EU-Luftraum gesperrt

Flugverbot für Boeing 737 Max 8! Ist mein Urlaub in Gefahr?

Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines
Eine Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines.
Foto: Foto: Preston Fiedler/AP

Nach zwei tödlichen Flugzeugabstürzen innerhalb weniger Monate wird Boeings 737-Max-Serie zum Krisenfall. Der Luftraum über Europa ist für die Maschinen ab sofort gesperrt. Auch weltweit ziehen Airlines Konsequenzen. Was bedeutet das für Flugreisende?

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien erteilten Luftfahrtbehörden in Europa, Australien und weiten Teilen Asiens Flugverbote für alle baugleichen Maschinen. Zahlreiche Airlines legten die Flugzeuge am Dienstag wegen Zweifeln an der Sicherheit der Baureihe ebenfalls zunächst still.

Bisher kaum Folgen in Deutschland

Die Sperre des deutschen Luftraums für das Boeing-Modell 737 Max gilt für drei Monate. Bis einschließlich 12. Juni dürfe kein Flugzeug des Typs Boeing 737 Max 8 und Max 9 über der Bundesrepublik fliegen, erklärte die Deutsche Flugsicherung (DFS).

Reisende an deutschen Flughäfen haben wegen des Flugverbots bisher kaum mit Einschränkungen zu rechnen. In Frankfurt am Main sind am Mittwoch von dem Flugverbot lediglich zwei Flüge betroffen. Dabei handelt es sich um einen Flug nach Warschau, wie ein Flughafensprecher sagte. Die betroffene Maschine werde durch einen anderen Flieger ersetzt. Außerdem sei ein Charterflug nach Mazedonien gestrichen worden. Die Passagiere würden auf andere Flüge umgebucht.

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An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld gibt es nach Angaben der Flughafensprecher bisher keine Beeinträchtigungen. Das Gleiche gilt für die Flughäfen Köln/Bonn in Nordrhein-Westfalen, Hannover in Niedersachsen, Leipzig/Halle und Dresden in Sachsen sowie für Hamburg.

So reagieren Tui, Norwegian Airlines und Turkish Airlines

Der weltgrößte Reisekonzern Tui legt infolge des Flugverbots in Großbritannien seine 15 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 vorübergehend still. Der Konzern will den Ausfall dieser Boeing-8-Flotte auch durch das Fremdchartern von Flugzeugen kompensieren. „Für Deutschland ist das Thema ja bisher nicht relevant, weil wir hier noch keine Maschinen dieses Typs haben. In anderen Ländern gibt es jedoch schon Maschinen. Dort wurden jedoch heute schon alle Flüge über Ersatzkapazitäten bereitgestellt und Flugzeuge dazu geleast.“, sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt gegenüber TRAVELBOOK. Man gehe nicht von Engpässen aus. Allerdings müsse man, so Dünhaupt, die Lage Mitte April noch einmal neu bewerten.

Auch Norwegian wird ihre 18 Maschinen des Typs vorerst außer Betrieb nehmen. Allein am Mittwoch mussten 19 Flüge annulliert werden, insgesamt seien tausende Passagiere betroffen gewesen. Man habe aber bis auf wenige hundert bereits Lösungen gefunden, sagte ein Sprecher dem Wirtschaftsportal e24.no. Weiter kündigte die Lowfare-Airline bereits an, dass man Boeing „die komplette Rechnung schicken“ werde.

Ebenfalls betroffen ist Turkish Airlines. Von diesem Mittwoch an blieben die zwölf Flugzeuge der Flotte bis aus Weiteres am Boden, teilte die türkische Fluggesellschaft mit.

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Keine kostenlose Umbuchung bei Angst vor Flugzeugtyp

Nach einem Flugzeugunglück steigen manche Passagiere mit einem mulmigen Gefühl in ein Flugzeug desselben Typs. Angst alleine ist aber kein Argument, wenn es um eine Umbuchung auf einen anderen Flug oder den Rücktritt von einer gebuchten Reise geht, sagt Reiserechtler Paul Degott.

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Gibt es allerdings Hinweise darauf, dass das Unglück mit der Technik des konkreten Flugzeugtyps im Zusammenhang steht, könnten Passagiere es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. „In diesem Fall ist das Argument stärker als nur ein dumpfes Angstgefühl“, sagt Degott. Ein Anspruch ergibt sich daraus zwar nicht automatisch. Jedoch stünden die Chancen gut, einen Rechtsstreit gegen Fluglinie oder Reiseveranstalter zu gewinnen, schätzt der Reiserechtler. In einem solchen Prozess könnten Flugreisende etwaige zusätzliche Kosten geltend machen.

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Fazit

Bisher halten sich die Einschränkungen vor allem in Deutschland in Grenzen, denn die Airlines weichen auf andere Flugzeug-Modelle aus. Auch für die Osterferien ist mit keinem zusätzlichen Chaos zu rechnen – allerdings ist es durchaus denkbar, dass es zur Hauptreisezeit zu Einschränkungen kommt, wenn die Kapazitäten ausgereizt sind.