Mit Einschränkungen

Flughäfen auf den Kanaren nehmen Betrieb nach Sandsturm wieder auf

Sandsturm Kanaren
Wegen eines Sandsturms und starker Böen wurden am Sonntag sämtliche Flughäfen auf den Kanaren geschlossen. Viele Urlauber mussten daher länger als beabsichtigt auf den Inseln bleiben.
Foto: Picture Alliance

Ein Sandsturm und orkanartige Böen haben den Flugverkehr und die Karnevalsfeiern auf den Kanarischen Inseln seit Samstagnachmittag erheblich beeinträchtigt. Mittlerweile haben die Flughäfen den Betrieb wieder aufgenommen, allerdings „mit reduzierter Kapazität“, wie die spanische Verwaltungsbehörde Aena mitteilt.

„Wir tun jetzt alles, um die Maschinen, so schnell es geht, von den Kanaren nach Deutschland zu fliegen beziehungsweise Urlauber auf die Inseln zu bringen. Die Flugpläne sollten sich also wieder normalisieren“, teilte Sprecher Aage Dünhaupt mit. Auch Condor hat bereits wieder Flugzeuge nach Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura auf den Weg geschickt. „Die Sicht hat sich deutlich verbessert. Wir haben daher allen Grund zur Annahme, dass unsere Maschinen auf den Kanaren landen können“, sagte eine Condor-Sprecherin zu TRAVELBOOK.

Infolge der anhaltenden wetterbedingten Einschränkungen ist auch bei Easyjet „ein Teil des heutigen Flugbetriebes betroffen. Wir tun alles, um die Auswirkungen der Störungen für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten“, versichert ein Sprecher der Airline. Betroffene Easyjet-Passagiere hätten die Möglichkeit, eine volle Rückerstattung zu beantragen oder eine kostenlose Umbuchung auf den nächsten verfügbaren Flug vorzunehmen. Sofern erforderlich, stelle Easyjet Hotelunterkünfte und Mahlzeiten zur Verfügung.

Flughäfen seit Sonntagnachmittag geschlossen

Wegen der Verschlechterung der Wetterlage waren die Flughäfen der spanischen Urlaubsinseln laut Aena am Sonntagnachmittag geschlossen worden. Bereits ab Samstagnachmittag hatten Dutzende Flugzeuge vor allem auf Gran Canaria und Teneriffa nicht mehr landen oder starten können.

Starke Böen mit mehr als 160 Stundenkilometern

Von Samstag auf Sonntag waren auf den Inseln, die im Atlantik vor der Westküste Afrikas nahe Marokko liegen, den amtlichen Angaben zufolge Sturmböen mit Geschwindigkeiten von mehr als 160 Stundenkilometern registriert worden. Bei dem Wetterphänomen, in der Region „Calima“ genannt, wird feiner Sand aus der Sahara-Wüste vom heißen Wind bis zu den Kanarischen Inseln getragen.

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Es habe deshalb zwischen Samstagnachmittag und dem frühen Sonntagnachmittag 550 Zwischenfälle gegeben, teilte der Zivilschutz mit. Bäume seien entwurzelt und Strommasten umgerissen worden. Medien berichteten, dass Müllcontainer, Schilder und andere größere Gegenstände wie Spielzeug durch die Luft flogen.

Kampf gegen die Flammen

Das Wetter erschwerte am Sonntag auch die Bekämpfung eines Brandes auf Gran Canaria. Rund 300 Hektar unweit der Gemeinden La Aldea de San Nicolás und Tasarte im Westen der Insel seien vom Feuer betroffen. Dutzende Bewohner von Tasarte habe man in Sicherheit bringen müssen. Die Flammen könnten wegen der starken Winde und der schlechten Sichtverhältnisse nicht aus der Luft bekämpft werden, hieß es. Auch die hohen Temperaturen von rund 28 Grad machten den Einsatzkräften zu schaffen.

Stürme halten noch an

Am Montag erreichten die Böen auf den Kanarischen Inseln eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern in den Niederungen und bis zu 165 Stundenkilometern auf den Berggipfeln, teilte Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net auf TRAVELBOOK-Nachfrage mit. „Das Ganze wird wohl noch bis morgen anhalten und dann langsam nachlassen“, so Jungs Prognose.

 

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