Baby verschwunden, Sonderwünsche...

7 Flugbegleiter verraten ihre krassesten Erlebnisse an Bord

Flugbegleiter erleben während ihres Berufsalltags täglich neue Situationen im Kontakt mit Passagieren
Flugbegleiter erleben während ihres Berufsalltags täglich neue Situationen im Kontakt mit Passagieren
Foto: Getty Images

Airline-Mitarbeiter kommen bei jedem Flug mit vielen Menschen in Kontakt und erleben dabei die skurrilsten Geschichten. Bei TRAVELBOOK berichten 7 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter, welche Erlebnisse ihnen während ihres Berufsalltags in der Luft bislang am meisten in Erinnerung geblieben sind.

Flugbegleiter sind fast täglich unterwegs und kümmern sich unter den extremen Bedingungen einer beengten Flugzeugkabine um das Wohl Hunderter Passagiere. Da bleibt es nicht aus, dass es zu der einen oder anderen skurrilen Situation kommt, etwa wenn ein Fluggast sich daneben benimmt oder absurde Sonderwünsche äußert. Aber auch tragische Momente gehören leider zum Berufsalltag.

Nach einem Facebook-Aufruf haben sich zahlreiche Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter verschiedenster Airlines bei TRAVELBOOK gemeldet und von ihren außergewöhnlichsten Erlebnissen an Bord berichtet. Lesen Sie mal, womit die Crew in der Luft so alles konfrontiert ist:

Wo ist das Baby?

Timo H., 35, arbeitet seit drei Jahren als Flugbegleiter:Auf einem Nachtflug von Köln nach Izmir in der Türkei waren wir komplett ausgebucht. Viele einheimische Passagiere hatten Babys mit an Bord. Es waren genau elf Babys. Da wir jeden Passagier mit Baby extra einweisen müssen, gingen meine Kollegen und ich zu jedem Einzelnen hin, gaben ihnen einen Babysicherheitsgurt und wiesen sie in die Sicherheitsvorschriften ein. Allerdings fehlte ein Baby. Wir zählten noch mal nach, aber es waren nur zehn. Ein Blick auf die Passagierliste sagte uns dann, dass in Reihe 6 noch ein Baby sein sollte. Als ich die dort sitzende türkische Dame fragte, wo ihr Baby sei, zeigte sie nach oben. Das Baby lag doch tatsächlich zwischen zwei Koffern in der Gepäckablage und schlief…“

Rollstuhl am Flughafen

Wie durch ein Wunder konnte eine ältere Passagierin im Rollstuhl plötzlich doch wieder laufen…
Foto: Getty Images

Tina S., 21, arbeitet seit zwei Jahren als Flugbegleiterin: „Mein irrstes Erlebnis war, als ein Gast einen Asthmaanfall hatte und ich ihm Sauerstoff geben musste. Währenddessen wurde ich von einem anderen Passagier, der am Gang auf der anderen Seite saß, angetippt und angesprochen: ‘Give me water, now!‘ Da dachte ich echt, ich stehe im Wald, da man die riesige Sauerstoffflasche einfach nicht übersehen konnte.“

Einmal Fleisch kleinschneiden, bitte

Jana S., 32, arbeitet seit neun Jahren als Flugbegleiterin: „Einmal saß in der Business Class ein älterer Herr. Er wirkte anfangs ganz normal und verhielt sich auch völlig unauffällig. Aber nach der Hälfte des Fluges fing er plötzlich an, überall rumzulaufen, tauchte immer wieder in der Küche auf und hat sich neben andere Passagiere gesetzt, um ihnen beim Schlafen zuzusehen. Irgendwann ging er auf Toilette und war auch ziemlich lange da drin. Als er wieder rauskam, ging nach ihm ein anderer Passagier hinein, der kam aber sofort wieder raus und meinte… ‘Was ist denn hier passiert?‘. Tatsächlich war das komplette Toilettenpapier überall verteilt, man sah nur noch Papier, im Klo, neben dem Klo, überall. Und am Spiegel standen irgendwelche Sätze, die er mit Lippenstift dahin geschmiert hatte. Wir haben dann mit dem älteren Herrn geredet, und dann kam raus, dass er dement war und oben in der Luft plötzlich nicht mehr wusste, wo er sich befand. Das hat ihn alles sehr verwirrt. Es tat ihm dann natürlich auch alles sehr leid und er hat sich sehr geschämt, aber letztlich konnte er ja nichts dafür. Aber das war schon eine sehr krasse Situation für uns Flugbegleiter.“

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Jan P., 26: „Auf einem meiner ersten Flüge in den Iran wurde ich beim Ausgeben des Essens freundlich von zwei älteren Gästen gebeten, doch bitte das Fleisch kleinzuschneiden. Da habe erst mal etwas irritiert geschaut, weil das Besteck ja mit auf dem Tablett war. Nachdem ich dann aber mitbekommen hatte, dass beide Passagiere sehr mit den Händen zitterten, nahm ich mir dann kurzerhand Messer und Gabel und habe den beiden natürlich das Fleisch kleingeschnitten. Am Ende des Fluges haben Sie sich per Handschlag bei mir für den schönen Flug bedankt. Das freut einen dann immer sehr.“

Sarah B., 22: „Leider gehört zu meinen irrsten Erlebnissen auch ein Todesfall. Es war ein normaler Flug von Ibiza zurück nach Düsseldorf. Als wir gelandet sind und das Deboarding stattgefunden hat, ist eine junge Frau (circa 20 bis 25 Jahre alt) sitzen geblieben. Sie sah aus, als ob sie schlafen würde. Als meine Kollegin sie wecken wollte (es ist nicht unüblich, dass die Leute trotz harter Landung weiter schlafen), hat sie die Dame einfach nicht wach bekommen. Wir haben noch alles probiert, allerdings war es einfach zu spät. Letztendlich hat sich herausgestellt, dass die Frau eine Überdosis Tabletten/Drogen o.ä. genommen hatte und an Bord einfach eingeschlafen ist. Das Schlimme war nur, es ihren Freundinnen zu erklären, die komplett verteilt im Flieger saßen.“

Sterben auf einem Flug ist technisch gesehen oft nicht möglich

Martina K., 35, arbeitet seit 15 Jahren als Flugbegleiterin – und hat schon mehrfach unliebsame Erfahrungen mit männlichen Fluggästen gemacht: „Ein Passagier hatte wohl zwei Stunden Zwischenstopp in den USA und wollte mich dort in einem Stundenhotel treffen, obwohl ich vorher kein einziges Wort mit ihm gesprochen hatte und ich ihm nur im Gang begegnet bin und angelächelt hatte. Manche Männer verstehen die Freundlichkeit einfach falsch. Natürlich konnte ich ihm diesen Wunsch nicht erfüllen.

Ein anderes Mal war ein russischer Seemann so betrunken, dass er sich bis auf die Unterhose ausgezogen hat und stolz mit Bier in der Hand herumgelaufen ist, jeder konnte seine Bierwampe sehen. Er wollte immer mehr Bier, und bei Betrunkenen hat man oft Angst, dass sie aggressiv werden, wenn man ihnen Alkohol verweigert. Deswegen kam ich auf die glorreiche Idee, alkoholfreies Bier in eine normale Bierflasche zu füllen.

 

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