Experte spricht von Meilenstein

Mit diesem neuen System können Flugzeuge nicht mehr einfach verschwinden

Flugzeug Ortung
Im Laufe der Geschichte ist es immer wieder vorgekommen, dass Flugzeuge über dem Meer abgestürzt sind und anschließend nicht gefunden werden konnten. Ein neues Flugsicherungssystem soll Abhilfe schaffen.
Foto: Getty Images

Von der Boeing 777 des Malaysia-Airlines-Flugs 370, die auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking am 8. März 2014 ins Meer stürzte, fehlt bis heute jede Spur. Dass ein Flugzeug spurlos von der Bildfläche verschwindet, soll dank eines neuen Flugsicherungssystems künftig nicht mehr möglich sein. TRAVELBOOK hat sich von Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt erklären lassen, wie das neue System funktioniert und welche Vorteile es bietet.

„Die Einführung des neuen Aireon-Systems ist nicht nur für die Luftfahrt, sondern auch aus Sicht der Flugpassagiere ein Meilenstein. Viele wissen gar nicht, dass sie beim Fliegen über dem Meer für das Radar unsichtbar sind und ihr Flugzeug nicht geortet werden kann“, sagt Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt auf Nachfrage von TRAVELBOOK. Das aber soll sich jedoch mit dem neuen Kommunikationssystem des amerikanischen Unternehmens Aireon ändern.

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Das bedeutet, so Großbongardt, dass die Position eines Flugzeugs mit einer Ortungsgenauigkeit von etwas mehr als einem Kilometer in Echtzeit erfasst werden und keine Flugzeuge mehr spurlos verschwinden können.

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Luftfahrtexperte: Neues System schafft mehr Sicherheit und Vertrauen

Bislang seien Flugzeuge, beispielsweise über dem Nordatlantik, über Positionsmeldungen jeweils nur alle zehn bis 15 Minuten sichtbar gewesen und hätten daher so gut wie nicht geortet werden können, erklärt Großbongardt weiter. Das neue Flugsicherungssystem diene aber nicht nur einer genauen Ortung von Flugzeugen, sondern schaffe auch mehr Sicherheit und Vertrauen bei den Passagieren.

Ein weiterer Vorteil sei, dass sich dank des Systems der Treibstoffverbrauch von Flugzeugen wie auch die Schadstoff-Emissionen senken ließen. „Bislang sind Flugzeuge über dem Nordatlantik mit festen Abständen und genau festgelegten Routen geflogen. Das System macht es nun möglich, Flugzeuge enger zu staffeln und die Flugrouten so zu optimieren, dass weniger Treibstoff verbraucht wird“, sagt der Luftfahrtexperte.

Das neue Kommunikationssystem sei vor allem für die Flugsicherung, aber auch für die Airlines von Bedeutung. „Wenn ein Flugzeug verschwinden sollte, können auf der Grundlage genauer Positionsangaben beispielsweise Rettungsschiffe gezielt zum Unglücksort geschickt werden“, so Großbongardt.