Gerichtsurteil

Hohe Ticket-Rückzahlung, wenn der Flug früh storniert wurde

Ein Gericht urteilte, dass Reisenden bei frühzeitiger Stornierung eine anteilige Rückerstattung des Ticketpreises zusteht. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Bei der Stornierung eines Fluges gilt: je früher, umso besser. Doch wie hoch sollte die Rückerstattung des Ticketpreises sein? Und wie hängt das mit dem Zeitpunkt der Stornierung zusammen? Ein Urteil gibt Aufschluss.

In dem verhandelten Fall am Landgericht Düsseldorf (Az.: 22 S 307/16), von dem die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ berichtet, ging es um Flüge von Düsseldorf nach Dubai und zurück für insgesamt 1109,24 Euro. Die Klägerin stornierte die Reise ein halbes Jahr vor Reisebeginn, weil das Kreuzfahrtschiff, mit dem sie von Dubai aus fahren wollte, noch nicht fertig war. Sie bekam von der Airline kleinere Teilsummen erstattet, verlangte vor Gericht aber weitere 968,92 Euro – und bekam Recht.

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Steuern sind stets zu erstatten

Die Fluggesellschaft müsse genau vortragen, was sie bei einer Stornierung an Steuern, Gebühren, Verpflegung und weiteren Kosten spare, so das Gericht. In diesem Fall konnte sie das nicht. Zum einen hätte die Airline durch Buchungslisten belegen müssen, welche Auslastung des Fluges zum Zeitpunkt der Stornierung bestand und was unternommen wurde, um das Ticket weiterzuverkaufen. Zum anderen hatte sie den Posten „Tax“ (Steuer) nur zum Teil erstattet, weil darunter angeblich auch der Kerosinzuschlag falle. Diese Zuordnung war laut Gericht nicht erlaubt. Steuern seien stets zu erstatten.