vorbereitet: „Wir haben unglaublich viel investiert, unter anderem in Reservekapazitäten, zusätzliche Mitarbeiter und eine Entzerrung des Flugplans. Wir haben das Gefühl, alles, was menschenmöglich und vertretbar ist, an Maßnahmen auf den Weg gebracht zu haben, damit der Sommer gut ist.“