Godzilla lässt grüßen

Was machen diese Monster in Japans Feldern?

„Super Monster Wolfes
Bei Nacht sehen die „Super Monster Wolfes“ bestimmt noch angsteinflößender aus
Foto: Getty Images

Auf den Feldern Japans sind seit kurzem Monster anzutreffen: Mit rot-leuchtenden Augen und weit aufgerissenem Maul erschrecken sie jeden, der ihnen zu nahe kommt. Was dahinter steckt.

Nächtliche Besucher verschrecken die Kreaturen innerhalb kürzester Zeit. Doch was steckt hinter diesen haarigen Geschöpfen?

Bei genauerem Hinsehen – oder besseren Lichtverhältnissen – erkennt man  den Roboter-Charakter der gruseligen Wesen. Sie erinnern an die Horror-Accessoires eines Gruselkabinetts oder das Equipment eines Horrorfilms aus den 70er Jahren. Doch bei Nacht erfüllen sie definitiv ihren Zweck, der nicht etwa darin besteht, Menschen zu erschrecken. Nein, sie sind dazu da, um Wildtiere zu verscheuchen.

Super Monster Wolf Japan

Bei Tageslicht erkennt man deutlich, dass kein echtes Wesen hinter den heulenden Geräuschen steckt
Foto: Getty Images

Auch interessant: Der eklige Grund, warum dieses Luxushotel verlassen wurde

Der Hintergrund: In Japan richten Wildschweine, Rehe und andere Wildtiere immer wieder schwere Schäden auf den Reis- und Kastanienfeldern an. Ingenieure haben jetzt mechanische Wölfe entwickelt, die die Felder vor den vielen Tieren schützen sollen, so berichten unter anderem „Futurism“ und „The Independent“.

Wie die Maschinen-Wesen funktionieren

Die gut einen halben Meter hohen Wölfe verfügen im Inneren über eine Batterie, die über Solarzellen aufgeladen wird. Weiter sind die Maschinen-Geschöpfe mit Sensoren ausgestattet. Bewegt sich ein Wildtier in einem Radius von knapp einem Kilometer, leuchten die Augen des Wolfes auf und sein Kopf bewegt sich. Zudem stößt er ein angsteinflößendes Heulen aus.

Damit die Wildtiere sich nicht an das Heulen der Wölfe gewöhnen, sei eine Variation an Geräuschen verfügbar, die abgespielt werden, so berichtet das britische Nachrichtenportal „BBC“. Unter anderem sollen Menschenstimmen und ein Gewehrschuss unter den Soundeffekten sein.

Dieses Video zeigt, wie die Roboter sich bewegen und welche Geräusche sie machen:

Ein Roboter-Wolf kostet 4000 Euro

Ein Monster-Roboter kostet 514.000 Yen, also fast 4.000 Euro. Die Bauern, die sich die Wölfe nicht so einfach leisten können, sollen sie auch mit monatlichen Raten abzahlen können, so „The Independent“.

Auch interessant: Die Horror-Tour, die noch niemand durchgestanden hat

Seit einigen Monaten schützen die Monster nun einige Felder um Kisarazu. Die mit den Monster-Maschinen bestückten Felder sollen von Wildtieren weitestgehend verschont geblieben sein, berichtet BBC.

Super Monster Wolf Japan

Chikao Umezawa, Leiter der Japan Agricultural Cooperative mit einem „Super Monster Wolf“
Foto: Getty Images

Warum der Monster-Wolf nötig wurde

Die Notwendigkeit der Maschine hat einen leider weniger schönen Ursprung: Die Zahl der Wildtiere, insbesondere der Wildschweine, nimmt immer mehr zu, wie auch „The Telegraph“ berichtet. Ihr natürlicher Feind, der Wolf, verschwand schon im 18. Jahrhundert aus Japan. Der Grund: Farmer legten Giftköder aus, um die Tiere auszurotten. Das Unterfangen wurde vom Staat unterstützt. Nun übernehmen die 50 Zentimeter hohen Kopien einen Teil ihrer Aufgabe in dem aus dem Gleichgewicht gebrachten System.

Themen