30. Juli 2026, 17:33 Uhr | Lesezeit: 11 Minuten
Jedes Jahr aufs Neue befragt das internationale Auswanderer-Portal InterNations seine Mitglieder zu ihren Erfahrungen im Ausland. Die Ergebnisse werden im „Expat Insider“ zusammengefasst, einem Report, der die besten und schlechtesten Länder zum Leben und Arbeiten für Expats ermittelt. In der diesjährigen – und inzwischen 13. – Version des Rankings findet sich Deutschland einmal mehr auf den letzten Rängen wieder. Wieso das so ist und welche Länder sich besonders gut zum Auswandern lohnen, erfahren Sie bei TRAVELBOOK. Ebenso wie alle weiteren Platzierungen des jüngsten Reports „Expat Insider“.
Wo auf der Welt lebt und arbeitet es sich als Auswanderer am besten? Um darauf eine Antwort zu erhalten, befragte die Expat-Plattform InterNations 7786 Auswanderer aus 162 Ländern zu ihrem Leben im Ausland. Bei den Teilnehmern handelt es sich um Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen in ein anderes Land gezogen sind – der Liebe wegen, aus Abenteuerlust, als Rentner oder aus beruflichen Gründen. Voraussetzung, um als Land berücksichtigt zu werden, war eine Mindestzahl von 50 Umfrageteilnehmern. In diesem Jahr schafften es 31 Länder in das Ranking. Das sind die besten und schlechtesten Länder weltweit für Auswanderer im Jahr 2026.
Übersicht
- Das Ranking
- Erneut das beste Land für Auswanderer ist …
- Mexiko macht Expats das Ankommen leicht
- Thailands Auswanderer sind (vielleicht) am glücklichsten
- Die besten und schlechtesten Länder für Auswanderer 2026 im Überblick laut InterNations
- Norwegen ist 2026 das schlechteste Land für Auswanderer
- Deutschland auf dem vorletzten Platz
- Kritik am Ranking
Das Ranking
Die Studienteilnehmer sollten ihr Leben in ihrer neuen Heimat anhand von 53 Kriterien bewerten. Dabei ging es unter anderem um die Lebensqualität, die finanzielle Situation und die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz sowie Jobaussichten, vorhandene Freizeitangebote, persönlich empfundene Sicherheit oder auch die Gastfreundlichkeit der Einheimischen. Außerdem wurden Themen wie die digitale Infrastruktur, das Klima, Verwaltung, Wohnen und Sprache thematisiert. Die Auswanderer machten Angaben auf einer Skala von eins bis sieben.
Der Schwerpunkt der Umfrage lag auf der persönlichen Zufriedenheit mit den einzelnen Bereichen, sachliche wie emotionale Aspekte wogen gleichermaßen. Daten aus offiziellen Quellen wurden nicht einbezogen. Diese Kriterien wurden von InterNations zu 16 Kategorien zusammengefasst. Aus den Ergebnissen entstanden fünf Indexe zu einzelnen Lebensbereichen: Lebensqualität, Einfachheit der Eingewöhnung, Arbeiten im Ausland, persönliche Finanzen und Wesentliches für Auswanderer. Kombiniert mit den Antworten zu der Frage „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Leben im Ausland insgesamt?“ wurde aus diesen Indexen das Ranking der besten und schlechtesten Länder weltweit für Auswanderer ermittelt. Die Umfrage fand im Februar und März dieses Jahres statt.
Erneut das beste Land für Auswanderer ist …
… Panama. Bereits zum dritten Mal darf sich das kleine zentralamerikanische Land zwischen Costa Rica und Kolumbien mit der Krone des weltbesten Landes für Auswanderer schmücken. Auch wenn diese im Jahr 2026 ein bisschen weniger zufrieden sind als noch im Vorjahr: Waren 2025 noch 94 Prozent der befragten Auswanderer mit ihrem Leben in Panama glücklich, sind es 2026 nur noch 87 Prozent. Das sind immerhin 17 Prozent mehr als im weltweiten Vergleich.
Und was macht die Panama-Einwanderer so glücklich? Das kleine Land mit seinen Traumstränden an der Karibik- und Pazifikküste führt sowohl den Index zum Arbeiten im Ausland als auch den der persönlichen Finanzen an. So erklären etwa 90 Prozent der Expats, dass sie mit ihrem Einkommen ein angenehmes Leben führen, mehr als drei Viertel sind mit ihrer finanziellen Situation zufrieden. Panamas Work-Life-Balance belegt sogar den ersten und seine angenehmen Arbeitszeiten den dritten Platz.
Zur Zufriedenheit der Einwanderer trägt auch die Willkommenskultur des Landes bei, sind die Einheimischen laut 90 Prozent der Befragten überaus freundlich und gehen offen auf Neuankömmlinge zu. Auch deshalb gestaltet sich die Eingewöhnung „nahezu mühelos“, wie InterNations schreibt. Weltweit belegt Panama in dieser Kategorie den zweiten Platz. Das Ankommen erleichtern übrigens auch die bürokratischen Gegebenheiten, denn es scheint recht einfach, wichtige Angelegenheiten wie Visa oder Unterkunft zu regeln. Auch bei den Wichtigkeiten für Auswanderer steht das Land auf dem zweiten Platz. Allein in puncto Lebensqualität schwächelt Panama ein wenig, hier steht es jedoch immer noch auf dem sechsten von 31. Plätzen.
Läuft auch irgendetwas nicht allzu rund in Panama für Expats? Ein paar Ärgerlichkeiten schaffen unzureichend verfügbare umweltfreundliche Dienstleistungen und Waren, die Infrastruktur für Autos ist weiterhin nicht genug ausgebaut und auch das städtische Umfeld lässt zu wünschen übrig. All das scheint jedoch kein allzu großes Problem für die Auswanderer in Panama darzustellen.
Die Panama-Zugezogenen sind weiterhin zu einem beträchtlichen Teil Rentner: 37 Prozent der Befragten sind laut dem „Expat Insider Report“ bereits im Ruhestand, 18 Prozent zogen genau dafür nach Panama um. Mehr als ein Drittel aller Befragten will dauerhaft in Panama bleiben.
Mexiko macht Expats das Ankommen leicht
Nach einem Jahr auf dem dritten steht Mexiko nun erneut auf dem zweiten Platz der besten Länder für Auswanderer. Und wie gehabt brilliert das Land mit einer erstklassigen Willkommenskultur und den weltweit freundlichsten Einheimischen, die es Einwanderern leicht machen, neue Freunde zu finden und sich an die Kultur vor Ort zu gewöhnen.
Und wie steht es um Arbeit und Finanzen in Mexiko? Das amerikanische Land schafft es im Index der persönlichen Finanzen auf den dritten Platz, mit vier von fünf Auswanderern, die mit ihrem Einkommen ein komfortables Leben führen können. 73 Prozent geben an, dass sie mit ihrer finanziellen Situation zufrieden sind. Auch in puncto Arbeitsleben zeigen sich die Mexiko-Einwanderer recht zufrieden: Im Index des Arbeitens im Auslands belegt Mexiko den zehnten Platz, das allgemeine Arbeitsempfinden sowie die Karrierechancen werden jedoch als sehr hoch bewertet. Immerhin 69 Prozent fühlen sich für ihre Arbeit angemessen entlohnt.
Zugleich monieren viele Expats weiterhin die Lebensqualität in Mexiko, die nur auf dem 16. Platz der Vergleichsländer liegt – damit jedoch im Vergleich zum Vorjahr sieben Plätze nach oben geklettert ist. Zwar steht Mexiko in Sachen Freizeitmöglichkeiten und Wetter mit dem jeweils ersten Platz mehr als gut da, es hapert jedoch an anderen Stellen massiv. Besonders die Frage der Sicherheit spielt weiterhin eine große Rolle. Damit belegt Mexiko den gerade mal 25. der 31 möglichen Plätze. Nur 68 Prozent der Auswanderer empfinden ihre persönliche Sicherheit als positiv, weltweit sind es 81 Prozent. Die Ursache hierfür sind vor allem Kartelle und Korruption in dem Land. Weitere Bereiche, in denen Mexiko schlecht abschneidet, sind unter anderem die Luftqualität und das städtische Umfeld.
Bleiben wollen dennoch einige: 38 Prozent der Expats wollen dauerhaft in Mexiko leben – auch hier sind mit 32 Prozent der Befragten viele Mexiko-Einwanderer Rentner.
Thailands Auswanderer sind (vielleicht) am glücklichsten
Das drittbeste Land für Auswanderer ist in diesem Jahr Thailand – und dort sind mit 86 Prozent sogar die meisten aller Expats weltweit mit ihrem Leben zufrieden, wie InterNations schreibt, das Thailand trotz des fehlenden Prozentpunkts im Vergleich zu Panama auf Platz 1 der General Happiness einordnet.
Kein Wunder, dass knapp die Hälfte von ihnen dauerhaft in Thailand leben möchte. Besonders Ruheständler lieben das Land: 40 Prozent der Befragten in Thailand zählen bereits als Rentner, 22 Prozent von ihnen sind genau dafür umgezogen.
Die Zufriedenheit fängt bei vielen Thailand-Zuwanderern bei den Finanzen an, belegt das asiatische Land in dem Bereich den zweiten aller Plätze. Die Lebenskosten sind niedrig, Wohnraum ist nicht nur günstig, sondern auch leicht zu finden. Einfach macht es Thailand seinen Einwanderern auch beim Ankommen, hier steht das Land auf Platz drei. Die thailändischen Einheimischen sind laut InterNations die zweitfreundlichsten weltweit und auch das Zuhausegefühl stellt sich in Thailand schnell ein. Ebenfalls punktet das beliebte Urlaubsland mit seiner qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung. Dennoch macht es Thailand seinen Zugewanderten nicht immer leicht, etwa bei der Eröffnung von Bankkonten und in Verwaltungsangelegenheiten.
Neben Alltagsfrustrationen besitzt Thailand auch ein paar schwerwiegendere Probleme, die die Auswanderer aufführen. So belegt das Land etwa den weltweit letzten Platz in Sachen Umwelt und Klima mit wenig Umweltsinn der Regierung und einer nicht allzu guten Luftqualität. Schwachstellen gibt es auch im Sicherheitsaspekt. Zwar fühlen sich die meisten Auswanderer selbst sicher, politisch empfinden sie die Lage jedoch als überaus unsicher: sowohl die politische Stabilität als auch die Meinungsfreiheit lassen zu wünschen übrig.
Die besten und schlechtesten Länder für Auswanderer 2026 im Überblick laut InterNations
- Panama
- Mexiko
- Thailand
- Vereinigte Arabische Emirate (UAE)
- Brasilien
- Spanien
- Singapur
- Portugal
- Malaysia
- Luxemburg
- Australien
- Saudi-Arabien
- Südafrika
- Frankreich
- Belgien
- Dänemark
- Polen
- Irland
- Japan
- USA
- Niederlande
- Schweiz
- Österreich
- Italien
- Tschechien
- Schweden
- Kanada
- Vereinigtes Königreich
- Türkei
- Deutschland
- Norwegen
Norwegen ist 2026 das schlechteste Land für Auswanderer
Als überraschendes Schlusslicht zeigt sich in diesem Jahr Norwegen. Das skandinavische Land landet in diesem Jahr auf dem letzten aller Plätze und ist damit das schlechteste Land für Auswanderer innerhalb der 31 untersuchten Länder. Der Hauptgrund: Seine Zugezogenen fühlen sich einsam. Laut dem Index fällt die Eingewöhnung in Norwegen von allen Vergleichsländern am schwersten, mit allen Unterkategorien auf dem letzten Platz. Fast drei Viertel der Befragten finden es schwer, einheimische Freunde zu finden, etwa die Hälfte hat jedoch Freunde unter anderen Expats gefunden. Nur 31 Prozent fühlen sich in dem nordeuropäischen Land zu Hause, gerade einmal ein Viertel empfindet das eigene Sozialleben als gut.
So kommt es, dass weniger als die Hälfte in Norwegen zufrieden ist. Ein weiterer Aspekt, der dazu beiträgt, ist die finanzielle Lage. Mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten ist es wenig verwunderlich, dass gerade einmal 39 Prozent mit ihrer finanziellen Lage zufrieden sind. Hapern tut es anscheinend auch im Index der Lebensqualität, mit dem Norwegen den 30. Platz belegt. Die Auswanderer kritisieren demnach die Freizeitmöglichkeiten wie das kulinarische Angebot. Und selbst in Sachen Arbeitsleben kann Norwegen bei seinen Zugezogenen nicht punkten, belegt das Land hier den 27. Platz. Die Auswanderer sind weder mit dem Arbeitsleben noch mit der Bezahlung oder den Karrierechancen zufrieden. Und das, obwohl die Arbeitsplätze als sicher und auch die wirtschaftliche Lage positiv bewertet werden. Etwas Positives findet jedoch der Großteil der Auswanderer in Norwegen: die Natur.
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Deutschland auf dem vorletzten Platz
Im vergangenen Jahr stand Deutschland bereits auf dem 42. von 46 Plätzen. In diesem Jahr sieht es für Einwanderer hierzulande mit dem 30. von 31 Rängen noch schlechter aus. Doch wieso sind Expats mit Deutschland so unzufrieden?
Ankommen fällt schwer
Blickt man auf die verschiedenen Indexe, sieht man, dass der Unmut der Einwanderer schon bei der Ankunft beginnt: Deutschland liegt auf dem weltweit 28. Platz, wenn es um die Einfachheit des Ankommens geht. So empfinden 57 Prozent der Expats die Deutschen als unfreundlich. Ebenfalls 57 Prozent haben Schwierigkeiten, hierzulande Freundschaften mit Einheimischen zu schließen. Entsprechend gering ist das Gefühl, willkommen oder zu Hause zu sein. 60 Prozent der befragten Expats sind mit ihrem Leben in Deutschland zufrieden, weltweit sind es zehn Prozent mehr.
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Das Ankommen erschwert neben dem Aspekt des Soziallebens auch der Bereich, den InterNations im Index der wesentlichen Dinge für Auswanderer zusammenfasst. Ein immer wiederkehrender Punkt ist hier die undurchsichtige bürokratische Landschaft. Außerdem fehlt es an einer intakten Internet-Infrastruktur sowie Online-Verwaltungsdiensten. Hinzu kommt die schwierige Wohnungssituation hierzulande. Insgesamt bleibt Deutschland bei den wesentlichen Dingen für Auswanderer weiterhin auf dem letzten Platz. Diesen Rang hat das Land seit der Einführung des Index im Jahr 2022 inne.
Wo es in Deutschland für Auswanderer besser funktioniert
Sind sie einmal angekommen, wird es für die Einwanderer nicht zwingend einfacher. Die Lebensqualität in Deutschland steht im Ländervergleich auf dem 20. Platz. Während die Reisemöglichkeiten und der Sinn für Umwelt und Klima mit dem 15. Platz als einigermaßen gut bewertet werden, fühlen sich Einwanderer weiterhin nicht unbedingt sicher hierzulande. Noch schlechter als um die persönliche Sicherheit steht es nur um die Freizeitangebote und das Gesundheitssystem.
Ein wenig besser steht es für Deutschlands Zuwanderer im Bereich Arbeit. 21 Prozent der Befragten kamen ursprünglich aus beruflichen Gründen nach Deutschland, 14 Prozent für die Ausbildung. Arbeitskultur, Arbeitsplatzsicherheit und Karriereaussichten sind zwar alles andere als überragend, doch immerhin steht es um die Work-Life-Balance mit dem zwölften Platz recht gut.
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Kritik am Ranking
Da Antworten von 50 Umfrageteilnehmern pro Land ausreichten, um die jeweilige Nation ins Ranking aufzunehmen, ist die Studie nicht wirklich repräsentativ. Zudem blieben viele Auswanderer, die nicht an der Umfrage teilnehmen konnten – oder sich je nach Land womöglich aus Angst vor Repressalien nicht zu den Bedingungen äußern wollten –, in der Umfrage unberücksichtigt.